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Deportiert nach Mauthausen, Volume 2
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585Evakuierungslager Mauthausen | Mauthausen, haben so geredet, der Apfelbaum : ‹Endlich werdet ihr in den sauren Apfel herein beißen›, [schneller, eindringlich] ‹gleich, endlich werdet ihr in den Apfel  …›»139 Auch Vera Mitteldorf war der Meinung, dass sie nur nach Mauthausen geschickt wür- den, um dort in der Gaskammer vernichtet zu werden.140 Die Ängste der Frauen waren berechtigt : Vom 20. bis 28. April waren in Mauthausen und Gusen mindestens 2300 Häftlinge mehreren Mordaktionen der SS zum Opfer gefallen und viele davon in der Gaskammer getötet worden.141 Warum die Frauen doch nicht ermordet wurden, wird von den Überlebenden ganz unterschiedlich erklärt : Einige berichten, dass die Gas- kammer nicht mehr in Betrieb war  – die technischen Einrichtungen wurden tatsäch- lich am 29. April abmontiert ;142 andere dagegen glauben, dass andere Häftlinge zuerst an die Reihe gekommen seien und für die Frauen aus Freiberg und Venusberg keine Zeit mehr geblieben sei.143 Ein zweites Thema sind die Schilderungen des Transports an sich. Auch hier gibt es große Unterschiede, zum Beispiel im Hinblick auf die Dauer : Einige Frauen meinen, der Zug sei nur wenige Tage unterwegs gewesen, nach anderen Berichten dauerte die Fahrt zwei bis drei Wochen. Die größten Unterschiede in den Transporterzählungen können jedoch je nach Herkunftsort, Freiberg oder Venusberg, festgestellt werden. In den Berichten der Frauen aus Freiberg werden immer wieder Luftangriffe und Sabo- tageaktionen an den Bahngleisen erwähnt. In fast allen Erzählungen sprechen die Frauen von Hilfe und Unterstützung, die sie auf der Fahrt durch das Protektorat erhiel- ten. Mehrere Frauen erwähnen, dass während der Aufenthalte in den Bahnstationen Brot und Zucker in die Waggons geworfen wurde. Einige andere wie Sara Rath und Esther Menschenfreund berichten, dass bei einem Halt die Dorfbevölkerung große Kessel mit Suppe brachten.144 In vielen Erzählungen wird auch von Fluchten oder zumindest Fluchtgedanken be- richtet. Lea Cohen erzählt, dass ihr bei einem Halt tschechische Dorfbewohner vor- schlugen zu fliehen : 139 AMM, MSDP, OH/ZP1/341, Interview mit Alica Palánová, Interviewerin : Zlatica Nižňanská, Bratis- lava, 15. 12. 2002, Übersetzung, Z. 207–216. 140 AMM, MSDP, OH/ZP1/219, Interview mit Vera Mitteldorf, Interviewerin : Julia Obertreis, Berlin, 23. 7. 2002, Transkript, Z. 309–320. 141 Maršálek, Geschichte, S. 320 f., 388 f. u. 395. 142 So z. B. AMM, MSDP, OH/ZP1/339, Interview mit Gertrúda Bednárová, Interviewerin : Zlatica Niž- ňanská, Bratislava, 4. 9. 2002, Übersetzung, Z. 382–406. 143 Vgl. z. B. AMM, MSDP, OH/ZP1/512, Interview mit Lala Lubelska, Interviewerin : Doris Felsen, Badia Polesine, 13. 9. 2002, Übersetzung, Z. 791–832 ; AMM, MSDP, OH/ZP1/219, Interview Mitteldorf, Z. 309–320. 144 AMM, MSDP, OH/ZP1/046, Interview Rath/Barko, Z. 448–452. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Deportiert nach Mauthausen Volume 2
Title
Deportiert nach Mauthausen
Volume
2
Authors
Gerhard Botz
Alexander Prenninger
Regina Fritz
Editor
Melanie Dejnega
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21216-4
Size
16.8 x 23.7 cm
Pages
716
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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