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rend die source music oftmals der Auslöser dieser Emotion ist. Die Protagonisten müs-
sen sie also hören.
Neben der konsequenten Verwendung der Leitmotive, die in einen orchestralen Back-
ground verwoben werden, der steten Vermischung von source music und underscoring
und dem Verwenden von Versatzstücken früherer Arbeiten sind die genaue Synchronisa-
tion von Leinwandaktion und Musik {Mickey Mousing) sowie der bewusste Einsatz und
das Abgrenzen von homophonen gegenüber polyphonen Satzstrukturen wichtige Stil-
mittel von Max Steiner.
Max Steiner hat trotz dieser formelhaften Kompositionsweise eine sehr persönliche
Musiksprache entwickelt. Und doch ist die Bewertung seiner Musik heutzutage unter-
schiedlich. Manche kritisieren sie als rein deskriptiv, die Leinwandaktion lediglich wi-
derspiegelnd, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen. Andere erkennen die dramaturgische
Qualität der Arbeit Steiners durchaus an. Die Schauspielerin Bette Davis sagte einmal:
,Jvlax understood more about drama than any of us." Vor allem für seine Vorreiterrolle
bei der Etablierung der sinfonischen Filmmusik ist er der Wertschätzung seiner Kolle-
gen bis heute sicher und wird immer noch von vielen zeitgenössischen Filmkomponisten
als Vorbild genannt. Auch seine Arbeits- und Vorgehensweise wird bis heute im Großen
und Ganzen immer noch so gehandhabt, auch wenn die Komponisten heute nicht mehr
festangestellte Dienstleister der Studios sind, wie es Steiner einen Großteil seiner Karriere
war, sondern freischaffende Künstler. Mit dem Niedergang des Studiosystems war übri-
gens auch Steiner gezwungen, freiberuflich zu arbeiten, und die Zahl seiner Filmmusiken
nahm merklich ab. Dies lag zum großen Teil auch daran, dass man die großen sinfoni-
schen Filmmusiken, abgesehen von einigen Nischensparten wie den Historienfilmen, die
in den Fünfziger- und Sechzigerjahren erfolgreich liefen, nunmehr als nicht mehr zeitge-
mäß erachtete. Erst in den Siebzigerjahren begannen Komponisten wie John Williams
oder James Horner, wieder in der Tradition von Max Steiner, Erich Wolfgang Korngold
oder Alfred Newman zu schreiben.
Der Filmkomponist Max Steiner
1888 - 1971
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Der Filmkomponist Max Steiner
- Subtitle
- 1888 - 1971
- Author
- Peter Wegele
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 302
- Keywords
- Film Music, Biography, Cinema, Musical science, Musicology, History of Music
- Category
- Biographien