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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 2/2016
Page - 158 -
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158 Mobile Culture Studies. The Journal 2 2o16 Michael Hieslmair und Michael Zinganel | MobilitĂ€tserfahrungen und Grenzinfrastruktur Die hier vorgestellte Animation ist die grafische Übersetzung der im Rahmen eines For- schungsprojektes gewonnenen Erkenntnisse ĂŒber die VerĂ€nderungen am österreichisch-ungari- schen GrenzĂŒbergang Nickelsdorf im Herbst 2015, als dieser kurzfristig zu einem Hot Spot des Managements der FlĂŒchtlingswelle ĂŒber die sogenannte Balkanroute wurde. Die der Animation zugrunde liegende Zeichnung der Grenzinfrastrukturen basiert auf den Angaben des BĂŒrgermeisters von Nickelsdorf, der maßgeblich in die Ereignisse involviert war.1 Die Animation zeigt in einer zeitlich und rĂ€umlich verdichteten Darstellung die Abfolge der ‚Grenz-Erfahrungen’ aus dem Blickwinkel von drei Busfahrern: dem Lenker eines Tou- rist_innenbusses, der die noch offenen Grenzen passiert; dem Lenker eines Busses mit Arbeits- migrant_innen, der in den von der FlĂŒchtlingswelle ausgelösten Stau gerĂ€t; sowie dem Lenker eines Busses, der explizit angefordert wurde, um FlĂŒchtlinge vom GrenzĂŒbergang in die Not- quartiere in Wien, zu den Bahnhöfen und spĂ€ter bis zur Deutschen Grenze zu transportieren. Mit der Schließung der Grenze zwischen Serbien und Ungarn endete nur wenige Monate spĂ€ter der FlĂŒchtlingsstrom plötzlich und die Busfahrer konnten wieder ihre eingeĂŒbten Reise-Routi- nen und Rhythmen – nun aber stichprobenartigen Kontrollen ausgesetzt – fortsetzen. Forschungsreisen im pan-europĂ€ischen MobilitĂ€tskontinuum Das Forschungsprojekt Stop and Go. Nodes of Transformation and Transition (2014-2016) war am Institut fĂŒr Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften der Akademie der Bildenden KĂŒn- ste Wien angesiedelt. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, die Transformationen von Halte- und Knotenpunkten entlang der Pan-EuropĂ€ischen Straßenverkehrs-Korridore in einem geographi- schen Dreieck zwischen Wien, Tallinn und der tĂŒrkisch-bulgarischen Grenze, zu untersuchen.2 Der Terminus technicus PaneuropĂ€ische Verkehrskorridore wurde bereits 1991 von den EU- Verkehrsministerien eingefĂŒhrt. Er bezeichnete die bedeutendsten Verbindungen zwischen dem ehemaligen kommunistischen Osten und den LĂ€ndern West-Europas, deren Ausbau als eines der vorrangigen Ziele der EU-Erweiterung definiert wurde. Diese Korridore fungieren wie Magnete, die sowohl Dinge als auch Individuen anziehen, die sich auf ihnen bewegen, an ihnen anlagern und deren Erfahrungen und Erlebnisse in den Statistiken der Kontrollorgane, den News-Clips der Massenmedien, in den Alltags-Geschichten der Straßenbenutzer_innen und Anrainer_innen, und in Forschungsberichten und kĂŒnstlerischen Arbeiten verzeichnet werden. Insbesondere an Knoten, an denen der Verkehrsfluss angehalten wird – wie Bus-Terminals, Logistik-Zentren, Autobahnrast- stĂ€tten, MĂ€rkten oder Grenz-Stationen – lassen sich sowohl die Kontroll-Strategien (supra-)staat- licher Institutionen und großer Unternehmen ablesen, als auch die Motive und Biographien der 1 Gerhard Zapfl, BĂŒrgermeister von Nickelsdorf, Interview am 18.03.2016. 2 Das Projekt wurde vom Wiener-, Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) auf Basis einer Ausschreibung aus dem Jahr 2013 zum Thema „Public Spaces in Transition“ im Programm „Social Sciences and Humanities in Vienna“ gefördert. Leiter_innen des Projektes sind Michael Hieslmair und Michael Zinganel, die internationalen Forschungspartner_innen in Tallinn Tarmo Pikner und in Sofia Emiliya Karaboeva. Siehe dazu die Projekt-Homepage: <http://stopandgo-transition.net> [besucht am 26.10.2016]. Ein Paper zu den Thesen und dabei angewandten Methoden: Michael Hieslmair und Michael Zinganel, ‘Stop and Go. Nodes of Trans- formation and Transition’, in Digital Migration. Konstruktionen – Strategien – Bewegungen, heraussgegeben von GĂŒnther Friesinger, Judith Schoßböck und Thomas Ballhausen (Wien: edition mono/monochrom, 2016), pp. 149–166. Einen Zwischenbericht ĂŒber das Forschungsprojekt bildet die vom Forschungsteam redigierte Son- dernummer: dĂ©rive - Zeitschrift fĂŒr Stadtforschung 63/2016, Schwerpunkt: Korridore der MobilitĂ€t - Knoten, Akteure, Netzwerke, <http://www.derive.at> [besucht am 26.10.2016].
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Mobile Culture Studies The Journal, Volume 2/2016
Title
Mobile Culture Studies
Subtitle
The Journal
Volume
2/2016
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2016
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
168
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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