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„Mobilität, Migration, Gesellschaft: Umkämpfte Politiken der Klassifikation“, eine Tagung
in des Labor Migration am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu
Berlin und der Kommission Tourismusforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde,
Berlin, 9 bis 11. Juni 2016.
Mobilität, Migration, Gesellschaft: Umkämpfte
Politiken der Klassifikation
Tagungsbericht
Céline Bobillon, Jan Lange und Sophie Petzelberger
Mobile Culture Studies. The Journal, Vol. 2 2015, 165-168
Open Access: content is licensed under CC BY 3.0
Die Tagung „Mobilität, Migration, Gesellschaft. Umkämpfte Politiken der Klassifikation“,
haben von Regina Römhild (Berlin) und Johanna Rohlshoven (Graz) eingeladen. Sie bewegt
sich thematisch im Spannungsfeld der unterschiedlichen Mobilitätsformate der „neuen Migra-
tionen“ aus krisenbehafteten Regionen Süd- sowie Südosteuropas sowie der Flucht- und Migra-
tionsbewegungen von aus den Krisengebieten des globalen Südens in die Industriestaaten. Ein
Anliegen der Tagung ist es, die Tourismusforschung in Verbindung mit Fragen und Konzepten
der kritischen Migrationsforschung in einen weiteren Kontext zu setzen. Dabei wird das Kate-
gorisieren in Bezug auf Mobilitätspraktiken und Grenzziehungen kritisch hinterfragt werden.
Zentral ist zudem die Reflexion der Vortragenden über den Einfluss ihrer eigenen Forschungs-
praxis auf das Feld und die dort bestehenden Hierarchien der Gewalt.
Nach der Begrüßung der Teilnehmenden im Namen des Instituts für Europäische Ethno-
logie und der Kommission Tourismusforschung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde
leitet Noel Salazar (Leuven) in die Problemstellung ein. Salazar diskutiert in seinem Eröff-
nungsvortrag die dynamische Spannung zwischen Prozessen der Mobilität und Immobilität
im Kontext von Bildung, Arbeit und Freizeit. Er schlägt ein Arbeitskonzept vor, mit welchem
durch konstante Neuinterpretation von Ideologien und Imaginarien das Regime der Migration
kritisch beleuchtet werden kann.
Stefan Wellgraf (Frankfurt/Oder) betrachtet im ersten Vortrag des Panels „Genealogien
von Mobilitätskategorien“ die Konstruktion nationaler Zugehörigkeiten in der Produktions-
und Zirkulationsweise von Postkarten zwischen Brasilien und der Schweiz (1900-1930). Im
Anschluss führen Katrin Lehnert (Berlin) und Barbara Lemberger (München) anhand histo-
rischer Beispiele für „unordentliche“ Spannungsverhätlnisse zwischen mobiler und immobi-
ler Gesellschaft das auf Isabell Lorey zurückgehende analytische Konzept der Un-Ordnung
ein. Dieses macht Ambivalenzen und nicht zuzuordnende Praxen sichtbar. Laut Lehnert und
Lemberger ist un-ordentliche Mobilität seit jeher konstitutiv für moderne Gesellschaft. Svenja
Reinke (Berlin) untersucht in einem Oral-History-Projekt die Bedeutungsverschiebung von
Kategorien der Mobilität und Sesshaftigkeit in der Kaliningrader Regionalgeschichte. Anna
Friedrich (Berlin) zeigt anschließend, wie rassistische Diskurse in der Bundesrepublik Deutsch-
Mobile Culture Studies
The Journal, Volume 2/2016
- Title
- Mobile Culture Studies
- Subtitle
- The Journal
- Volume
- 2/2016
- Editor
- Karl Franzens University Graz
- Location
- Graz
- Date
- 2016
- Language
- German, English
- License
- CC BY 4.0
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 168
- Categories
- Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal