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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 4/2018
Page - 133 -
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Page - 133 - in Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 4/2018

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Mobile Culture Studies. The Journal 4 2o18 Stefanie Bürkle | Identität durch Architektur 133 berücksichtigen, können die transnationalen Pionierleistungen der Migranten nun als translo- kale Bewegungen verstanden werden. Die Fernräume Herkunftskultur und Aufnahmekultur stehen nicht mehr den Nahräumen Dorfgemeinschaft in der Türkei und Familie im Kiez der Städte in Deutschland gegenüber, sondern Lokales und Nicht-Lokales verkoppeln sich, obwohl sie unterschiedliche Bezüge haben. Migration von Räumen Setzt man den Raum in Bezug zu gesellschaftlichen Prozessen – also zur Migration –, kann man von einer »Migration von Räumen” sprechen. Der Raumbildungsprozess selbst wird dann lesbar als eine gestalterische Transformation und Translation von Raumbildern aus Herkunfts- und Aufnahmeland. In einem Prozess der Selbstklassifikation (vgl. Bourdieu 1982) werden von den Remigranten Raumvorstellungen integriert und migriert. »Identität markiert die Grenzen zwischen Eigenem und Fremdem« (Bauhardt 2004, 93). Nicht nur Menschen, sondern auch Räume und Bilder wandern (Bürkle 2009, 48). Um den wechselseitigen Einfluss der beiden Kategorien zu betrachten, bezieht sich die Untersuchung auf den relationalen Raumbegriff der Geografie und Soziologie (Löw 2001, Massey 2005, Werlen 1997). Raum konstituiert sich demnach in der Verbindung physisch-materieller Gegebenheiten und sozialer Handlungen. So ist für den Soziologen und Philosophen de Certeau (1988, 218) der Raum ein Ort, mit dem man etwas macht. Die geometrisch festgelegte Straße wird erst durch die Gehenden in einen Raum verwandelt. In ähnlicher Weise beschreibt Löw den Raum »als relationale (An)Ordnung von Körpern, welche unaufhörlich in Bewegung sind, wodurch sich die (An)Ordnungen selbst ständig verändern« (Löw 2001, 131). Dieser Blickwinkel ermöglicht es, die materiellen Eigenschaften der Orte in ein Verhältnis zu den Möglichkeiten der Nutzung und Vereinnahmung zu setzen. Menschen identifizieren sich in dem Maße mit der Umwelt, wie sie die Entwicklung der eigenen Person, der eigenen Identität fördert (Proshansky 1978). In der Gruppe der Remigranten formen baulich-gestalterische Fak- toren auf Grundlage räumlich-ästhetischer Erfahrungen im Herkunfts- und Aufnahmeland die Identifikation mit der Umwelt. Es wäre verfehlt, von nationalen Identitäten sprechen oder eine Identität im Verhältnis zur Herkunfts- und Aufnahmekultur festlegen zu wollen. Nation- alstaatliche Grenzen sind nicht mit kulturellen Grenzen deckungsgleich. Die lokale Lebenssitu- ation der Migranten im Herkunftsland und die Lebenswirklichkeit im Aufnahmeland scheinen einen relevanteren Einfluss zu haben als ein generalisierendes Kulturverständnis auf der Mak- roebene (Heckmann 1992). Andererseits erfordert das Projekt ein Verständnis der gesellschaft- lichen und ökonomischen Verbindungen von Herkunfts- und Aufnahmeland der Migranten. Hier setzt die Transnationalismusdebatte an: Dabei werden die Zugehörigkeiten der Migranten nicht mehr in Abhängigkeit eines national gefassten Gesellschaftsbegriffes gefasst. Vielmehr wird Rückkehr- beziehungsweise Pendelmigration als Teil eines zirkulären Systems sozialer und wirtschaftlicher Beziehungen jenseits nationalstaatlicher Grenzen erklärt. Das Projekt folgt der Transnationalismusforschung in seiner Prämisse, dass Transmigration durch den Bezugs- rahmen der beiden Nationalstaaten – Türkei und Deutschland – geprägt ist. So bilden die physischen und gesellschaftlichen Lebensräume der Migranten nicht nur eine Extension der Herkunftsgemeinden, sondern formen eine eigene Lebensweise (Pries 2011). Zusätzlich stellt die »kritische Migrationsforschung« (Yildiz & Mattausch 2009) einen theoretischen Ansatz bereit,
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Mobile Culture Studies The Journal, Volume 4/2018
Title
Mobile Culture Studies
Subtitle
The Journal
Volume
4/2018
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2018
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
182
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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