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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 4/2018
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138 Mobile Culture Studies. The Journal 4 2o18 Stefanie Bürkle | Identität durch Architektur Wohnqualität in Deutschland und der Türkei: Erwirtschaftetes Geld wird hauptsächlich in Wohneigentum in der Türkei investiert, während der Lebensstandard in Deutschland gleich- zeitig niedrig bleibt (Krumme 2004, 138). Die wachsende Bindung der Migranten an Deutsch- land bedingt jedoch eine Veränderung des Kaufinteresses: Migranten erwerben verstärkt Eigen- tum in Deutschland (Ücok und Kjeldgaard 2006, 434) und kaufen zunehmend Ferienhäuser in der Türkei. Oftmals sind diese, früher ausschließlich genossenschaftlich finanzierten, sogenan- nten »Sitesi« räumlich organisiert wie gated communities und gleichen damit strukturell den global austauschbaren touristischen Ferienkomplexen an der Küste. Der individuelle Gestaltungsspielraum der Wohnungskäufer beschränkt sich dort auf die Inneneinrichtungen. Unsere Inter- viewpartner berichteten häufig auch von Umbauten. So entfernte Kemal Usta aus der Stadtwohnung in Mersin in einer Sitesi nicht nur eine Wand, um Küche und Wohnzimmer zu einem einzigen Raum zu vergrößern, sondern setzte sogar ein bodentiefes Fenster ein, um von der Küche aus einen Meerblick zu haben. Methoden Sowohl in der Datenerhebung und Auswertung der Materialien als auch in der Präsentation der Ergebnisse führt der transdisziplinäre Ansatz zwischen Kunst und Architektur zur gegenseiti- gen Integration von künstlerischen und wissenschaftlichen Methoden. Leitfadengestützte Interviews In einem ersten Schritt zur Eingrenzung des Forschungsfeldes sind in Berlin lebende türkische Migranten zu ihren Raumvorstellungen im Sinne eines convenience sampling befragt worden (Akremi 2014, 272). Dafür entwickelte das Forschungsteam 2013 einen Fragebogen auf der Grundlage vorheriger Lehrforschungsprojekte am Fachgebiet Bildende Kunst, der einen Ein- blick in Vorstellungen von Räumlichkeiten und Wahrnehmung des Stadtraums ermöglichen sollte. Im Fragebogen war die Aufforderung enthalten, jeweils aus der Erinnerung das Haus oder die Wohnung in Deutschland und das selbstgebaute Haus in der Türkei zu zeichnen. Diese »Methode« der kognitiven Kartierung schuf überhaupt erst die Grundlage für eine konk- rete Raumerzählung der Interviewpartner. Die Frage nach einem eigenen Haus oder einer Immobilie in der Türkei beantwortete in Deutschland gegenüber Dritten niemand. Nur Studierende mit türkischen Migrationshinter- grund, die in der Rollendefinition beim Einstieg in das Feld (Flick 2010, 143) nicht als Inter- viewer, sondern als Familienmitglied Fragen stellten, erhielten überhaupt eine Information zu Immobilienbesitz in der Türkei. Abb. 4: Sitesi, türkische Mittelmeerküste bei Side ©Stefanie Bürkle/VG Bild-Kunst Bonn 2013
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Mobile Culture Studies The Journal, Volume 4/2018
Title
Mobile Culture Studies
Subtitle
The Journal
Volume
4/2018
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2018
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
182
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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