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Mobile Culture Studies The Journal
Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 4/2018
Page - 152 -
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Page - 152 - in Mobile Culture Studies - The Journal, Volume 4/2018

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152 Mobile Culture Studies. The Journal 4 2o18 Janine Schemmer | Grenzraum in Bewegung Die Brücke von San Quirino — Einleitung Der Grenzraum, von dem dieser Beitrag handelt, liegt im Friaul, einer Region im äußersten Nordosten Italiens, die im Norden an Österreich, im Nordosten an Slowenien grenzt. Das Friaul war im 20. Jahrhundert einer der Austragungsorte zentraler europäischer Konflikte. Die Valli del Natisone, also die Täler am Fluss Natisone, die an Slowenien grenzen, waren von die- sen Auseinandersetzungen besonders betroffen: im Ersten Weltkrieg verliefen auf den Bergen die Fronten, dort wurden die Schlachten geschlagen. Im Herbst 1943 wurde das Gebiet Teil der deutschen Besatzungszone Adriatisches Küstenland, in dem sich italienische und slowenische Partisanen und deutsche Besatzer gegenüberstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte das Gebiet eine zentrale Rolle als Teil eines der Frontstaaten im Kalten Krieg, in dem ideologische und geostrategische Konflikte ausgetragen wurden und militärische Stützpunkte angesiedelt waren. Diese Konflikte haben nicht nur Spuren materieller Natur in der Region und ihrer Landschaft hinterlassen. Diese lassen sich auch in den Erzählungen sowie alltäglichen und künstlerischen Handlungen verschiedener Akteure in den Tälern nachzeichnen, die ich exem- plarisch in diesem Artikel heranziehe. Von Udine, einer der größeren Städte der Region kommend, führt die Landstraße Nr. 54 in die Täler des Natisone. Der Fluss Natisone, der in den Julischen Alpen, dem Grenzgebiet zwischen Slowenien und Italien, entspringt, gibt den Dörfern ihren Namen. Die dort liegenden Dörfer umfassen sieben Gemeinden (San Pietro, Grimacco, Drenchia, Stregna, San Leonardo, Savogna und Pulfero) und sind nur wenige Kilometer von Slowenien entfernt. Die Brücke von San Quirino befindet sich im kleinen Ortsteil San Quirino, der zur Gemeinde San Pietro gehört, und verläuft über den Natisone. Die Brücke ist unscheinbar und nur wenige Meter lang. Als eigenständiges Bauwerk nimmt man sie kaum wahr, denn der Fluss fließt einige Meter unter der Brücke durch sein steiniges Bett hindurch. Dass man sie überquert bemerkt man am ehesten am Straßenverlauf, der sich über sie hinweg sehr kurvenreich gestaltet ist. Die Brücke von San Quirino bildet das Tor und den Eingang in die Täler des Natisone. Passiert man sie, zweigt die Straße in Richtung der ver- schiedenen Täler ab. Je weiter man in die Täler fährt, umso schmaler werden die Land- straßen, die sich entlang des Flusses in die dünn besiedelte Hügellandschaft winden. Bei den ersten Besuchen ist es nicht leicht, hier die Ori- entierung zu behalten. Nicht an jeder Kreuzung sind Stra- ßenschilder vorhanden, und zum Teil wird auf diesen auf so viele Dörfer verwiesen, dass man vor den Schildern anhalten muss, um sich ein Abb. 1: Die Brücke San Quirino, Janine Schemmer, Mai 2018.
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Mobile Culture Studies The Journal, Volume 4/2018
Title
Mobile Culture Studies
Subtitle
The Journal
Volume
4/2018
Editor
Karl Franzens University Graz
Location
Graz
Date
2018
Language
German, English
License
CC BY 4.0
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
182
Categories
Zeitschriften Mobile Culture Studies The Journal
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