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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 kordatszwischendemHeiligenStuhlundderRepublikÖsterreichentsprochen hätte, die vorsieht, solcheDetails inwechselseitigemEinvernehmen zu lösen.6 4. DieskandalöseSemantikdesKreuzes Allerdings istWachsamkeit geboten, wenn das Kreuz zum historischen Kul- tursymbol heruntergestuft und sein theologisches Provokationspotential ver- harmlost wird. Es ist und bleibt ein Skandal, das Sterben eines unschuldigen Menschen sichtbar zumachen, von demChristinnen undChristen öffentlich bekennen,dasserderChristusundSohnGottes ist.DasKreuzbringtansLicht, was gerne in derGrauzone gehalten, abgedrängt und vergessenwird: das un- gerechte Leiden der Opfer, die keine Stimme haben oder mundtot gemacht werden,aberauchundnichtminderdieAnmaßungderTäter,diegernesotun, als hätten ihre Taten gar nicht stattgefunden. Das Kreuz erinnert an die Ver- wundbarkeitundFehlbarkeitmenschlicherExistenz, es spiegeltdieErlösungs- bedürftigkeitundSterblichkeit.Es istaberauch,wie IngeborgGabrielzuRecht in Erinnerung gerufen hat, „Zeichen gewaltfreienWiderstands gegenUnrecht undInhumanität sowieZeichenfürdieHoffnungaufdieAuferstehungunddas ewige Leben“7. Gerade in Zeiten, in denen die Imperative der Leistung und Effizienzsteigerung imuniversitärenBereich immermehrumsichgreifen, die Ökonomisierung desWissens das bedrohte Humanum8 zunehmend aus dem 6 Das Konkordat zwischen demHeiligen Stuhl und derÖsterreichischen Bundesregierung wurdeam5. Juni1933vonKardinalstaatssekretärEugenioPaccelli,BundeskanzlerEngelbert DollfußsowieJustizministerKurtSchuschniggunterzeichnet,estratallerdingserstam1.Mai 1934–gleichzeitigmitderautoritärenStändestaat-Verfassung inKraft.DiehistorischeEnt- stehung des Konkordates, das der katholischen Kirche den Status einer Körperschaft des öffentlichenRechtes zusichert,wirdvonKritikernbis heute als „Geburtsfehler“bemängelt. Die„InitiativefürAufhebungderKirchen-Privilegien“vomApril2013 fordertemitderklaren TrennungvonStaat undKirche auchdieAufhebungdesKonkordates, wurde aber nur von 0,89%derwahlberechtigtenBürgerinnenundBürger inÖsterreichunterstützt. Vgl. Erika Weinzierl, DasösterreichischeKonkordat von 1933 vonderUnterzeichnungbis zurRatifi- kation, in: Hans Paarhammer / Franz Pototschnig / Alfred Rinnerthaler (Hg.), 60 Jahre Österreichisches Konkordat, Veröffentlichungen des Internationalen Forschungszentrums fürGrundfragenderWissenschaftenSalzburgN.F.56,München1994,S. 119–134. 7 Gabriel,DasKreuz imWiderstreit, S. 270. 8 Manvergisst leicht, dass demWort humanitas ein etymologischerAnklang an humus ein- geschrieben ist. ImUnterschied zurNeuzeit verstandman imMittelalter unterHumanität wenigerdieGröße desMenschen als vielmehr seine erdgebundeneNiedrigkeit undHinfäl- ligkeit. DieNähe zur humilitas –Demut undDienstbereitschaft – liegt auf derHand. Vgl. Thomas Pröpper, TheologischeAnthropologie I, Freiburg i. Br. 2011, S. 133. – Auf die Be- deutungder christlichen Sozialethik imHorizont einerModerne, die durchaus auch ambi- valenteFolgewirkungenaufweist, hat IngeborgGabriel hingewiesen in ihremprogrammati- schen Beitrag: Christliche Sozialethik in der Moderne. Der kaum rezipierte Ansatz von Kreuzesabnahme 435 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Title
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Subtitle
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Authors
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Editor
Peter G. Kirchschläger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Location
Wien
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
722
Category
Recht und Politik
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