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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
diese undurchschaubarenMechanismen sind, deren Steuerungsmechanismen
mannichtmehrinderHandhat.DannmöchtemanzumindestdenBereich,den
manselbstüberblickt, gutkontrollierenkönnen.
Diese Gesellschaftsdiagnose könntemannun noch langeweiterführen. Ich
möchte sie aber als Folie sehen fürdienun folgendeDiagnosekirchlicherEnt-
wicklungen.
2.2. KirchlicheEntwicklungen
Ich habe bewusst die gesellschaftlichenEntwicklungen etwas breiter vorange-
stellt, damitdeutlichwird:VieleunsererkirchlichenEntwicklungensindnicht
hausgemacht, sondern sindTeil dieser globalenBewegungen, gewollt oder un-
gewollt–wieauchsomanchekirchlichenEntwicklungenderVergangenheitnur
imKontextpolitischerodergesellschaftlicherEreignissezusehensind.
WennichmirdieregionalenkirchlichenEntwicklungeninĂ–sterreichansehe,
so möchte ich vor allem drei herausgreifen, die mir für die kommende Zeit
zentral zusein scheinen.
Das erste ist derUmbruch in der Ordenslandschaft.Nach der Statistik der
Orden für201714gibt es5.033OrdensfrauenundOrdensmänner inÖsterreich,
davon 3.353 Ordensfrauen und 1.681 Ordensmänner (1.225 Priester und 430
BrĂĽder).
DieGesamtzahlderOrdensfrauen ist von1980bis 2017von10.598auf3353
gesunken – also auf weniger als ein Drittel. Bei den Ordensmännern ist der
Rückgangwenigerdramatisch–dagabesnach2197 imJahr1980 sogar einen
Anstieg auf ĂĽber 3000 Mitte der 1980er Jahre. Seither sinkt diese Zahl aber
ebenfalls auf derzeit 1681 Ordensmänner. Dramatisiert wird diese Zahl noch
durchdieAltersstruktur:Vonden3353Ordensfrauensind58%ĂĽber75 Jahrealt
(1955 Frauen), 20% sind zwischen 65 und 75 Jahre, 19% zwischen 40 und
65Jahre undnur 3% (110Ordensfrauen) sind unter 40 Jahre alt. Bei denOr-
densmännernverteilensichdieAltersgruppenetwasbesser.
Die Ordensgemeinschaften sehen das zu einem guten Teil jedoch sehr
nĂĽchtern:Das,wasĂĽberJahrzehntevonOrdensfrauengeleistetwurde,wirdjetzt
vonFrauen in anderenLebensformengeleistet.DieVorsitzendeder Frauenor-
den,Sr.BeatrixMayrhofer,meintedazu:„EsistSacheGottes,welcheBerufungen
erschenkt.“15Dennochbedeutetdies fürdieKirche inÖsterreich,dass sich ihr
Gesicht verändert: In vielen Einrichtungen, die bisher von Ordensleuten ge-
14 OrdensgemeinschaftenĂ–sterreich,ZahlenundStatistiken2018, vgl. https://www.ordensge
meinschaften.at/presseraum/zahlen(letzterZugriff: 02.05.2018).
15 https://www.canisius.at/9123/orden-in-zahlen(letzterZugriff: 29.05.2019).
JohannPock448
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Title
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Subtitle
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Authors
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Editor
- Peter G. Kirchschläger
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Location
- Wien
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 722
- Category
- Recht und Politik