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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Page - 111 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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4.1 Die SalzburgerQuellen der geistlichenWerkeWolfgangAmadéMozarts Zuschreibung fürdieWallfahrtskircheMariaPlain als Krönungs-Messe zuEhren derKrönung desGnaden- bildnisses –, fürdenOstersonntag1780dieMissa inC KV337sowie fürdieVespernimOsterfestkreis imJah- re1779KV321undimJahre1780KV339.Mitdiesen Werken ‚verabschiedete‘ sichMozart alsKirchenkom- ponist von Salzburg und seinemgeistlich-weltlichen Dienstgeber. Der ehrenvolleKompositionsauftrag des bayerischenKurfürsten für IdomeneoKV366 nahm ihnvermutlichabSommer, spätestens jedochabOkto- ber 1780 bis Jänner 1781 inAnspruch.VonMünchen führte am 12. März 1781 schließlich Mozarts Weg nachWien – für ihn „[...] einHerrlicher ort [...] – und für [sein]Metier der beste ort von derWelt.“40 4.1 Die SalzburgerQuellen der geistlichenWerkeWolfgang AmadéMozarts41 Das Archiv der Salzburger Dommusik besitzt eine SammlungvonAbschriftengeistlicherWerkeMozarts, die inMozartsunmittelbaremUmfeldentstandensind. EinGroßteil derAbschriften ist authentisch, d.h. von WolfgangAmadéMozart oder LeopoldMozart korri- giert und autorisiert und vonKopisten geschrieben, die nachweislich engmit denMozarts zusammengear- beitet haben.Darunter sindauchKopienvonWerken, die nicht primär für den SalzburgerDomentstanden sind, wie etwa eineAbschrift des derÜberlieferung nach für dasBenediktinerkloster Seeon (Oberbayern) komponierten Offertoriums „Inter natos mulierum“ KV72,wasvermuten lässt,dassLeopoldMozartauch für andereAufführungsorte entstandeneWerke seines Sohnes selbstverständlich für die liturgischeMusik amSalzburgerDomverwendete. Cliff Eisen hat die zunächst vonWalter Senn in derMusikaliensammlung des StiftesHeiligKreuz in Augsburg unddann vonManfredHermannSchmid in derMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter gefundenen und von Ernst Hintermaier identifizier- tenKopisten besprochen, die als verlässliche Zeugen 40WolfgangAmadéMozart am04.April 1781 an seinenVater in Salzburg. Ebd., Bd. 3, S. 102. 41Für die Recherchen zu diesem Kapitel stellte uns Ulrich Leisinger die entsprechenden Abschnitte des noch nicht fertigen, aber umso neuerenKöchel-Verzeichnisses zurVer- fügung,wofürwir ihmherzlich danken. einerAutorschaft derMozarts betrachtetwerden kön- nen.42Dabei handelt es sich in derHauptsache um MaximilianRaab, JosephRichardEstlinger undFelix Hofstätter, die zugleich und in erster Linie dieHaupt- kopisten des SalzburgerDombestandes in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertswaren. EinTeil dieser authentischenAbschriften des Salz- burgerDoms, die LeopoldMozart offensichtlich da- heimaufbewahrthatte,wurdennach seinemToddem KlosterHeiligKreuz inAugsburg zumGeschenk ge- macht (→S. 187).43Dass es sich bei diesenQuellen zweifellos um„Hofcopiaturen“ handelt, die aus dem Etat desHofes bezahlt wurden, hat schonErnstHin- termaier festgestellt.44 DieThese, die nachAugsburg gesendetenAbschrif- ten seien privateKopien der FamilieMozart gewesen, die gelegentlich vertretenwird45, wirdmanchmalmit demArgumentuntermauert, dass diese nicht vonEst- linger, der denCatalogusMusicalis bis 1791 führte, in den alten Katalogen eingetragen worden wären. Das ist korrekt: ImCatalogusMusicaliswurden nur jeneWerke nachgetragen, die nach 1787 durch neue Abschriften ersetztwurden.46Warumnicht alle am DomvorhandenenWerkeWolfgangAmadéMozarts 42Eisen, Cliff: „The Mozarts’ Salzburg Copyists: Aspects ofAttribution,Chronology,Text, Style, andPerformance Practice“, in:CliffEisen (Hrsg.):Mozart Studies, Oxford: Clarendon Press 1991, S. 253–299 nebst unpaginiertem Anhang, hier: S. 257–273. 43DasAugustiner-Chorherrnstift wurde 1932 von denDomi- nikanern übernommen. Im zweitenWeltkrieg wurde das Klostergebäude, in dem sich dasArchiv befand, zerbombt, dieQuellenwaren aber kurz vorher vonErnstFritz Schmid in dasAugsburger Stadtarchiv (D-Asa) ausgelagertworden und entgingen so derVernichtung.Heute befinden sie sich alsDepositum (D-Ahk) in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (D-As). Allerdings gingen einzelneMusikalien schon im19. Jahrhundert an dasGymnasiumSt. Stephan und von dort (aber auch aus dem Bestand des Klosters HeiligKreuz) anPrivatpersonen, sodass zumgegenwärti- gen Zeitpunkt nicht alle Quellen nachweisbar sind. Wir danken unseremKollegen ChristophGroßpietsch für die Klarstellung derBesitzverhältnisse. 44Keller/Kircher:ZwischenHimmel undErde, S. 145. 45Vgl. z.B.Walter Senn imVorwort zuSenn,Walter (Hrsg.): WolfgangAmadeusMozart.GeistlicheGesangswerke,Werk- gruppe I:Messen undRequiem,Abt.Messen, Bd. 2,Kassel u.a.: Bärenreiter 1975, (WolfgangAmadeusMozart. Neue Ausgabe sämtlicherWerke, I/1/Abt. 1/2), S.XVI. 46Vgl.Großpietsch, Christoph: „Mozart ausGattis Hän- den? Geplante Frühdrucke nach Salzburger Quellen“, in: EvaNeumayr/LarsE. Laubhold (Hrsg.):Keine Chance fürMozart.FürsterzbischofHieronymusColloredound sein letzter Hofkapellmeister Luigi Gatti (1740–1817). Symposi- umsbericht, Lucca: LibreriaMusicale Italiana 2013, (Veröf- fentlichungen zur SalzburgerMusikgeschichte, 10; zugl.Mu- sicologicaTransalpina, 2; zugl.Schriftenreihe desArchivs der Erzdiözese Salzburg, 12), S. 297–341, hier: S. 311–317. 111
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
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