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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Page - 325 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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7.2 DieBibliotecamusicale ‚G.Greggiati‘ inOstiglia verstorbenenBrudersGiuseppe, der alsDeutschlehrer ebenfalls inMantua lebte. Das Interesse der Erben ammusikalischenNachlass hielt sich anscheinend in Grenzen, denn dieser blieb nochmindestens bis Ende der 20er-Jahre des 19. Jahrhunderts unter der Ob- hut JoachimFuetschs in Salzburg50, bevor er an den SammlerGiuseppeGreggiati verkauftwerden konnte. Heute befindet er sich in derBiblioteca ‚G.Greggiati‘ inOstiglia.51 GiuseppeGreggiati (1793–1866)wurde 1793 inOs- tiglia geboren und kamaus einermusikbegeisterten Familie. Sowohl von einemOnkel als auch von einem Bruder haben sich kirchenmusikalischeKompositio- nen erhalten.Greggiati besuchte zunächst dasPries- terseminar inFerrara.Neben seinemPriesteramtwar er in der Folge Organist und Lehrer. Darüber hin- aus beschäftigte er sich intensivmit derMusik und hinterließ, als er 1866 inMantua starb, sowohl seine umfangreiche Sammlung –die nicht nur denNachlass LuigiGattis, sondern ca. 10 000Handschriften und Drucke vom14. bis ins 19. Jahrhundert sowie theo- retische Schriften und Libretti umfasste – als auch sein nicht unbeträchtlichesVermögen seinerGeburts- stadtOstigliamit denAuflagen, einerseitsKindern dieMöglichkeit einerMusikausbildung zu geben und andererseits dieMusiksammlung zu bewahren. Nebenden zahlreichenautographenPartiturenLui- gi Gattis aus seinemPrivatbesitz finden sich heute in der Biblioteca ‚G. Greggiati‘ auch Quellen, die bei der Inventur nachGattis Tod 1817 zu seiner pri- vaten Musiksammlung gezählt wurden, aber keine eigenhändigenAbschriften sind. In diesen treten die SchriftzügeMaximilianRaabs, JosephRichardEstlin- gers undFelixHofstätters, BenediktHackers und der Salzburger Schreiber 132 und 140, allesamt Schrei- ber, die ausgiebigst für dasDommusikarchiv kopiert haben, auf. EineBesprechung dieserAbschriften an der Schnittstelle zwischen Gattis privater Musika- liensammlung und der SammlungDommusikarchiv scheint daher angebracht. 50Hinweis darauf sinddie zahlreichenAbschriftenFuetschsvon WerkenGattis, die er für dieDommusik in den 20er-Jahren tätigte unddie ohneZugang zudenPartiturenGattis nicht möglich gewesen wären, z.B. jene derMissa S. Ruperti, →S. 189. 51Wir dankenAlessandroLattanzi (Pesaro) für denHinweis aufdiesenNachlass,die InformationendazuunddieHerstel- lung desKontakts undElisa Superbi (Bibliotecamusicale ‚G.Greggiati‘) für die Erlaubnis, dort zu recherchieren. JenerSalzburgerSchreiber,dessenSchriftmit zwölf Quellenamhäufigsten inderBiblioteca ‚G.Greggiati‘ erscheint, ist der Salzburger Schreiber 140 (vgl. auch S. 274), vondemwir anhand seiner in Salzburg erhal- tenenAbschriften bereits angenommenhatten, er ha- be engmitGatti zusammengearbeitet. Das bestätigt sich auch in der Sammlung ‚G.Greggiati‘.Während seineSchreiberzüge imDommusikarchiv auch inKom- positionen vonFranzXaverBrixi, AntonioCaldara, Johann Joseph Fux und anderen vorkommen, han- delt es sich bei den von Schreiber 140 in Ostiglia überliefertenWerkenmitAusnahme einesKyrie aus demRequiemNiccolò Jommellis um solche vonGatti oder anonymüberlieferte.Da keine dieserAbschrif- ten für den SalzburgerDomkopiertwurde und auch Art (zahlreicheMess-Einzelsätze) undBesetzung der Werke auf eine Verwendung in einem italienischen Kontext verweisen, deutet vieles darauf hin, dass sie ausGattis früher Zeit alsKirchenmusiker inMantua stammen.DemnachhätteSchreiber 140nichtnur eng mitGatti zusammengearbeitet52, sondern bereits in Mantua für ihnKopierarbeiten erledigt und ihn dann nach Salzburg begleitet. DieseThesewird durch das Datum„Die 22 ocbrij 1778“ unterstützt, das sich am Ende derPartitur einesDeProfundis a 4o concerto breve con stromti53 von der HandGattis findet, zu dem es auch Stimmen von Schreiber 140 gibt: Zu diesemZeitpunkt, der vermutlich denAbschluss der Kompositionbezeichnet, sollte es noch fast vier Jahre dauern, bisGatti seinenDienst in Salzburg antreten konnte. DieHand desKopisten 132 kommt, zusammenmit dervonJosephRichardEstlingerund jenerdesSchrei- bers 140, im Stimmensatz eines Requiems vor, das Alessandro Lattanzi alsWerkAntonCajetanAdlgas- sers identifizieren konnte.54Auch in Salzburg ist ein Stimmensatz diesesWerks von derHandEstlingers vollständig erhalten.55 ZuwelchemZweck fürGatti einweiterer Stimmensatz hergestellt wurde, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Estlinger schrieb auch eine Einzelstimme für das aus siebenMenuettenund einer 52Etwa gibt es an allenÜberlieferungsorten Stimmen, die von einemder beiden begonnen und vomanderen fortgesetzt wurden. 53I-OS,Mss.Mus. B 459. 54I-OS,MssMus-B 2149, org, cb, vc, va, cor 1, cor 2, ob 1, ob 2 von Schr. 132. 55A-Sd,A 4. 325
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
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