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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Page - 343 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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Förderer, der ihn1678 zumVize- und schließlich 1684 zumHofkapellmeisterernannte; fürdieFeierlichkeiten 1682anlässlichdes1100-jährigenJubiläumsderGrün- dung des Erzstiftes Salzburg schuf Biber die heute so genannteMissa Salisburgensismit demOffertori- um„Plaudite tympana“ zu 53 Stimmen, die zeitweise fälschlichOrazioBenevoli zugeschriebenwurde, was 1972 richtiggestellt werden konnte.12 Stand zunächst das Instrumentalwerk im Schaffensmittelpunkt Bi- bers, so trat in den beiden letztenLebensjahrzehnten in stärkeremMaße auch die großbesetzteKirchenmu- sik unddie theatralischeMusik für denHof und die Universität hinzu.13 Die Sammlung enthält 10Quellen zu ausschließlich kirchenmusikalischenWerkenBibers, wovon sieben Quellen aufgrund des Schreiberbefundes als authen- tisch einzustufen sind, derRest sind spätere, durchge- hend unvollständigeAbschriften zweierStabatmater (ChaB 50 u. 52). Unter den authentischen Quellen befindet sich auch das Titelblatt zur autographen Partitur derMissaAlleluia (ChaB1), die 1871 von SigismundKeller noch zitiertwurde, seither aber ver- schollen ist.14 Biber, Karl Heinrich (4.9.1681–19.11.1749), Sohn des Hofkapellmeisters H. I. F. Biber, wirkte spätestens als Siebenjähriger in Schuldramenpro- duktionen seines Vaters mit. Er besuchte ab 1693 das Universitätsgymnasium. Seine musikalische Ausbildung, die er zunächst überwiegend von seinem Vater erhalten haben dürfte, setzte er in Rommit demStudiumdesViolinspiels und derKomposition fort. Nach seiner Rückkehr wurde er imDezember 1704 als Ante-Camera-Diener undMusiker bei Hof angestellt, ab1707 ist seinekompositorischeTätigkeit nachweisbar. Eine weitere Studienreise führte ihn nach Wien. 1714 wurde ihm die seit Biechtelers Ernennung zumHofkapellmeister vakant gebliebene Position desVizekapellmeisters zugesprochen.Nach Biechtelers Tod rückte er 1743 zum wirklichen 12Hintermaier: „Missa Salisburgensis“. 13Hintermaier:Katalog (1992), S. 177f. 14Chafe:TheChurchMusic of Heinrich Biber, S. 531. Eine Stimmenabschrift ist indenMusikalienbeständendesStiftes Kremsmünster erhalten geblieben, nach der dieKomposi- tion in einer Erstausgabe ediertwurde:Biber,Heinrich Ignaz Franz; Jaksch,Werner (Hrsg.):MissaAlleluia à 26 in concerto, Stuttgart: Carus 1995. Hofkapellmeister auf, drei Jahre späterwurde er zum Truchsess ernannt.15 DasDommusikarchivverwahrtStimmenabschriften undAutographe zu etwasmehr als 100 kirchenmu- sikalischenWerken Bibers. Darunter befinden sich über 30Kirchensonaten (ca. einDrittel des heutigen Gesamtbestandes), 19Messen, 12 Litaneien, je vier Vespern undTeDeum, mindestens neunRegina coeli und verschiedene andere kleinereWerke (→ S. 259). Biechteler von Greiffenthal, Matthias Sieg- mund (um1668–27.8.1743), besuchte ab 1684 das LyzeumderUniversitätGraz, wo er als Sänger bei der Aufführung von Schuldramen mitwirkte. 1687 immatrikulierte er sich an derUniversität Salzburg, bereits imdarauffolgenden Jahrwurde er alsHofmu- siker (vermutlich Sänger) undAnte-Camera-Diener angestellt und auf Kosten Fürsterzbischof Johann ErnstGrafThuns imLautenspiel ausgebildet. 1702 ist er als Gesangslehrer amKapellhaus nachgewie- sen, 1703wurde er zumHofvizekapellmeister bestellt, 1706 nach zweijährigerVakanz alsNachfolgerH. I. F. Bibers zum Hofkapellmeister ernannt. Auf sein ei- genesAnsuchen hinwurde er 1723 vonKaiserKarl VI. in denAdelsstand erhoben und 1726 vomFürst- erzbischof zumTruchsess ernannt.16Abgesehen von einigen Stücken für Laute ist Biechtelers weltliches Schaffen, daruntermindestens 36Bühnenmusiken für dasUniversitätstheater, verschollen.17DergrößteTeil seiner geistlichenKompositionen hat sich inmehr als 130 Abschriften im Dommusikarchiv erhalten, die viele autographeEintragungen enthalten; anders als beiKarlHeinrichBiber existiert allerdings keine au- tographe Überlieferung von Biechtelers Werk. Die MusikeinlagenBibers zumDramaLibertas Romana filiciter captiva vonP.Coelestin Leuthner haben sich ebenfalls erhalten (A 1265).18 Bischoffsky,JohannPaulKarl (um1716–1762), ab 1726 ander SalzburgerUniversität immatrikuliert, 15Hintermaier:Die SalzburgerHofkapelle, S. 29–32;Hoch- radner: „ZwischenHöhepunkten“, bes. S. 236–238. 16Hintermaier:Die SalzburgerHofkapelle, S. 33–38;Hoch- radner:Matthias SiegmundBiechteler, zurBiographiebes. Teil I, Kapitel II, S. 34–91. 17Hochradner:Matthias Siegmund Biechteler, bes. Teil I, S. 92–95. 18Hintermaier: „NeueQuellen zumSalzburgerBenediktiner- drama“. 343
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
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