Page - 345 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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trat er in dieBenediktinerabteiHeiligKreuz beiDo-
nauwörth ein, wo er 1784 die Priesterweihe erhielt.
Caecilius, J. (19. Jh.), ansonstenunbekannterAu-
tor einer Sammlung vonVILitaniae breves / B.M.
V. / a / quatuorVocibus, II Violinis, Viola /Organo
conViolone / [. . . ]/Comp:P. J. s / Salisburgi 1840,
aus der dieNummern 2, 4, 5 und 6 inEinzelabschrif-
tenvongleicherHand imDommusikarchivüberliefert
sind.
Caldara,Antonio (ca. 1617–1736)26,wurde inVe-
nedig geboren undwar dortmit großerWahrschein-
lichkeit SchülerGiovanniLegrenzis.NachFortsetzung
seiner Studien inRomwurde er um1700Kapellmeis-
ter inMantua, nach 1707war er imDienste desPrin-
zenFrancescoMariaRuspoli inRom.ErsteKontakte
zuSalzburgdürfteCaldara imSommer1712geknüpft
haben, denn die Solokantate für Alt „Quegl’ occhi
vezzosi“ entstand vermutlich auf der Rückreise von
Wien nach Rom in Salzburg. Als er 1716 als Vize-
kapellmeister in die Dienste des Kaiserhauses trat,
führte ihn seinWegwiederumüber Salzburg,wo er
am13. Juni dasFestspiel Il Giubilo della Salza auf-
führte. InderFolge lassensichzwischen1717und1728
22Opern undOratorien vonCaldara nachweisen27,
die amSalzburgerHof entweder alsUraufführungen
oder alsWiederholungen vonWienerAufführungen
gegebenwurden, bei neunweiterenWerkenwerden
SalzburgerAufführungen vermutet.AnKirchenmusik
vonCaldarahabensichdaseinzigevollständigeExem-
plar eines Stimmendrucks von 1715mitWidmung an
PietroOttoboni undüberdies 13Messen, dreiVesper-
kompositionen (dreiDixit Dominus, dreiMagnificat)
und neunOffertorien erhalten.28 Für ein Fragment
einerweiterenMesse (A 1614) ist aufgrund einer (al-
lerdingsnicht gänzlich zweifelsfreien)Zuordnungüber
die ältestenBestandskataloge ebenfalls Caldara als
Autor anzunehmen.
Carretti,GiuseppeMaria (1690–1774), ab 1717
Sänger und ab 1756 Kapellmeister derAccademia
26Hintermaier: „Caldara“.
27Rainer: „Caldara und Salzburg“, S. 55.
28Die unter A 218 überlieferten Dixit und Magnificat-
VertonungenvonCaldara,vondenenletzteresvonJ.S.Bach
kopiert undbearbeitetwurde (BWV1082),werden zurZeit
für die Publikation in denDenkmälern derMusik in Salz-
burg vorbereitet. Filarmonica Bologna.29 Unter seinem Namen sind
zweiDixit Dominus (A 222,A 720) in der Sammlung
überliefert.
Casali, GiovanniBattista (ca. 1715–1792),Mit-
glied derAccademia Filarmonica inBologna, ab 1759
Kapellmeister an der Lateranbasilika inRom. InPar-
tituren nicht-salzburgischer Provenienz sind imDom-
musikarchiv zwei Messen (A 214, A 215) von ihm
erhalten, von denen offenbar nur die doppelchörige
Messa a 8oConcertata, die von JosephRichardEst-
linger umStimmen ergänzt und imCatalogus30 ver-
zeichnetwurde,EinganginsRepertoirederDommusik
gefunden hat.
Casini, Giovanni Maria (1652–1719), Organist
undKomponist in Florenz.Unter seinemNamen ist
ein solistisch besetztesOffertorium für vier Singstim-
men undOrgel in Salzburger Abschrift vorhanden,
das demMaterialbefund nach nicht der Dommusik
zuzurechnen zu sein scheint, das aber nach 1817 von
Fuetsch indenBestandderDommusikmit aufgenom-
menwurde.31
Cazzati,Maurizio (1616–1678), war nach seiner
Priesterweihe 1641alsKapellmeister in verschiedenen
oberitalienischenStädten tätig. 1657übernahmerdie
angeseheneKapellmeisterstelle an der Basilika San
Petronio inBologna.Nach seinemheute in Salzburg
nichtmehr nachweisbarenDruckMotetti a otto voci,
Bologna1669, op. 52, fertigte JohannJakobRott zwi-
schen 1725 und 1766 zahlreiche Stimmenabschriften
an.
Chiesa,Melchiorre (1716–1783), war inMailand
als Komponist, Kapellmeister undMusiker an ver-
schiedenenKirchen tätig. 1771war er zweiterCemba-
list bei derAufführung vonW.A.MozartsMitrida-
te.32DieAbschrift einer Sinfonie von seinerKomposi-
tion, die sich von derHand Johann JakobRotts im
Dommusikarchiverhaltenhat (A816), stammt jedoch
bereits aus den 40er-Jahren des 18. Jahrhunderts.
29Eitner:Lexikon derMusiker undMusik-Gelehrten, Bd. 2,
S. 345.
30Catalogus „Gatti“, S. 20;Catalogus „Archivium“, S. 12.
31Catalogus „Gatti“, S. 14;Catalogus „Fuetsch“, S. 22.
32MGG2, Personenteil, Bd. 4, Sp. 931–933.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Title
- Musik am Dom zu Salzburg
- Subtitle
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Authors
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Publisher
- Hollitzer Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Size
- 21.0 x 30.2 cm
- Pages
- 432
- Category
- Kunst und Kultur