Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Page - 347 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 347 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Image of the Page - 347 -

Image of the Page - 347 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Text of the Page - 347 -

eher aus einempfarrlichenUmfeld (Mattsee) aus der erstenHälfte des 19. Jahrhunderts stammen.38 Eberlin, JohannErnst (27.3.1702–21.6.1762), in Jettingen bei Burgau (Schwaben) geboren, kam nach seiner Schulzeit am jesuitischen St. Salvator- Gymnasium inAugsburg imJahr1721nachSalzburg, umanderBenediktineruniversität zu studieren. 1722 bis 1723 war er drei Semester lang inskribiert, oh- ne anscheinend eine einzige Prüfung abzulegen. 1726 übernahmer die vierteHoforganistenstelle des jung verstorbenenF.X.Neymiller. Nachdemer sukzessi- ve in die Positionen verstorbenerHoforganisten auf- gerückt war, wurde ihm 1742 das Amt des ersten Hoforganisten zuteil. Die 1743 bereits beschlossene Beförderung zumVizekapellmeister blieb nach dem Anerbieten des ohne weitere Gehaltsforderung39 in diesePosition strebendenG.Lolli zunächst aus. Statt- dessen erhielt Eberlin nach demTodK. H. Bibers und unter Übergehung Lollis 1749 die Anstellung alsHofkapellmeister. SeineErnennung zumTitular- Truchsess 1754 zeigt dieWertschätzung, die Eberlin alsMusiker undKomponist in Salzburg genoss.40 JohannErnst Eberlinwar ein äußerst produktiver und vielseitigerKomponist: Er schriebmindestens 58 Messen, 10Requien, 43Litaneien, zahlreicheVespern, 160Propriums-Kompositionen,MarianischeAntipho- nen und andereMusik für religiöse und liturgische Anlässe und trugmehr als jeder andereKomponist des 18. Jahrhunderts zurRepertoireerneuerung bei, die sich ab den 20er-Jahren des 18. Jahrhunderts am SalzburgerDomvollzog.Darüber hinaus schuf er In- strumentalkompositionen,Opern undOratorien für den erzbischöflichenHof und zahlreiche Schuldramen für das SalzburgerBenediktinertheater.Mehr als 230 Werkeinträge imCatalogusMusicalisundbeinahe250 Werke inMaterialien desDommusikarchivs bezeugen seineTätigkeit für die SalzburgerDommusik. Eitzenberger, Joseph (28.4.1802–8.3.1881)41, komponierte bereits als Domsingknabe ein „Salve Regina et Alma Redemtoris [sic!]“ (A 1395), das 38Vgl.MGG2, Personenteil, Bd. 5, Sp. 1416–1419. 39Lolli stach Eberlin mit demAngebot aus, diese Funktion ohneAufbesserung seinesGrundgehaltes von 25Gulden zu versehen.Hintermaier:DieSalzburgerHofkapelle, S. 233f. 40Ebd., S. 75–80. 41Angermüller: „Denkbuch“, S. 572,Anm. 425. sich wohl in der Sammlung J. B.Weindls imDom- musikarchiv erhalten hat. Nachdem er laut eigenen Angaben acht Jahre lang Chorregent der Kirche Maria amGestade inWien gewesenwar, bewarb er sich sowohl umdieNachfolgeAndreasBrunnmayrs als auch um die Joseph Höß’ als Domorganist, allerdings beideMale erfolglos.42Der „Weltpriester“ Eitzenbergerwurde zu einemunbekannten Zeitpunkt nach 1842 außerordentlicher Beitragsleister des Dommusikverein undMozarteums43 und am1.1.1847 alsOrganistwirklicherausübenderMusiker imVerein. Zu diesemZeitpunkt ist er Chorvikar, wohnhaft in derGetreidegasse 232 (heuteUniversitätsplatz 7).44 Auf demTitel eines von ihmkomponierten und im StiftsarchivMattsee überliefertenTantum ergo ist er 1865 als „Dom=Chor=Vic. Reg. em.“45 ausgewiesen. Endholzer, Ulrich (1751–1790)46, erhielt ersten Musikunterrichtvermutlich in seinemGeburtsortRat- tenberg (Tirol) von seinemTaufpaten, demLehrer undOrganisten JacobDaburger. 1770 trat er in das Kloster derAugustiner-Eremiten inMülln (Salzburg) ein, wo er 20 Jahre später als „Sacristan“ (Mesner) und Chorregent starb. 1785 veröffentlichte er eine SammlungvonsechsLandmessenundeinemRequiem, in derenVorrede er erwähnte, dass er „den grossen Meister in der Tonkunst S.T. Herrn Michael Hay- den [!]; hochfürstl. Salzb. Konzertmeister etc. als Ueberseher und Beurtheiler an der Hand [gehabt] hätte“47. Im Dommusikarchiv haben sich zwei sei- ner Kompositionen erhalten: einRegina coeli in B (A1445)sowieeinDeutschesMagnificat inD(A1688), das denBesitzvermerk desKirchenchorsMülln trägt und in der Literatur bisher unbekanntwar.48 42Vgl. die Bewerbung Eitzenbergers als Domorganist vom 4. Jänner 1832 (AES, Akten Dommusikverein und Mo- zarteum,AT-AES-1.2.AXd 265). 43Angermüller: „Denkbuch“, S. 549. 44Ebd., S. 542. 45Tantum ergo in D.dur / zu vier Singstimen und Orgel / gesetzt / und demDom=Musik=Chore / gewidmet / von / Joseph EitzenbergerMp /Dom=Chor=Vic. Reg. em. / Salzburg 1865.A-MS, 458,RISM-Nr. 600054838. 46Zur Biographie sieheMünster, Robert: „P. Ulrich End- holzerOESA (1751–1790) ausRattenberg: Ein Salzburger Komponist derMozartzeit“, in:Mitteilungen derMozart- Gesellschaft Zürich, 21 (Dezember 2011), Nr. 35, S. 18–28. 47Ebd., S. 22. 48Vgl.Werkverzeichnis ebd., S. 27f. 347
back to the  book Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult"
Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musik am Dom zu Salzburg