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Personenverzeichnis
Estlinger, Joseph Richard (1720–1791),
→ S. 261
Ett,Caspar (1788–1847),bekamseinenerstenMu-
sikunterricht als Singknabe in derBenediktinerabtei
Andechs, wo er bereits erste Kompositionsversuche
unternahm. 1816wurde er zumOrganisten der St.-
Michaels-Hofkirche inMünchen ernannt. Er beschäf-
tigte sich intensivmit den IdeenAbbéVoglers und
unterrichtete zahlreiche Schüler, darunter LudwigBo-
de, Karl Greith und Franz Lachner.49 Von seinen
über 300Kompositionenhaben sich zweiProprien im
Dommusikarchiv erhalten.
Finger, Gottfried (um 1660–1730), war alsMu-
siker in weiten Teilen Europas tätig: Geboren ver-
mutlich inOlmütz,Mähren, hielt er sich zunächst in
München auf undwirkte ab 1687 alsMusiker in der
Hofkapelle James II. in London. Auch nach dessen
Flucht veröffentlichte er zahlreiche Notenausgaben,
schriebTheater- und Instrumentalmusik. Späterwirk-
te er inBreslau und Innsbruck, seineWerkewurden
aber auch inBerlin aufgeführt. Als Konzertmeister
dürfte er demHof auch nachHeidelberg undMann-
heim gefolgt sein, wo er 1730 starb.50Von ihm erhal-
tenhat sich imDommusikarchiv lediglich eineSonata
à. 6. Instrumenti. Clarino. 1. Clarino. 2. Violino. 1.
Violino. 2. Viola et Basso Continuo. (A 818).51
Fischietti,Domenico (um1725–nach1823).52Fi-
schiettisVater,Giovanni Fischietti (1692–1743), war
OrganistderköniglichenKapelle inNeapelundvertre-
tungsweiseOrganist amConservatoriodiSantaMaria
di Loreto.Die erhoffteNachfolge andiesemConserva-
torio schlug jedoch fehl, da sieNicolaPorpora erhielt.
Sein Sohn, Domenico Fischietti, studierte amCon-
servatorio Sant’Onofrio bei Leo Leoni undFrancesco
Duranteund stellte sich 1742 erstmals amTeatroFio-
rentinimitL’Armindo vor. NachErfolgen inNeapel,
Palermo und Piacenza gelang es ihm, imKarneval
1754mitLo speziale (1. Akt vonV. Pallavicini) in
49MGG2, Personenteil, Bd. 6, Sp. 549–551.
50MGG2, Personenteil, Bd. 6, Sp. 117.
51Finger,Gottfried;Hochradner,Thomas (Hrsg.):Sonata
a sei instrumenti (2 Clarini, Timpani, 2Violini, Viola e
Basso continuo), Salzburg: Selke 2002, (Denkmäler der
Musik in Salzburg, 11).
52Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 117–127. Venedig Fuß zu fassen und inVerbindungmitCarlo
Goldoniweitere großePublikumserfolge zu erzielen.
Neben Baldassare Galuppi und Giuseppe Scarlatti
trugFischietti zurwachsendenBeliebtheit derOpera
buffawesentlich bei. Von seinenOpern nachTexten
Goldonis erreichtenLo speziale,La ritornata di Lon-
dra, Ilmercato diMalmantileund Il signor dottoredie
größtenErfolge undmachten ihn an zahlreichenFürs-
tenhöfenbekannt.Er schloss sich daraufhin reisenden
Operntruppen (GaetanoMolinari 1762 undGiuseppe
Bustelli 1764 inPrag) an, bis er 1766 inDresden als
Hofkapellmeister eine festeAnstellung fand.Damit
war erNachfolgerHasses, dessenKapellmeisterposten
bis dahin unbesetzt gebliebenwar. Seine Aufgaben
bestanden in derwechselndenBesorgung derDresd-
nerKirchenmusik, gemeinsammitGeorgSchürer und
JohannGeorgNaumann, und imOperndienst. Für
diesen schuf Fischietti allerdings keine neuenKom-
positionen, sondern beschränkte sich aufWerke, die
seinenRuhmbereits begründeten.Nachdem seinVer-
trag in Dresden Ende April 1772 ausgelaufen war,
unter anderem,weil „von demCapell-Meister Fischi-
etti wenig neues zu erwarten“53 gewesen sei, bewarb
er sich in Salzburgmit jenerProbemesse, die er aller
Wahrscheinlichkeit nach bereits inDresden vorgelegt
hatte, undwurde noch im selben Jahr alsHofkapell-
meister angestellt. Bereits 1775 reiste er nachNeapel
ab, wo am 4. November die erste Aufführung sei-
nerOperNitetti stattfand.54Für Salzburg dürfte er
drei Serenadenbzw.Opern, darunterGli orti esperidi
(1775), geschrieben haben. EineAufführung derOper
Talestri ist für 1773 am Hoftheater belegt. Neben
derProbemesse sind vonFischietti in der Sammlung
lediglich zweiDixitDominus, einMagnificat, vierVes-
perpsalmen, zwei Offertorien, eine Litanei und ein
Regina coeli überliefert.
Fuetsch, Joachim Joseph (12.8.1766–4.5.1852),
trat 1775 ins Salzburger Kapellhaus ein, wo er ne-
ben seinerAusbildung zumKapellknaben auch den
Unterricht JosephHafeneders undLeopoldMozarts
im Violinspiel genoss. Nach dem Stimmbruch und
demAustritt aus demKapellhaus verlegte er sich ab
1784 auf das Spiel desVioloncellos, das er zunächst
53Poppe: „Dienstordnung“, S. 222.
54MGG2, Personenteil, Bd. 6, Sp. 1275–1278;Hintermaier:
Die Salzburger Hofkapelle, S. 117–127.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Title
- Musik am Dom zu Salzburg
- Subtitle
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Authors
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Publisher
- Hollitzer Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Size
- 21.0 x 30.2 cm
- Pages
- 432
- Category
- Kunst und Kultur