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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Page - 350 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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Personenverzeichnis Gänsbacher, JohannBaptist (1778–1844), war mitCarlMaria vonWeber undGiacomoMeyerbeer befreundet und Schüler Abbé Voglers und Johann GeorgAlbrechtsbergers. Ab 1824war erKapellmeis- ter in St. Stephan (Wien) und komponierte in dieser Funktion zahlreiche kirchenmusikalischeWerke, die bis zumAnfangdes 20. Jahrhunderts zumRepertoire vieler Kirchenchöre im süddeutsch-österreichischen Raumgehörten.70 InderReiheAderSammlungDom- musikarchiv ist er lediglichmit dreiKompositionen vertreten. Gatti, Luigi (7.10.1740–1.3.1817)71, in Lazise am GardaseealsSohneinesOrganistengeboren,besuchte inMantuadasPriesterseminarundwidmete sichnach seinerWeihe überwiegend derMusik. 1768wurde sei- ne erste Oper aufgeführt, im gleichen Jahr erhielt er eineAnstellung als Tenorist derHofkirche Santa Barbara. Ein Jahr darauf wurde er zweiter Kapell- meister derReale Accademia di Scienze, Lettere ed Arti, inwelcher Funktion er im Jänner 1770mit dem 14-jährigenW.A.Mozart zusammentraf. Zahlreiche Kompositionen konzertanter undmusiktheatralerArt festigten in den folgendenJahren seinenRuf alsKom- ponist.Mit einerKantate für den 1777 zumBischof vonOlmütz gewähltenAntonTheodorGrafCollore- do (1729–1811), CousinFürsterzbischofHieronymus Colloredos, dürfte Gatti in das Blickfeld des Salz- burger Fürsterzbischofs geraten sein, der daraufhin AntonTheodor bat,Gatti für das vakanteAmtdes SalzburgerHofkapellmeisters zu gewinnen.72Gatti, der dasAngebot zunächst ablehnte, wurde 1779 zum Vizekapellmeister an SantaBarbara ernannt und fei- erte weitere Bühnenerfolge. 1781 wurde amTeatro alla Scala inMailand das vonGatti gemeinsammit Pasquale Anfossi auf einen Text Metastasios kom- ponierteOpernpasticcioAntigono aufgeführt. ImFe- bruar 1781 unterzeichneteGatti seinenVertragmit FürsterzbischofHieronymusColloredo, trat die Stelle als neuer Salzburger Hofkapellmeister aber erst im Juli 1782 an. Gatti oblag in Salzburg die Leitung derHofmusikkapelle beim „KirchenDienst [...] wie 70MGG2, Personenteil, Bd. 7, Sp. 498–501. 71Das Folgende nach Hintermaier/Laubhold/Neumayr: „Luigi (MariaBaldassare)Gatti“. 72ZudenUmständen vonGattisAnstellung in Salzburg aus- führlich:Lattanzi: „LuigiGatti andAntonTheodorCollo- redo“. nichtminder die Kammer oder andereMusique“73, aber auch die Führung desMusikalienarchivs derKa- thedralkirche. Auf sein Anstellungsdekret geht die Anfertigungder ältesten erhaltenenBestandskataloge zurück. Sein direkterAnteil an derHerstellung die- ser Inventarewurde lange überschätzt, imCatalogus „Gatti“ nahmereigenhändignichtmehrals 18Einträ- ge vor.Den imAnstellungsdekret vorgeschriebenen Unterricht imKapellhaus erteilteGatti erst ab dem Jahr 1796.Während seinerDienstzeit lassen sich in Salzburg „auffallendwenigemusiktheatrale Produk- tionen unter Beteiligung Gattis nachweisen“74, der größteTeil des bekannten Schaffens liegt imBereich der Kirchenmusik und ist imDommusikarchiv mit über 100Werken überliefert. Von Gattis nicht für die Kathedralliturgie geschaffenenWerken – neben Kammermusik auch einige großformatige oratorische Werke geistlichen Sujets aus seinem siebtenLebens- jahrzehnt – hat sich in Salzburg nahezu nichts er- halten. Seinmusikalischer Nachlass gelangte in die Biblioteca musicale ‚G. Greggiati‘ in Ostiglia nahe Mantua (→ S. 324). Ghizzolo, Giovanni (2. H. 16. Jh., Brescia–um 1625,Novara),Kirchen- undMadrigalkomponist, in dessenWerk sowohlder tradierteStil des 16. Jahrhun- derts als auch der neuemonodische und konzertante Stil der ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts Platz findet.75 Gitzl, Johann (19. Jh.),Organist derMüllnerKir- che76, in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts aus- hilfsweise als Organist am Salzburger Domnachge- wiesen.77 Gruber, Franz Xaver (1787–1863), wurde in Hochburg-AchalsSohneinesWebersgeborenundsoll- 73Zit. nachHintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 134f. 74Brandenburg, Irene: „LuigiGatti unddie Sänger der Salz- burgerHofmusik zur ZeitColloredos“, in:EvaNeumayr/ Lars E. Laubhold (Hrsg.): Keine Chance für Mozart. FürsterzbischofHieronymusColloredo und sein letzterHof- kapellmeister LuigiGatti (1740–1817). Symposiumsbericht, Lucca: LibreriaMusicale Italiana 2013, (Veröffentlichun- gen zur SalzburgerMusikgeschichte, 10; zugl.Musicologica Transalpina, 2; zugl. Schriftenreihe des Archivs der Erzdiö- zese Salzburg, 12), S. 179–200. 75Hintermaier:Katalog (1992), S. 178. 76Walterskirchen: „Zur Baugeschichte der Pfeilerorgeln“, S. 24. 77AES,Dommusikverein undMozarteum,AT-AES-1.2.AXd 263. 350
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Title
Musik am Dom zu Salzburg
Subtitle
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Authors
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Publisher
Hollitzer Verlag
Location
Wien
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Size
21.0 x 30.2 cm
Pages
432
Category
Kunst und Kultur
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