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Personenverzeichnis
Lambach als nicht hinreichend gewürdigt empfand97,
verblieb er insgesamt etwa 25 Jahre in diesemDienst,
bevor er Lambach 1721 verließ und in seineGeburts-
stadt Salzburg zurückkehrte.Dass er seit diesemJahr
bis zu seinemTod 1731 alsDomstiftsorganist gewirkt
habe98, wird neuerdings bezweifelt, da dieNachfolge
des imApril 1721 verstorbenenDomstiftsorganisten
MatthäusGuglvonFranzXaverNeymillerangetreten
worden sei. Stattdessenhabe sichHochreiter 1724um
dieVertretungderebenfallsvonNeymillerversehenen,
wegendessenAusbildungsreisenachWienaberde fac-
to vakantenOrganistenstelle an derPriesterhauskir-
che (Dreifaltigkeitskirche) beworben, die er nachNey-
millersAufnahme in den besoldetenHofdienst 1725
auch erhielt.99Ein vermutlich in den 1960er-Jahren
aus denBeständen desDommusikarchivs entwende-
tesOrgelstimmbuch von derHandHochreiters, das
jüngst aus demantiquarischenHandel wieder für die
Sammlung erworbenwerden konnte (A 1252), legt je-
doch nahe, dassHochreiter tatsächlich dieChororgel
imPresbyteriumdesDomes anvertrautwar.
Hofer, Andreas (um 1629–1684), Komponist
geistlich-liturgischerMusik.Hofer erhielt seine theo-
logische undmusikalischeAusbildung imBenedikti-
nerstift St. Lambrecht in der Steiermark undwurde
1653 dort zumPriester geweiht. Er studierte an der
Salzburger Universität und wurde 1654 zumDom-
chorregenten undVizekapellmeister, 1679 zumHof-
kapellmeister ernannt.100 1654 und 1677 trat ermit
umfangreichen Sammlungen hervor, den Salmi con
una voce a doi Violini, e Motetti con e senza Vio-
lini (RISM-Nr. H 5735) bzw. demVer sacrum seu
Flores Musici (RISM-Nr. H 5736); handschriftlich
haben sich Werke im mehrchörigen großbesetzten
vokal-instrumentalenKirchenstil erhalten.Viele der
imDommusikarchivunterHofersNamenüberlieferten
Werke sind als Fehlzuschreibungen einzustufen.
Hoffmann, JohannAloys (1780–1848), geboren
inRegensburg, war ab 1808Hofkaplan in Salzburg,
97Vgl. die diversen Beschwerdeschreiben Hochreiters.Dein-
hammer:Hochreither, S. 94–125.
98Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 174f.
99Deinhammer:Hochreither, S. 66f.mitVerweis auf „Konsis-
torialarchiv Salzburg, 10/86“.
100Barndt-Webb,MiriamW.:Andreas Hofer. His life and
music (1629–1684), Dissertation,University of Illinois at
Urbana-Champaign,Urbana (Ill.) 1972. später Domkustos undMitglied des Konsistoriums
undwurde 1835Weihbischof undTitularbischof von
Dulma.
Hofmann, Leopold (1738–1793), war zunächst
Kirchenmusiker inWien undbereits alsKomponist
von Symphonien,Konzerten und geistlichenWerken
bekannt, als er seinemLehrerWagenseil auf demPos-
ten desHofklaviermeisters folgte. 1772wurde er als
NachfolgerGeorgReuttersKapellmeister zu St. Ste-
phan. IndiesemAmtwurde ihm1791WolfgangAma-
déMozart als Adjunkt zur Seite gestellt.101VonHof-
mannhaben sich imDommusikarchiv zweiMessen in
zeitgenössischen SalzburgerAbschriften erhalten.
Höß, Joseph (25.3.1778–25.12.1831), wurde, nach-
dem er bereits vor 1813 aushilfsweise alsOrganist im
Domtätig gewesenwar, ab1818offiziell alsDomorga-
nist angestellt.102Mitte der 20er-Jahre des 19. Jahr-
hunderts ist er mit einer Messe, einer Litanei und
einemRequiemmit auffallend großerOrchesterbeset-
zung inderSammlungvertreten (A1161,A1162und
A1167).
Ißlinger, Marcellus (1617–1672)103, in Reichen-
hall geborenerKomponist und seit 1639Domstifts-
organist in Salzburg; bisher konnten von ihm nur
zwei Kompositionen in Andreas Hofers Sammlung
von 1654 nachgewiesenwerden.
Ivanschiz, Amand (um 1727–1758), trat in sei-
nemGeburtsortWiener Neustadt in den Pauliner-
Orden ein und erhielt dort 1744 die niederenWei-
hen. 1749 ebendort zumSubdiakon, 1750 zumDia-
kon und schließlichPriester geweiht, ist seinweiterer
Lebenswegnichtdurchgehendbelegt. 1756–1758wirk-
te er nachweislich imPauliner-KlosterMaria Trost
bei Graz. In einem Testament seines Vaters vom
29.12.1762 ist er nichtmehr unter dessen lebenden
Verwandten genannt.104Dagegen soll er noch 1785
von den Grazer Jesuiten „pro 5 lytaniis et uno sa-
cro cantato“ bezahlt worden sein; ein im Oktober
1776 in denAkten desKlostersMariaTrost genann-
ter PaterAmandus kann jedoch nichtmit Sicherheit
101MGG2, Personenteil, Bd. 9, Sp. 150–152.
102Hintermaier: „DieOrganisten amSalzburgerDom“, S. 48.
103Hintermaier:Katalog (1992), S. 179.
104Flotzinger:OEMLonline.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Title
- Musik am Dom zu Salzburg
- Subtitle
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Authors
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Publisher
- Hollitzer Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Size
- 21.0 x 30.2 cm
- Pages
- 432
- Category
- Kunst und Kultur