Page - 366 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Image of the Page - 366 -
Text of the Page - 366 -
Personenverzeichnis
sich in überwiegend süddeutschen Archiven erhal-
ten.188 Aus der Hand des Stadtpfarrchorregenten
F. d. P. J. Weindl ist eine Deutsche Messe „vom
Doktor Schubauer“ (A 1645) im Dommusikarchiv
überliefert.
Schorn, Johann Joseph (1684–1758), Sohn des
Geigenbauers Johann Schorn, war von 1715 bis 1758
als Violoncellist in der Hofmusikkapelle angestellt,
war jedoch auch alsViolinist tätig.189
Schorn JohannPaul (1682–1758), war ebenfalls
ein Sohn desHoflauten- undGeigenmachers Johann
Schorn undwar zunächstGeigenbauer in Innsbruck,
dannViolinist an der Pfarrkirche in Hall. 1704 bis
1758 war er als Hofviolinist in Salzburg angestellt.
Danebenwar er alsGeigenbauer undKomponist ak-
tiv.190
Seelos, Jakob
• d.Ä. (ca. 1728–1798),Domchoralist (Tenor) ab
1754. SeinName taucht zwischen 1752 und 1754
unter den Ausführenden in mehreren Libretti
Salzburger Schuldramen auf.191
• d.J. (ca. 1755–?), Domchoralist (Tenor) ab 1777
bis nach 1806.
Für siebenMaterialien der Sammlung konnte einBe-
sitzvermerk „in usumJacobi Seelos /E:M: S:Chora-
listae“ (oder ähnlich lautend) nachgewiesenwerden,
was die Vermutung nahelegt, dass wenigstens einer
der beiden (in jedemFall J. S. d. Ä.) neben seinen
DienstenalsDomchoralist inanderenSalzburger Insti-
tutionen an dermusikalischenOrganisation beteiligt
war. In einemFall hat sich ein J. Seelos als Besitz-
nachfolger Leopold Lills (s. S. 357) vermerkt192, aus
dessenBesitzvermerkenwiederum eineVerbindung
zumLoretokloster ersichtlichwird. FürVital Seelos
(1760–1835) ist verbürgt, dass er sich 1786 um eine
Stelle als Stadtpfarrsinger bewarb.193Erwurde ein
188MGG2, Personenteil, Bd. 15, Sp. 70f.
189Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 388f.
190Ebd., S. 390f.
191A-Sfr, 88/55.16 sowie ebd. ohne Signatur RISM-Nr.
653005723, 653005722, 653005719.
192A1378: auf demTitelblatt „InUsumLeopoldi / Lyll E:M:
Salis: /Choralista“, von andererHand ergänzt um„nunc
vero sumJacobi Seelos /Eu:M: Salis: Choralistae“.
193AES,Altbestand,AT-AES 1.2.5/25/14, zit. nachNeumayr/
Laubhold: „Kirchenmusik amSalzburgerDom“, S. 44. Jahr später alsDomchoralist angestellt undbliebdies
anscheinend bis zu seinemTod.194
Seidel, Ferdinand (Methusalem) (1705–1773),
erlernte dasViolinspiel bei N. Rosetti inWien und
wurde 1745 Salzburger Hofkonzertmeister undHof-
komponist, welcheÄmter er bis zu seinemTod, spä-
testens aber ab 1769 nur mehr nominell ausgeübt
habendürfte.195DaSeidel „nur für dieKammer com-
ponirt“196 hat, sind seineWerke großteils verschollen.
NebeneinerParthia imArchivdesBenediktinerstiftes
Lambach197 hat sich imSalzburgerDommusikarchiv
eine Sinfonia / a / 2 Violini / e / Organo / Del
Sig[nore]Seidel (A821)deshalb erhalten,weil sie von
Giuseppe Lolli alsKirchensonate adaptiert und offen-
bar unter desKomponisten sowie LeopoldMozarts
Beteiligung auch aufgeführtworden ist.
Serta, Johann Petrus Virgil (um 1698–
17.5.1729), war ab 1722 Kammerdiener und
spätestens zu dieser Zeit auchHofviolinist. 198Eine
Sonata / a / 2 Violini / e / Organo (A 820) mit
unklarer Autorangabe könnte von ihm stammen.
Im Jahr 1719war ein Pietro Serta imOspedale dei
Derelitti inVenedig alsViolinlehrer angestellt199; ob
diesermit demhierBeschriebenen identischwar, ist
unbekannt.
SingerOFM,P.Peter (18.7.1810–25.1.1882)200,
der dieAnfangsgründe derMusik in seinemEltern-
haus und wohl großteils autodidaktisch erwarb, er-
hielt als 11-Jähriger erstenUnterricht bei P.Mauriti-
usGasteiger vomFranziskanerklosterReutte.Nach
Absolvierung des Gymnasiums trat Singer 1830 in
194Zu allen dreiMitgliedern der Familie Seelos vgl.Hintermai-
er:Die Salzburger Hofkapelle, S. 528.
195Ebd., S. 403f.
196[L.Mozart]: „Nachricht von demgegenwärtigen Zustande“,
S. 186.
197ExD./Parthia/a/ViolinoPrimo. /Violino2do/Clarin:
2: / Tympanis. / è / Basso. / Auth: Sigre / Ferdinando
Seidl., A-LA, 239.
198Dass er bereits 1710Violinlehrer amKapellhaus war, wie
Johannes Peregrinus annimmt (Peregrinus: „Kapellhaus“,
[Teil III–V (1889)], S. 93), wird vonHintermaier bezweifelt.
Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 405f.
199Gillio: L’ attività musicale negli ospedali di Venezia nel
Settecento, S. 282.
200ZurBiographieHoffmann,Wolfgang:Pater Peter Singer
OFM 1810–1882. Ein Beitrag zur franziskanischen Mu-
siktheorie undKompositionspraxis im 19. Jahrhundert im
Raum Salzburg-Tirol, München u. Salzburg: Katzbichler
1990, (Musikwissenschaftliche Schriften, 24), bes. S. 36–39.
366
Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Title
- Musik am Dom zu Salzburg
- Subtitle
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Authors
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Publisher
- Hollitzer Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Size
- 21.0 x 30.2 cm
- Pages
- 432
- Category
- Kunst und Kultur