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DAS THEATERBOSKETT IM GROSSEN GARTEN
HANNOVER-HERRENHAUSEN1
Ronald Clark
Das Theaterboskett im Großen Garten Hannover-Herrenhausen ist, nach derzeitigem
Stand der Forschung, das erste Heckentheater in Deutschland und damit ein in der
Gartenkunstgeschichte einmaliges Zeugnis mit eigenständiger Umsetzung der wesent-
lichen Elemente einer barocken Kulissenbühne in einen Gartenraum. Im Auftrag der
Herrenhäuser Gärten wurde 2007 durch die Historikerin Heike Palm eine Studie zur Ge-
schichte und historischen Zuordnung des heutigen Bestands erstellt.2 Sie kommt dabei
zu dem Ergebnis, dass das Theaterboskett in Hannover-Herrenhausen wegweisende Be-
deutung für die Entstehung von Theaterräumen in nachfolgenden Gartenanlagen hatte:
»Da diese Gestaltungsweise vielfach nachgeahmt wurde, kommt der Bühne in Herren-
hausen eine Schlüsselstellung bei der Entwicklung des Typus ›Heckentheater‹ zu. Das
Heckentheater in Herrenhausen zeichnete sich durch seine Dimension, durch seine rei-
che Ausstattung, die gestalterische Verknüpfung von Zuschauerraum und Bühne sowie
die individuelle Einbindung in das hierarchische Gefüge des Gartens aus«.3
Die Studie der Historikerin Heike Palm ist Grundlage für das vom Büro Dittloff +
Paschburg, Landschaftsarchitekten 2008/2009 erarbeitete Entwicklungskonzept für das
Theaterboskett im Großen Garten Hannover-Herrenhausen,4 in dem es auch um die
gartendenkmalpflegerische Bewertung des heutigen Zustands des Theaterbosketts in
Bezug auf die Veränderungen seit der Entstehung 1689–1691 geht. Begleitet wurde der
Auftrag durch eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Herren-
häuser Gärten, der städtischen Denkmalpflege, des Niedersächsischen Landesamtes für
Denkmalpflege, des Zentrums für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur der Leibniz
Universität Hannover und des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Landeshaupt-
stadt Hannover.
Schwerpunkte der gartendenkmalpflegerischen Auseinandersetzung sind dabei die
räumlichen Qualitäten des Theaterbosketts unter Berücksichtigung der ursprünglichen
und der heutigen Nutzungen. Im Folgenden werden daher die wesentlichen Raum bil-
denden Elemente der ursprünglichen barocken Gestaltung und deren Veränderungen
in der Folgezeit bis zum heute überkommenen Bestand analysiert.
1 Dieser Beitrag fußt auf einen gemeinsamen Aufsatz mit Holger Paschburg, Dittloff + Paschburg Land-
schaftsarchitekten, Hamburg, aus dem Jahr 2009.
2 Palm 2007.
3 Ebd., S. 1.
4 Dittloff + Paschburg 2009.
Veröffentlicht in: Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller: Musiktheater im höfischen
Raum des frühneuzeitlichen Europa. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2019.
DOI: https://doi.org/10.17885/heiup.469
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur