Page - 184 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Ronald Clark
184 raus wurden Heckenkörper in die ehemalige West-Ost-Achse hineingestellt. Es
entstanden gegenüber dem westlich angrenzenden Parterre und den östlich an-
grenzenden Randalleen eingerückte Vorplätze und dahinter jeweils foyerartige
Vorräume in annähernd quadratischem Grundriss. Den Zuschauerraum erreicht
der Besucher nun durch verhältnismäßig schmale, mit Toren und Heckenbögen
versehene Eingänge.
Die sich ehemals flügelartig aus den Einfassungshecken entwickelnden Raumbe-
grenzungen des Theaterparterres im ehemals ovalen Grundriss fehlen. Der Zu-
schauerraum in seinem nun rechteckigen Grundriss ist räumlich nach innen ori-
entiert, das heißt nur auf den unmittelbaren Bereich der Bühne / Szene bezogen
und antwortet nicht mehr auf dessen trapezförmigen Grundriss. Zudem fehlt
durch die verschmälerten Eingänge weitgehend die ehemalige Durchdringung
des Theaterbosketts in der mittleren West-Ost-Achse und damit die Verbindung
zu den anschließenden Gartenbereichen Parterre im Westen bzw. Randalleen im
Osten.
zu 3. Die Mauern um das Bühnenplateau sind in ihrer Lage und Höhe weitgehend er-
halten. Die südliche Kleine Kaskade mit Treppenanlagen ist vorhanden. Ebenso
bestehen die nördlichen risalitartigen Vor- und Rücksprünge der Bühne ein-
schließlich seitlichen Treppenanlagen, jedoch wurde hier ab 1936/37 ein Orches-
tergraben hinzugefügt, der das Theaterparterre entsprechend verkleinert und
eine Distanz zur Bühne / Szene schafft. Die Bühne / Szene erhielt einen Verbin-
dungstunnel, Technikkeller und während der Spielzeiten verschiedene Bühnen-
und Beleuchtungseinrichtungen.
zu 4. Die Mauern und Ränge des Amphitheaters sind in ihrer Lage und Höhe weitge-
hend erhalten. Veränderungen hat es an den seitlichen Flanken gegeben: Die
Einfassungsmauern des Amphitheaters wurden entsprechend der Ausrichtung
der neuen Eingangsbereiche nun rechtwinklig auf die Bühnenmauern zugeführt
und verlängert. Während der Spielzeiten erhalten das Theaterparterre und die
Ränge des Amphitheaters eine mobile Bestuhlung.
zu 5. Die begleitenden bzw. kaschierenden Hecken um das Bühnenplateau sind an der
Süd- und Nordseite erhalten, an der Ost- und Westseite jedoch nur oberhalb
der Mauern. Hier sind seit 1936/37 die Äußeren Einfassungshecken mit den ka-
schierenden Hecken der Nord- und Südseite verbunden, so dass die ehemaligen
Heckengänge entlang der Bühnenmauern nicht mehr vorhanden sind. Um die
Mauern des Amphitheaters sind die Hecken weitgehend erhalten. Die Höhe ent-
spricht allerdings heute der Höhe der Mauerkronen, so dass der räumliche Ab-
schluss des Amphitheaters verändert wirkt. An den Flanken des Amphitheaters
folgen die Hecken dem veränderten Grundriss der Eingangsbereiche.
zu 6. Die Einfassungshecken der Heckenkabinette auf dem Bühnenplateau sind erhal-
ten, die Binnengliederung ist jedoch seit dem 19.
Jahrhundert überwiegend ver-
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur