Page - 196 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Image of the Page - 196 -
Text of the Page - 196 -
Ronald Clark
196
sind in der Planungsphase ausführlich darzustellen, zu begründen und auf ihre Folgen
nicht nur für das Theaterboskett, sondern auch für den gesamten Großen Garten zu
untersuchen. Vor Ausführung geplanter Maßnahmen erfolgt eine ausführliche Doku-
mentation des heutigen Zustands über Vermessungspläne, Aufmaße, Fotos und Be-
schreibungen mit Zuordnung zu den jeweiligen Entstehungsphasen. Dabei sind auch
die baulichen oder vegetativen Elemente zu erfassen, die nicht verändert werden sollen.
Darüber hinaus sollte das Entwicklungskonzept grundsätzlich die zukünftige Art
der Bespielung des Theaterbosketts thematisieren. Außerdem sollte im Zusammenhang
mit der räumlichen Abfolge der östlichen Boskettzone des Großen Gartens, in der das
Theaterboskett mit Königsbusch steht, mittel- bis langfristig auch das Orangenparterre
Thema einer denkmalpflegerischen Konzeption werden.
Ausblick
Das Entwicklungskonzept für die Sanierung wurde wiederum an das Büro Dittloff +
Paschburg Landschaftsarchitekten aus Hamburg vergeben. Ab dem Winterhalbjahr
2019/20 soll die Rückführung des Theaterbosketts in mehreren Bauabschnitten erfol-
gen. Im ersten Schritt sind die Fällung aller Bäume auf dem Bühnen- und Amphithe-
aterbereich und die Nachpflanzung geplant. In der städtischen Baumschule werden
bereits entsprechende Linden (Tila x intermedia ›Pallida‹) angezogen. Da der Wurzel-
raum vor allem auf den Rängen begrenzt ist, sind es erst etwa fünf Meter hohe Bäume
mit einem Kronenansatz von knapp 2,50 Metern, die in den darauffolgenden Jahren
kontinuierlich weiter aufgeastet werden müssen, um das historische Kronenmaß zu
erhalten. Alle Bäume werden an ihren ursprünglichen Standorten gepflanzt, also auch
im unteren Zuschauerbereich. Auch die Hecken an den Eingängen werden nach dem
historischen Vorbild neu gesetzt und erweitern so wieder den Durchblick auf der Quer-
achse des Großen Parterres. Der Orchestergraben wird komplett rückgebaut und die
Lichtmasten entfernt. Ob die kleinteiligen Boskettstrukturen im Königsbusch auch wie-
derhergestellt werden sollen, ist noch nicht entscheiden, das würde aber erst in einem
zweiten Bauabschnitt erfolgen.
Schon im Sommer 2017 begannen Sanierungsmaßnahmen an der äußeren Umfas-
sungsmauer des Bühnenbereichs, da die Schalungsmauer drohte auseinander zu bre-
chen. Auch mit den Sanierungen der Elektrik und der Wasserver- und -entsorgung
wurde bereits angefangen.
In 2018 werden die Herrenhäuser Gärten die Bevölkerung und die Ratsgremien in-
tensiv über die geplanten Veränderungen informieren, um so eine breite Unterstützung
für die Arbeiten zu erreichen. Schon seit 2016 wird das Gartentheater im August denk-
malgerechter bespielt. Es sind nur noch 450 Gitterstühle aufgestellt, die auch tagsüber
die Strukturen des Amphitheaters erkennen lassen. Die wechselnden Gastspiele haben
back to the
book Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur"
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur