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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Page - 199 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

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199 DER STELLENWERT DES PARMENSER TEATRO FARNESE IN DER GESCHICHTE DES HÖFISCHEN MUSIKTHEATERS Paolo Sanvito Ne parlò l’Europa tutta, e ne attirò l’attenzione, perché in questi  [spettacoli] raccoglievansi tutte le sparse delizie, che tanto efficacemente parlano ai sensi. Marcello Buttigli, Descrittione, Parma 1628 Einleitung – die Ausgangssituation am Ende des 16. Jahrhunderts Der Farnese-Papst Paul  III. (1468–1549) hatte für seine Familie aus den Territorien von Parma und Piacenza 1545 ein neues kleines Herzogtum geschaffen. Parma wurde da- mit zur Residenzstadt. In Smeraldo Smeraldis († 1634) Pianta di Parma aus den Jahren 1589/92 kann man die ursprüngliche Verteilung der fürstlichen Wohnsitze in Parma vor dem Bau des Palazzo della Pilotta erkennen (Abb.  1). Die Arbeiten am Pilotta-Palast, be- nannt nach dem Pelota-Ballspiel, im Nordwesten der Stadt begannen 1602, blieben aber um 1611 stecken. Ursache war der Tod des leitenden Architekten Simone Moschino aus Orvieto (1553–1610), der zuvor in Florenz erfolgreich tätig gewesen war. Kurz danach, um 1612, fand ein Aufstand des Adels gegen die Farnese statt, der blutig niedergeschla- gen wurde und ohne Folgen für die Herrschaft im Herzogtum blieb, aber für einen gravierenden Stillstand aller Bautätigkeiten bis 1616 verantwortlich sein dürfte. Nach den Auseinandersetzungen kam es in einem Zeitraum von nicht einmal zwei Jahren 1618 in kürzester Zeit zum Abschluss der Bauarbeiten an dem Theaterprojekt, umfang- reiche Planänderungen des Architekten Giovan Battista Aleotti (1546–1636) wurden dabei berücksichtigt. Parma und sein Regierungskomplex nehmen unter drei Gesichtspunkten eine Son- derstellung in der Entwicklung des Theaterbaus ein: 1. wegen des politischen Stellenwertes und Aufwandes des architektonischen Unter- nehmens (inklusive der umfangreichen bildhauerisch-dekorativen Zyklen); 2. wegen des Anspruchs der theatralischen Werke, die hier in Auftrag gegeben und aufgeführt wurden; und 3. wegen seiner einzigartigen Rolle in der Entwicklung des Bühnenbilds. Veröffentlicht in: Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller: Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2019. DOI: https://doi.org/10.17885/heiup.469
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Title
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Subtitle
Hof – Oper – Architektur
Authors
Margret Scharrer
Heiko Laß
Editor
Matthias Müller
Publisher
Heidelberg University Publishing
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Size
19.3 x 26.0 cm
Pages
618
Keywords
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Category
Kunst und Kultur
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