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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Page - 243 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

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Barockes Kulissen- und Maschinentheater 243 Die Unmöglichkeit, Licht ohne gleichzeitige Rauchentwicklung zu erzeugen, bedeu- tete bis zur Einführung der Gasbeleuchtung ein Dauerproblem im Theater. Sabbattini sprach sich in seinem Handbuch gegen Rampenlichter aus, weil sie einerseits die Kos- tüme der Schauspieler grell beleuchteten, ihre Gesichter aber totenbleich erscheinen ließen, und andererseits die zusätzliche Helligkeit durch die Rauchwolke zwischen der Bühne und den Zuschauern wieder aufgehoben wurde  – vom üblen Geruch ganz zu schweigen: »Man pflegt auch noch eine große Menge Öllämpchen an der Bühnenfront hinten an der Rampe anzubringen,  […]. Doch ist, wie man zu sagen pflegt, der Verlust größer als der Gewinn. Man glaubt nämlich die Bühne heller zu machen, bekommt sie aber dunkler und finsterer.  […] Es müssen nämlich in jenen Blendlämpchen sehr viele starke Dochte sein, wenn sie helleres Licht geben sollen. Setzt man sie aber ein, dann bringen sie so starken Rauch hervor, daß sich zwischen die Blicke der Zuschauer und die Szene ein Nebel zu legen scheint, welcher das Unterscheiden der kleineren Teile der Szene hindert. Dazu kommt noch der üble Geruch, den die Öllampen zu verbreiten pflegen, besonders wenn sie tief aufgestellt sind. Es ist ja wahr, daß dabei die Kostüme der Schauspieler und Moh- rentänzer viel besser zu sehen sind, aber es ist auch wahr, daß so ihre Gesichter blaß und abgezehrt erscheinen, als hätte sie erst vor kurzem das Fieber verlassen.  […].«39 Wie die meisten Autoren seiner Zeit plädierte auch Sabbattini für eine Anreicherung des Öls in den Lampen mit süßem Parfüm: »Einige gebrauchen Öllampen und andere Kerzen aus weißem Wachs. Was das erste an- betrifft, so verursachen die Öllampen geringere Kosten, doch machen sie nicht denselben prächtigen Eindruck wie die Kerzen. Sind indessen die Kronleuchter mit Lampen von gefälliger Form hergestellt, und bedient man sich nicht schlechten, sondern sehr guten Öles, das auch mit irgendeinem lieblichen Parfüm gemischt ist, damit es keinen schlech- ten Geruch verbreitet, so werden sie keinen üblen Anblick gewähren, und die Zuschauer werden sicher sein, daß ihnen das Wachs der Kerzen nicht auf den Leib tropft. Aber wenn eine Lampe auslischt (was, wo ihrer so viele sind, leicht geschieht), dann wird sie Gestank verbreiten zum Verdruß der Zuschauer.  […].«40 All diese hier nur knapp skizzierten technischen Gegebenheiten bestimmten ganz we- sentlich die Aufführungspraxis. Da beispielsweise die Kerzen nur in den Pausen zwi- schen den Akten gewechselt werden konnten, begrenzte die Dauer ihres Abbrennens (Kat.-Nrn. I/2.99–2.101); Sommer-Mathis  /  Franke  /  Risatti 2016, S.  301 (Kat.-Nr.  6.29) und den Beitrag von Tadeusz Krzeszowiak im vorliegenden Band. 39 Sabbattini-Flemming 1926, S.  212. 40 Ebd., S.  210.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Title
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Subtitle
Hof – Oper – Architektur
Authors
Margret Scharrer
Heiko Laß
Editor
Matthias Müller
Publisher
Heidelberg University Publishing
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Size
19.3 x 26.0 cm
Pages
618
Keywords
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Category
Kunst und Kultur
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