Page - 273 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Image of the Page - 273 -
Text of the Page - 273 -
Akustik in Hoftheatern des 17. und 18. Jahrhunderts
273
tiefe Frequenzen absorbieren und die Halbsäulen und die Kassetten der Holzdecke für
günstige Diffusität sorgen, ergibt sich
– zusammen mit der günstigen Raumform
– eine
ausgezeichnete Akustik. Die Bühne ist wegen der geringen Saallänge und der darauf
abgestimmten Perspektive praktisch nur im Proszenium bespielbar, da Personen im
Bühnenbild sofort als »Riesen« erscheinen. Die Vorbühne ist auch akustisch für Schau-
spieler und Sänger der beste Ort, da das perspektivische Bühnenbild mit fünf Kulissen-
gassen den Schall stark absorbiert.
3.2 Halbkreis
Seit der erneuten Rezeption der Schriften von Vitruvius im späten 15. und 16. Jahr-
hundert wurden vom antiken Vorbild inspirierte Theater mit ansteigenden Sitzrei-
hen aus Holz errichtet.16 Im 17. und 18. Jahrhundert war dieser Theatertypus auch
16 Beispiele sind: das Teatro Olimpico in Vicenza (1585), das eine halbe Ellipse ist, oder das Teatro Olimpico
in Sabbioneta (1590), das leicht zum U verlängert ist.
Abbildung 2. Ekhoftheater im Schloss Friedenstein in Gotha 1774, Blick von der Bühne
zur Ehrenloge.
back to the
book Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur"
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur