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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Page - 281 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

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Akustik in Hoftheatern des 17. und 18. Jahrhunderts 281 produzierten Schalls ab. Zur vergleichenden Beurteilung der Raumakustik bestimmt man deshalb die messtechnisch normierte Nachhallzeit, die definiert wird als: T  =  0,163  ×  (Volumen V  /  Absorption A). Die frequenzabhängige Absorption A berechnet sich als Summe aller Teilflächen S aus verschiedenen Materialien, jeweils multipliziert mit dem materialspezifischen Absorp- tionsfaktor α. Man kann die Nachhallzeit T berechnen, wenn man die Absorptionsfak- toren aller vorkommenden Materialien und die von ihnen bedeckte Fläche kennt. Um die Absorptionsfaktoren zu kennen, muss man diese anhand von Materialproben im Labor messen.36 Dies geschieht in der Regel für Frequenzen von 125 bis 4000  Hz. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass genaue Angaben zu den Raumdimen- sionen, zur Form aller Raumbegrenzungsflächen und zu den Materialien und Oberflä- chenstrukturen des Innenausbaus und der Baukonstruktion notwendig sind, um Aus- sagen über die Akustik in einem Theater machen zu können. Es ist deshalb wichtig, diese Angaben aufgrund von Plänen und anderen Dokumenten so genau als möglich zu verifizieren. 5 Seitenwände als Reflektoren Logen haben einen großen Einfluss auf die Akustik des Zuschauerraums, weil Schall, der in die Logen gelangt, dort meistens weitgehend absorbiert wird. Bei einem bis zur Decke mit Logenrängen bestückten Theater wirken nur die Logenbrüstungen als reflektierende Wandflächen. Deshalb sind die italienischen Logen mit hohen Logen- brüstungen günstiger für die Saalakustik als die französischen Logen mit niedrigeren Brüstungen. Der reflektierende Flächenanteil der Brüstungen beträgt bei italienischen Logen etwa 50  %, bei französischen Logen nur etwa 30–40  % der bedeckten Außenwand- fläche. Bei den weit offenen französischen Logen und bei offenen Galerien  – wie in dem 1750 von Philippe de la Guépierre projektierten Hoftheater in Stuttgart  – kann die hohe Absorption wegen der geringeren Brüstungsfläche jedoch durch reflektierende Logen- rückwände und die Wandflächen oberhalb der Logen und Galerien zu einem gewissen Grad kompensiert werden. Für die Berechnung von Nachhallzeiten kann der in den Logen und Galerien absorbierte Schall am Modell verifiziert werden (Abb.  7).37 36 Meyer 2015, S.  149. 37 Siehe Anm. 24.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Title
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Subtitle
Hof – Oper – Architektur
Authors
Margret Scharrer
Heiko Laß
Editor
Matthias Müller
Publisher
Heidelberg University Publishing
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Size
19.3 x 26.0 cm
Pages
618
Keywords
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Category
Kunst und Kultur
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