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Die (dramatische Musik in der) Schlafkammerbibliothek Kaiser Leopolds I.
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Paride Opera Musicale Gio Andrea Bontempi in fol in Weiß Perğt und dem Adler« be-
stätigt.5 Die Partitur wurde im Gegensatz zu den privat verwahrten Musikalien des
Kaisers somit nie der Hofkapelle zugeschlagen. Die alte Bibliothekssignatur ist nicht
erhalten.
Eine von Giuseppe Zamponi verfasste Musikalienliste hat mit der Privatbibliothek
nichts zu tun; Werke aus dieser Liste mit dem Komponistenkürzel »S:M:C:« (Sua Maestà
Cesarea), die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versehentlich Leopold I. zuge-
schrieben wurden, sind ausnahmsweise Kompositionen seines Vaters Ferdinand III.
Diese werden z. T. in der Distinta specificatione (die den Hofkapellbestand zumindest in
Teilen katalogisiert) als »F. 3.« erfasst.6
Wahrscheinlich war die Musik in der Privatbibliothek auch vor 1674 wichtiger, als
die Kataloge Lambecks vermuten lassen. Die beiden in der Rubrik »Handschriften«
genannten Konvolute enthalten mehr Noten als vermutet. Theoretisch könnten sich
in den (vor den beiden Faszikeln mit Musik aufgeführten) Positionen 72 bis 77 auch
Noten befunden haben, die Faszikel 78 und 79 könnten auch die Noten zu den in 73 bis
77 erhaltenen Libretti sein. Die Nummern 78 und 79 stehen unverändert in den beiden
Katalogen von 1666 und 1674. Heute sind aus der privaten Musikbibliothek aus der Zeit
bis 1666 etwa 25 Werke erhalten (einige können nicht mit Sicherheit datiert werden
bzw. ihre Eingliederung in die Cubicularis ist nicht datierbar). Der erhaltene Bestand an
Partituren bis 1674 beträgt insgesamt 59 Bände; in beiden Fällen sind die verschollenen
Noten also nicht mit eingerechnet.
Die unter Nummer 72 geführten Academie sind reine Texthandschriften (mit Hin-
weis auf die dort stattgefundenen musikalischen Einlagen).7 Wie umfangreich die
Positionen 73 bis 79 sind,8 ist der Beschreibung nicht zu entnehmen. Gedruckte Li-
bretti finden sich ebenfalls in der Bibliothek; deren Format ist entweder 8vo oder
12vo, nicht aber 4to (wie im Katalog angegeben). Die Libretti der am Hof aufgeführ-
ten dramatischen Werke wurden zwar in der Regel gedruckt, doch gibt es auch einige
Handschriften, darunter z. B. das (anonyme) Libretto zu Gli Augurij von 1691 (Antonio
Draghis Musik ist verschollen), das in der Bibliotheca Cubicularis unter N.11.N.46.
aufgeführt wird.9 Die Tatsache, dass sich neben Noten in der Musikbibliothek auch
5 Rechnungsbücher über das Einbinden und den Ankauf von Büchern der Hofbibliothek A-Wn Cod.Cod. Ser.
n. 356 – 357 Han, hier Cod.Ser.n.357, S. 49.
6 Saunders 1996, S.
7–31. Das Kürzel »S.M.C.« bezieht sich auf den Kaiser; welchen, wird nicht erwähnt.
7 A-Wn Cod. 10108 Han.
8 72. Academie Italiane tenute in Corte Cesarea 1657, Chart. fol.; 73. Fasciculus continens varia Poemata sa-
cra, Quà vulgo ‘Oratoria’ appellantur. Chart. 4to.; 74. Fasciculus continens varias Comoedias et Tragoedias.
Chart. in fol. et 4to.; 75. Fasciculus continens varias Comoedias et Tragoedias in 4to. Chart.; 76. Fasciculus
continens varias Comoedias et Tragoedias in 4to. Chart.; 77. Fasciculus continens varia quaedem exegui
monumenti Poemata Italica Miscellanea in fol. et 4to. Chart.; 78. Fasciculi duo continentes uarias composi-
tiones Musicales; 79. Alij tres Fasciculi continentes uarias Compositiones Musicales.
9 Heutige Signatur: A-Wn Cod. 10003.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur