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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Page - 478 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

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Elisabeth Hilscher, Anna Mader-Kratky 478 Aus dem Jahr 1756 haben sich zwei Projekte in Form von Baumassenplänen erhal- ten, in denen erste vereinheitlichende Maßnahmen vorgesehen sind, um die unregel- mäßige Anordnung der Laxenburger Bauten zu strukturieren.66 Der Speisesaaltrakt sollte in eine breite Ehrenhofanlage eingebunden werden, wofür die vorgelagerten Gebäude abzutragen und neue Flügelbauten zu errichten waren; über einen Korridor sollte die Kommunikation mit dem Theater hergestellt werden. Durch den Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) verzögerten sich die Bauarbeiten allerdings und konnten erst um 1761 wieder aufgegriffen werden.67 In einem ersten Schritt kon- zentrierte man sich auf das Hauptgebäude des Sinzendorf’schen Palais (Speisesaal- trakt), das einen größeren Festsaal über querrechteckigem Grundriss mit einschwin- genden Ecken erhielt (Abb.  9  a); zum benachbarten Theater, das nun erstmals in einem Grundriss festgehalten wird, bestand weiterhin keine bauliche Verbindung. Es war entweder über den Garten und den zentralen Haupteingang oder vom Alten Schloss kommend über einen begrünten Hof und einen Seiteneingang zugänglich. Nach 1762 fand die Ehrenhofanlage des Sinzendorf’schen Palais (Speisesaaltrakt) in der ursprüng- lich geplanten Form Realisierung, und das Schlosstheater war künftig auch über einen Laubengang erreichbar (Abb.  9  b).68 Bis auf den Abriss der flankierenden Gartenmau- ern wurden an der Architektur des Theaters damals keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Im Vergleich zum Schönbrunner Schlosstheater ist der Zuschauerraum des Laxen- burger Theaters etwas kleiner und queroval ausgebildet mit einer flachen hölzernen Kuppel; die rein malerische Ausstattung des Raumes ist durch den Umbau in den 1980er Jahren allerdings stark beeinträchtigt.69 Im Grundriss des Theaters deuten die grünen Rechtecke in der Mittelloge die Stühle der kaiserlichen Familie an, während der Hof- staat mit Bänken im Parterre Vorlieb nehmen musste (vgl. Abb.  9  a). Aus akustischen Gründen war die Mittelloge beim Kaiserpaar aber nicht sonderlich beliebt, das daher lieber direkt vor den Musikern im Parterre Platz nahm, worauf die acht Stühle vor dem »Orchestergraben« hinzuweisen scheinen. Die geringeren räumlichen Kapazitäten des Laxenburger Auditoriums erklären sich aus der Größe des Hofstaates, der Maria The- resia und Franz Stephan nur in reduzierter Zahl nach Laxenburg begleiten durfte.70 66 Albertina Wien, Az. 9224 (1756 datiert) und Az. 9225; vgl. dazu Laxenburg 2013, S.  124–124, und Beck 2017, S.  423–425, 432–435 bzw. Abb.  83–84. 67 Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten bezeugen Einträge in den Geheimen Kammerzahlamtsbüchern, die hohe Zahlungen an Hofarchitekt Nikolaus Pacassi für die »Herstellung deren Hof Gebäu zu Laxen- burg« seit 1761 nennen; zit. nach Fleischer 1932, S.  86. 68 Diese Baumaßnahme ist in Zusammenhang mit der Erwerbung des sogenannten Blauen Hofes (gegen- über dem Schlosstheater) 1762 zu sehen, den Maria Theresia in weiterer Folge zu ihrem Wohnsitz aus- bauen ließ; Laxenburg 2013, S.  133–135, und Beck 2017, S.  439–440. 69 Friedl 1975, S.  62–67, konnte noch den Zustand vor der grundlegenden Umgestaltung beschreiben und fotografieren. 70 Zum begleitenden Hofstaat vgl. Beck 2017, S.  468–469.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Title
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Subtitle
Hof – Oper – Architektur
Authors
Margret Scharrer
Heiko Laß
Editor
Matthias Müller
Publisher
Heidelberg University Publishing
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Size
19.3 x 26.0 cm
Pages
618
Keywords
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Category
Kunst und Kultur
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