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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Page - 502 - in Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur

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Karin Fenböck 502 sie noch niemahlen die junge Herrschaften agiren gesehen.«63 Als Fremde bezeichnet Khevenhüller die fremden Botschafter und Gesandten, die auch um solche Zutrittsbil- lets ansuchen konnten; »wer aber einig-anderem Fremmden damit favorisiren wollte, muste sich zuvor bei der Fürstin v. Trautsohn (welche sie immer an mich gewiesen) melden und wurde so leicht nicht verstattet.«64 Ignaz Koch berichtete am 19.  Dezem- ber 1750 an Wenzel Anton Kaunitz-Rietberg, der sich zu dieser Zeit als österreichischer Botschafter in Paris aufhielt, dass der französische Botschafter dʼHautefort, der im Zuge der Bemühungen um Annäherung zwischen Österreich und Frankreich »touttes les distinctions possibles«65 empfing, zu einer Vorstellung einer Kinderkomödie eingela- den worden war. Der russische Botschafter Bestuchef fühlte sich deshalb benachteiligt und beschwerte sich über die Bevorzugung der Franzosen.66 Es war ein großes Privileg, abseits der festgelegten Listen und verteilten Billets zugelassen zu werden, wie es etwa Khevenhüllers Sohn zuteil wurde.67 Für die zweiten oder dritten Vorstellungen wurden auch die Botschafter und die »fremmden Ministres«68 sowie der Nuntius69 zugelassen, ebenso die geheimen Räte70 beziehungsweise ehemalige Hofamtsträger,71 bei den weiteren dann zum Beispiel »de- nen Wittiben deren Hoffämtern, Capitaines de garde und Obristkuchlmeistern«,72 also 63 Ebd., S.  69  [Eintrag vom 30.  Oktober 1752]. 64 Ebd., S.  8  [Eintrag vom 05.  Februar 1752]. 65 Koch an Kaunitz  [19.  Dezember 1750], in: Schlitter 1899, S.  55. 66 Vgl. Koch an Kaunitz  [19.  Dezember 1750], in: Schlitter 1899, S.  55. 67 »I.M. die Kaiserin hatte die besondre Gnad für den Monsignore Migazzi und meinen Sohn, selbe mir aus- drucklich zu bennnen, damit sie ohne Billets eingelassen würden.« Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1910, S.  8  [Eintrag vom 02.  Februar 1752]. 68 Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1907, S.  194  [Eintrag vom 12.  Dezember 1743]; vgl. dazu unter anderen Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  210  [Eintrag vom 11.  Februar 1748], S.  361  [Ein- trag vom 16.  Oktober 1749]; HHStA ZP Nr.  22 (1749–1750), fol.  205v  [Eintrag vom 11.01. 1750] Ministre kann je nach Kontext entweder als Sammelbegriff für sämtliche diplomatischen Vertreter eines Landes verstanden werden, unabhängig von ihrem Rang. Mit der Anwendung dieses Sammelbegriffs konnte auch der Absender die Zuordnung des Emissärs zu einem bestimmten Rang umgehen, sodass das emp- fangende Land selbst entscheiden musste, wie es ihn klassifizierte. Vgl. Wohlan 2014, S.  56–57. Ge- nerell wurden bei den Gesandten drei Ränge unterschieden: Der Botschafter (oder Ambassadeur), der stellvertretend die Person seines Souveräns darstellt und entsprechend einen offiziellen Einzug halten darf, eine solenne Audienz bekommt und dabei seine Kopfbedeckung aufbehalten darf etc. Der Gesandte zweiten Ranges, auch als Envoyé oder Abgesandter bezeichnet, hat dieselben Rechte, steht aber nicht pars pro toto für die Person seines Souveräns. Der Resident bekleidet den dritten Rang und wäre wohl heute ein Botschaftsmitarbeiter. Er erhält weniger zeremonielles Vorrecht als die beiden höheren Ränge. Vgl.  Conrad 1964, S.  372–373. 69 Vgl. unter anderem Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1908, S.  210  [Eintrag vom 11.  Februar 1748] bzw. Wienerisches Diarium,  [S.  6]  [Ausgabe vom 14.02.1748]; HHStA ZP Nr.  22 (1749–1750), fol.  205v  [Eintrag vom 11.01. 1750]. 70 Ebd., S.  119  [Eintrag vom 15.  Oktober 1746] und S.  127  [Eintrag vom 19.  November 1746]. 71 Khevenhüller-Metsch  /  Schlitter 1910, S.  10  [Eintrag vom 07.  Februar 1752]. 72 Ebd., S.  12  [Eintrag vom 12.  Februar 1752].
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Title
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Subtitle
Hof – Oper – Architektur
Authors
Margret Scharrer
Heiko Laß
Editor
Matthias Müller
Publisher
Heidelberg University Publishing
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Size
19.3 x 26.0 cm
Pages
618
Keywords
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Category
Kunst und Kultur
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