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Babette Ball-Krückmann
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einigen Fällen als Komponistin tätig.2 Zunächst herrschten eher bescheidene Verhält-
nisse, was sich mit dem Bau des Markgräflichen Opernhauses radikal ändern sollte,
dessen Errichtung sich mit der Verlobung der Tochter Friederike und Herzog Carl II.
Eugen von Württemberg 1744 am Horizont abzeichnete.
Der Bauplatz des neu zu gestaltenden Hauses lag außerhalb der Stadtmauer, am
Fuße des Schlossbergs unweit des Alten Schlosses, und war zudem Ausgangspunkt
einer systematischen Stadterweiterung. Es gab kein vergleichbares Gebäude in der
knapp 5000 Einwohner zählenden Stadt, in seiner Größe wurde der Komplex nur vom
Alten Schloss selbst und von der gotischen Stadtpfarrkirche übertroffen. In etwa die
gleichen Dimensionen hatte dann nur noch die zeitgleich zum Opernhaus errichtete
markgräfliche Reithalle. Im Jahr seiner Fertigstellung 17483 bildete das Opernhaus den
würdigen Rahmen der mehrtägigen Hochzeitsfeierlichkeiten. Als Architekt wurde
Giuseppe Galli Bibiena gewonnen, der zu dieser Zeit bereits am kursächsischen Hof
in Dresden tätig war. Er kam 1746 zusammen mit seinem Sohn Carlo nach Bayreuth,
wo dieser ihn zunächst beim Ausbau des Logentheaters unterstützte. Während Giu-
seppe nach Beendigung der Bauarbeiten nach Dresden zurückkehrte, blieb Carlo am
markgräflichen Hof. In den nächsten acht Jahren, bis 1756, zeichnete er hier als »De-
korationsinspektor« für die Inszenierungen im Opernhaus verantwortlich, entwarf die
einzelnen Verwandlungen, betreute deren Ausführung durch die Theatermaler sowie
er auch an den jeweiligen Aufführungstagen die Einrichtung der Bühne betreut haben
dürfte.4
Ezio: das Eingangsbild – ein »Meisterstück der Erfindung«
Am Beginn von Carlos künstlerischem Schaffen in Bayreuth steht das Bühnenbild: »Ein
offener Gang mit Statuen besetzet«. Es war das Eröffnungsbild des Dramma per musica
Ezio, das in Bayreuth in einer abgeänderten Fassung des Librettos von Pietro Metastasio
auf die Bühne gebracht worden war.5 Der antike Feldherr Ezio steht im Mittelpunkt der
Handlung, die in Rom spielt. Verwickelt in Liebeshändel, fällt er schließlich einer raffi-
niert eingefädelten Intrige zum Opfer.
Die Reinzeichnung des Entwurfs für die erste Verwandlung befindet sich noch heute
in Bayreuth. Durch die Bezeichnung unten rechts: »les fils Carolus Bibiena inventor
[…]
2 Umfassende Informationen und weiterführende Literatur zur Opernpraxis am Bayreuther Hof finden
sich bei Müller-Lindenberg 2005 und Müller-Lindenberg 2009 sowie bei Henze-Döhring 2002 und
Henze-Döhring 2009 (a).
3 Die Fassade wurde erst 1750 nach Plänen von Joseph Saint Pierre fertiggestellt. Ein Entwurf von Giu-
seppe Galli Bibiena dagegen blieb unberücksichtigt. Vgl. hierzu Kat. Nr. 282, 283 in: Krückmann 1998.
4 Zuletzt: Krückmann 2003.
5 Ball-Krückmann 2009, S. 243. Libretto UB Erlangen (Sch.L.II 428,1).
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur