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Das Ekhof-Theater in Gotha – Ein Kleinod deutscher Theaterkultur
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Nachkommen erinnert daran ein zentrales Relief über dem Hauptportal, der »Friedens-
kuss«, auf dem sich Justitia und Pax in den Armen liegen und küssen. Darüber der
Spruch »Friede ernehret, Unfriede verzehret«.
Mit dem Bau von Schloss Friedenstein (Abb. 3) setzte Herzog Ernst der Fromme
zugleich einen damals neuen Bautypus um. Es gilt bis heute als die größte frühbaro-
cke Schlossanlage – eine riesige mehrflügelige Anlage, deren Bauteile entsprechend
ihrer Wichtigkeit und Funktion gegliedert sind. Neben den Repräsentationsräumen
und Gästezimmern – einschließlich eines riesigen Festsaales – gehörten von Beginn
an das Archiv, als Symbol der weltlichen Macht, und die Schlosskirche, als Symbol der
geistlichen Macht, zum Ensemble. Aber auch Verwaltung, Marstall, Zeughaus, Biblio-
thek und Münzprägestätte sowie natürlich sämtliche Einrichtungen zum Unterhalt des
Hofes beherbergte das Schloss. Zusätzlich befand sich im Ostturm auch ein Saal, der
für kleinere Aufführungen genutzt wurde. Das Theater, wie wir es heute kennen, gab
es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Abbildung 3. Matthäus Seuttner, Ansicht Gothas mit dem Schloss Friedenstein um 1730.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Title
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Subtitle
- Hof – Oper – Architektur
- Authors
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Editor
- Matthias Müller
- Publisher
- Heidelberg University Publishing
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Size
- 19.3 x 26.0 cm
- Pages
- 618
- Keywords
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Category
- Kunst und Kultur