Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lehrbücher
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Page - 143 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 143 - in Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag

Image of the Page - 143 -

Image of the Page - 143 - in Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag

Text of the Page - 143 -

Doppelseite Dialogbemühungen gegolten hatte, werden nur noch vier Grund- sätze des »ProjektWeltethos« als »Versuch (sic!) zumehr Toleranz« genannt. KonntenReligionenundKonfessionen2003alsTeil desProblemsundTeil der Lösungverstandenwerden, sind sie2012nurnochProblem.26 Tab.1: Urteile zur Friedensfähigkeit religiöser Gemeinschaften inGeschichte Real 2003 und2012 GeschichteReal12003 [NRWRS-1994] GeschichteReal22012 [NRWRS-2011] Frieden undVerständnis unterMenschen verschiedenen Glaubens wären schön – warenundsindabernicht selbstverständ- lich.Offiziell ruftheutekeineReligionsge- meinschaft oder Konfession zuHass und Gewalt auf. Bei genaueremHinsehen fällt aber auf, dass eine Menge Sprengstoff geschichtlicher, politischer und sozialer Artdannbesondersgefährlichwird,wenn er auch nochmit Glaubensunterschieden zusammenkommt. Viele Religionen neigen dazu, ihre Lehr- aussagen, ihre Gebetsformen und ihre frommen Bräuche für das einzig Richtige zu halten. Das liegt nicht nur daran, dass eine oft jahrhundertealte Tradition die eigene Überzeugung festigt. Schwieriger wirdes,wenneinealleingültige›Wahrheit‹ beanspruchtwird.Diesewirdoft auf gött- liche Offenbarung zurückgeführt, die in heiligen [!] Schriften festgeschrieben ist. WennesnurumdieVerabsolutierungvonTraditionenund ihreZementierung inHeiligenSchriftenginge,wäreesmitder religionskritischenDekonstruktion dieserWahrheitengetan. Stattwie inderAbschlussaufgabeRegeln für einbes- seresZusammenlebenderReligionenzu»erfinden«27 ,wäreeinegrundlegende SäkularisierungderGesellschaft anzustreben. DasgemeinsameKreuzzugsnarrativder zumLehrplanzugelassenen Geschichtsbücher DieAutorenteamswendenzweibiszwölfSeitenfürdieKreuzzügeauf.Versucht man, ein mehrheitliches Kreuzzugsnarrativ zusammenzustellen, ergibt sich folgendeGrunderzählung:Siesetzt inderRegelmit JerusalemalsheiligerStadt dreier Religionen ein. Auch nach der islamischen Eroberung im siebten Jahr- hundert war die christliche Pilgerschaft möglich. Das änderte sich im elften Jahrhundert,alsdieSeldschukenPilgerfahrtenbehinderten.PapstUrbanII.rief 1095 in Clermont mit großer Resonanz zur Befreiung Jerusalems auf. Die meistenBücherbietenhier auch einenQuellentext.Die schwachePositiondes Papstes,deraußerdemwestöstlichenaucheinwestlichesSchismazubewältigen hatteundmilitärischnicht vondenKreuzfahrernprofitierte, oderdieAnrech- 26 GeschichteReal 1, Berlin2003, 266, vs.GeschichteReal 2, Berlin2012, 37. 27 GeschichteReal 2, Berlin2012, 37. »Mythos«ersterKreuzzug 143 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
back to the  book Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag"
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern