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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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Page - 149 - in Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag

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nigstenshörtmannichtmehrvonihnen.DereinebesitztHäuserundDienerschaft,als hätte er sienachFamilienrecht geerbt.Der anderehat eineFraugeheiratet, die keine Landsmännin ist, sondern Syrerin oderArmenierinundmanchmal sogar eine Sara- zenin,diedieGnadederTaufe empfangenhat.53 Fulcher wird falsch verstanden, wennman sein Gotteslob für das Leben im Orient als Beleg für einenKulturwandel derKreuzfahrer, gar eineVersöhnung der Religionsgemeinschaften einbindet. Dass Zuwanderer »manchmal sogar« getaufteSarazeninnengeheiratethätten,zeigt,dasssichdieFrankenwenn,dann mit einheimischenChristinnenverehelichtenunddass interreligiöse Ehen für Fulcherundenkbarwaren. In entdeckenundverstehen fehlt genauderHinweis aufdieTaufe;sooffenbartdieFrage,»wieeslautQ2zurAnnäherungundeinem friedlichen Zusammenleben von Christen undMuslimen kam«, einen Denk- fehler. InGeschichteRealwirddas Problemgar nicht erst erkannt und imge- kürztenQuellentext ist nur vonderSyrerindieRede. ErschlichenwirddieVersöhnung auch in zeitreise, wennGesprächspartner den Unfrieden beklagen und sich zumVorbild für Freundschaft, gar Religi- onsausgleichmachen. »DasGesprächzwischendemaltenKreuzfahrerFulcher unddemMuslimUsamaisterfunden.AberÜberlegungen,wiesiesievortragen, hatesdamals imHeiligenLandwirklichgegeben.«54DabeizerschilltdieFiktion schon, wennman die Schulbuchquellen von Fulcher undUsama auf der Ge- genseite genau liest. Suchtmannachder lebenszeitlichenÜberschneidung ist Fulcher ein alterMann, der den zitiertenTextwegendes [imSchulbuchnicht zitierten]BezugsaufeineSonnenfinsternisfrühestens1124geschriebenhatund wegendesAbbruchs seinerDarstellungwohlwenig später gestorben ist, wäh- rendUsa¯maein jungerErwachsener ist, der 1119 sein erstesGefecht gegendie Franken geführt hat. Sowird die Basis für »Freundschaft«, gar Religionsaus- gleich inder vondenAutoren intendiertenNähe sehr schmal. Fünfder sieben AufgabenbeziehensichaufdieVerarbeitungdesGesprächsundderQuellenmit demZiel, einen»ProtestbriefandenPapstüberdieUntatenneuankommender Kreuzfahrer« schreibenzu lassen.55 DainneuenSchulbüchernvermehrtkindertümlicheIllustrationeneingesetzt werden, istnocheine Jugendbuchillustrationanzusprechen, aufdereinFranke als Orientale dargestellt wird.56 Joshua Prawer schreibt über »die Welt der Kreuzfahrer«,dass sichdieKleidungsordnunggeradenicht anpasste: 53 HeinrichHagenmeyer (Hg.), Fulcheri Carnotensis Historia Hierosolymitana (1095–1127), Heidelberg:Winter, 1913, 748–749 (ÜbersetzungBiener). 54 ZeitreiseA2, 36–37:MuslimeundChristen imHeiligenLand,36. 55 Ebd., 37. 56 GeschichteReal2,36:»Kreuzfahrer. Jugendbuchillustration«; laut256:»Aus›Wasistwas?‹– DieKreuzzüge,Tessloff 1993«, 23. »Mythos«ersterKreuzzug 149 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
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