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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern - Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
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Freiheitsmythen (Tell undRütlischwur) DieGruppederFreiheitsmythenbestehtausTell,demRütlischwurundletztlich auchausdembesagtenBundesbriefvon1291,derzueinerGründungsurkunde der SchweizerischenEidgenossenschaft stilisiertworden ist.Diesedominieren seit dem letztenViertel des neunzehnten Jahrhunderts das nationaleMeister- narrativ, indem sieAussagen zumUrsprungmachen. Sie sind von starker ex- kludierender wie auch integrierenderWirkung und erleben imvonKatastro- phen gezeichneten zwanzigsten Jahrhundert einen konjunkturellen Auf- schwung. In der Epoche des Kalten Krieges stehen sie für die bürgerlichen Freiheiten und auch die kleinstaatliche Existenzberechtigung. Der bürgerlich geprägte Kleinstaat sieht sich als Hort der Freiheit, bedroht von der kommu- nistischenWelt und demKommunismus. »Schweizertum« und »Kommunis- mus« werden als grundlegende Gegenätze, ja Antipoden betrachtet und der Kommunismus als »artfremd« dargestellt. Die eigene kommunistische Bevöl- kerungwurden inderFolgealsLandesverräterinbzw. -verrätergebrandmarkt. InLehrmittelnistdieseMythengruppedennauchprominentvertreten.Siewird jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit dem Kalten Krieg erwähnt. Überhaupt waren die Schweiz und der Kalte Krieg lange Zeit kein Thema in Lehrmitteln.Oderandersformuliert:WohlwirdderKalteKriegbehandelt,aber ohne die Schweiz darin thematisch einzubetten. Diesewiederumwird isoliert mit ihrenexkludierendenMythenaufgeführt.28 Neutralitätsmythos AuchderNeutralitätsmythos findet seinenAnfang inden 1880er Jahren (Paul Schweizer)undwird inderFolgederWeltkriegedeszwanzigsten Jahrhunderts garzueinemIdentifikationskern. InderNachkriegszeitunddamit imZeitalter desKaltenKriegeswirkte dieNeutralität versteinert imBewusstsein der Zeit- genossen,29 indemsiealsDeckerinnerung(ChristophDejung)fürdasVerhalten währenddesZweitenWeltkriegsdiente.DerdieersteDekadederNachkriegszeit prägende schweizerischeAußenminister,Max Petitpierre, postulierte die For- mel »Neutralität undSolidarität«underhobsodieNeutralität zurMaximeder schweizerischenAussenpolitik.ErstnachdemKaltenKriegwurdebekannt,wie 28 MarkusFurrer,»GebrocheneGeschichtendesKaltenKrieges–NarrativeundderUmbruch 1989–91 inSchweizerGeschichtswerken«, in:EvaMatthesundSilviaSchütze (Hg.),»1989« undBildungsmedien, (BeiträgezurhistorischenundsystematischenSchulbuchforschung), BadHeilbrunn:Verlag JuliusKlinkhardt, 2016, 278–287. 29 Vgl.Andreas Suter, »Neutralität. Prinzip, Praxis undGeschichtsbewusstsein«, in:Manfred Hettlingu.a.(Hg.),EinekleineGeschichtederSchweiz,FrankfurtamMain:Suhrkamp,1998, 133–188,hier179. Mythen imKaltenKrieg.DasBeispiel Schweiz 255 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY
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Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Title
Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern
Subtitle
Von Marathon bis zum Élyseée-Vertrag
Authors
Roland Bernhard
Susanne Grindel
Felix Hinz
Editor
Christoph Kühberger
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-0686-6
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
294
Category
Lehrbücher
Web-Books
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