Page - 96 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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Aus dem Gesuch um Wappenbesserung erfährt man ua, dass sein Vater
Bürgermeister in „Cöstnig“ war (s. Anhang). 512
Sebastian Bischoffs Nobilitationsgesuch verrät, dass er in höheren ksl Diensten
stand, er habe „bei der Ottomanischen Porten Zu Constantinopel“ und das „auf sein
aignen Costen, ohne alle ergezlichkheit, mit embsigen vloiß vnnd merkhlichen leibs
gefahr, wie auch bey dero HofCammerCanzley herferner, allenthalben in das
VierZehendtist Jar lang seinem eüssristen vermügen nach, sowol in lateinischem Alß
Teütschem Ingrossirn513, Registrirn,514 hin vnd wider neben den HofCammerDienern,
mit Goldt verschickhen, vnnd andern geschäfften, vnderthenigiststes vleiß
gedient,….“.515 Er ersuchte, der Kaiser möge ihm in Anbetracht „seiner Dienst vnnd
Zuepueß, dann auch weillandt seines vattern gewesten Burgermaisters Zu Cöstnig
seligen…“ Nobilitation und Rotwachs erteilen, ihm und seinen zwei leiblichen
Brüdern Jacob und Hanns Jacob Bischoff darüber ein „Diploma“ ausfertigen
lassen.516
Das Nobilitätsdekret hält fest, dass er und seine Brüder der Adelsgesellschaft
hinzugefügt seien, mit denselben Rechten und Pflichten ausgestattet „als ob Sie von
Iren Vier Ahnen, Vatter, Muetter vnd Geschlechtern beiderseits recht Edl geborn
Rittermessig Lohn vnd Thurniergenoßleuth weren. So haben wir Inen Ir anerErbt
Wappen damit noch weyland kaiser Ferdinand vnser geliebter Anherr hochlobig vnd
solch gedechtnus Irn Vattern begnadet,“ 517 erhoben.
Wie bei seinem Schwiegervater Niclas Khueperger, war auch hier bereits der
(allerdings im Falle Bischoff nicht namentlich genannte) Vater Bischoff von Kaiser
Ferdinand I. mit einem Wappen ausgezeichnet worden.518
Zur (möglichen) Verwandtschaft des Sebastian Bischoff seien folgende eventuell
zugehörige Hinweise angeführt:
Bereits am 1. April 1532 hatten die Brüder Georg, Jacob, Johann und Castelus
Bischoff Wappen mit Lehenartikel, ebenfalls datiert Regensburg, erhalten.519 Die
Brüder Leonhard, Georg, Kuno und Caspar Bischoff wurden am 29. Juli 1546
nobilitiert.520 Der Name Jacob kommt auch bei Sebastian Bischoffs Bruder vor.
Ob der in Innsbruck am 16. Juli 1511 mit einem Wappen begabte Andreas
Bistoff/Bischoff zur Verwandschaft des Sebastian Bischoff gehören könnte, ist
ebenso fraglich wie die Vergabe des „Wappens m.Lehenart.“ an die in
Kriegsdiensten gegen die Türken stehenden Brüder Blasius und Hanns Bischoff am
18. Juni 1563.521 Hanns Jacob hieß einer der Brüder Sebastian Bischoffs.
Ein Jacob Bischoff, in Kriegsdiensten Karls V., erhielt ebenfalls ein „Wappen m.
Lehenart.“, dat. Prag 18. August 1562.522
512
Mw Gösing an der Mariazellerbahn ( NÖ, oberhalb der Erlauf), oder Gösing am Wagram bei Fels. Vgl
Kommentar, mom, Klosterneuburg, Urk. Sign. 1192-1202.
513
Ingrossirn: einverleiben, ins Hypothekenbuch eintragen. Fichtinger, Glossar, 84.
514
Registrirn: Eintragen, verzeichnen, die Urkunden und Akten in Ordnung halten. Fichtinger, Glossar, 130.
515
ÖStA Wien, RA, Gesuch um Nobilitation S. Bischoff, o. D.
516
Ebd.
517
ÖStA Wien, RA, Nobilitation S. Bischoff, Regensburg, 26. Juli 1594.
518
Ebd.; Frank, Standeserhebungen, Bd I, A-E, 94, fol. 3 f.
519
Frank, Standeserhebungen, Bd I, A-E, 94.
520
Ebd.
521
Ebd.
522
Frank, Standeserhebungen, Bd I, A-E, 94.
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book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute