Page - 102 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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2.000 fl sollte aus dem Freistädtischen Schuldbrief erfolgen, er habe von dort aber
bis dato nur 1.100 fl erhalten.544
Die Vorgangsweise bei der Besetzung des lukrativen Mautamtes erinnert an einen
ähnlichen Verlauf bei Jobst Schmidtauer dÄ, dem Schwiegervater von Bischoffs
Stieftochter Anna Maria. Auch er hatte trotz der groĂźen gebotenen Summen
vermutlich wegen seiner Konfession keine reelle Chance. Sein Mitbewerber Johann
Baptist Pracher (! s.o.) erhielt das Amt fĂĽr 20.000 fl zu 6 %.545 Am 12. Juni 1588
hatte nämlich EH Matthias, den Burggrafen zu Steyr befohlen, seinen Rentmeister
(Schmidtauer) zu tadeln (wegen Glaubenskonflikten), der Pfarrer sei zu schĂĽtzen,
die Angelegenheit werde dem Kaiser gemeldet.546 Als EH Ernst am 20. Juli 1588
dem Kaiser vorschlug, Jobst Schmidtauer das Mautamt zu verleihen, wurde diesem
Johann Baptist Pracher vorgezogen.547
Bischoffs Gemahlin Barbara engagierte sich, während seiner geschäftlich bedingten
Abwesenheit, wo er seiner Angabe nach einige Zeit in der Hofkammer in Wien
zubringen musste, wegen der Auszahlung des mĂĽtterlichen Leihgeldes, zumal noch
60 Niederländische Gulden fehlten. Sie intervenierte 1598 für ihren „Herrn“ und
kündigte einen „Potsbrief“ an, gab aber der Hoffnung Ausdruck, die Freistädter
wĂĽrden es nicht so weit kommen lassen.548
Bischoffs Geduld ging indes allmählich zu Ende, er habe in diesen zweieinhalb
Jahren von den erlegten 10.000 fl keine Zinsen erhalten und finanziellen Schaden
erlitten, verlangte die RĂĽckzahlung des entlehnten Kapitals sowie die VergĂĽtung der
Schäden, drohte im April 1599 dem Vizedom, der für sein Geld gebürgt hatte, mit
Exekution.
Damit endete fĂĽr Sebastian Bischoff das Kapitel des Mautneramtes. Dass die
Querelen mit Bischoffs lutherischer Gesinnung in Zusammenhang standen, lässt
sich ua daraus erahnen, dass Matthias dann den Katholiken Hanns Bayer,
Stiftshauptmann von Göttweig als Mautner vorschlug.549
Am 1. April 1598 anerkannten BĂĽrgermeister, Richter und Rat der Stadt Linz, dass
die Stadt der Barbara Bischoffin 200 fl rheinisch a 15 Patzen, 60 Kreuzer schulde
und versprachen die Summe samt Zinsen binnen eines Jahres zu bezahlen.550 Auch
dieser Betrag sollte gewiss in die Ablösungssumme für das Mautneramt einfließen.
Mit der Datierung Haggn, 8. März 1601 kündigte Barbara Bischoff einen Schuldbrief
auf und verlangte 500 fl samt Zinsen von den Freistädtern. Diesen Schuldbrief hatte
ihr ihre „.freundliche Liebe Frau Muetter Salome Membhardtin an meiner väterlichen
Erbposition“ unter anderen Schuldbriefen überlassen und zugeordnet.551
544
OÖLA, StAF, VII Vermögen, Schulden der Stadt, 1. Teil. 1521-1593, Sch. 161, fol. 15, dat. 26. Februar 1599;
fol. 16, dat. 27. Februar 1599.
545
Schendl, Mautner Linz, 41. Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I (Ms).
546
Neumann, Steyr, 56.
547
AStL, LR C III F 3 /498 ff. Vgl Schäffer, GHft Hagen, Bd I, II (Ms).
548
OÖLA, StAF, VII Vermögen, Schulden der Stadt, 1. Teil. 1521-1593, Sch. 161, fol.13 dat. 28. September
1598; fol. 14 dat. 31.10.1598, fol. 16, dat. 27. Februar 1599.
549
Schendl, Mautner Linz, 42 ff.
550
AStL, LR B VII / 633.
551
OÖLA, StAF, VII Vermögen, Schulden der Stadt, 1. Teil. 1521-1593, Sch. 161, fol. 17, Haggn, 8. März 1601.
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book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
BĂĽrgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute