Page - 104 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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Archiven keinerlei Unterlagen und Hinweise entdeckt werden.557 Diese
Auslandsaufenthalte erklären seine Ablehnung der Gerhabenschaft für seine
Stieftochter am 22. April 1598 mit dem Argument, dass er „im Landt nit bleiblich sein“
würde. Er wird dabei als „Kai. Mt. Diener“ (nicht als Mautner, welches Amt er nur
interimsmäßig erreicht hatte) bezeichnet.558
Das Erbe des Stefan Engl von Wagrain:
Was das Engl´sche Erbe betrifft, so zog sich die Endlösung über Jahre hin. 1597 gab
es ua Verhandlungen zwischen den Gerhaben aus Steyr und der Stadt Linz wegen
eines bezüglich Ungeld geführten Ansatzes. 559
Fünf Jahre nach dem „Ableben des Edlen vesten Steffan Engl zu wagram“ (am 2.
Februar 1593 verstorben) war die Erbangelegenheit bezüglich seiner Tochter Anna
Maria Engl von Wagrain und zum Haggen immer noch unerledigt, wurden die
Gerhaben mehrmals gewechselt, ebenso wie die Verhandlungsführer. Erst am 18.
April 1598 kam es unter den landeshauptmannschaftlichen Kommissaren Heinrich
Nidehart/Nithart, Rentmeister zu Steyr und Melchior Höber/Huber, Stadtschreiber zu
Steyr, zu Ergebnissen, basierend auf dem Vertrag des Stefan Engl aus dem Jahre
1588 mit seinen Brüdern und der Schwester Regina Aidnin. Die Änderung der
Gerhaben nannte Carl Ludwig Fernberger zu Egenberg und Thimoteus Cramleitner.
Es folgte der Beschluss, dass Wagrain den Schätzwert von 1588 (s.o.) und beim
Mannesstamme verbleiben solle. Dabei wurde festgehalten, dass es keinen
Meierhof, auch keine Teilung in drei Teile gebe. Der Sitz Wagrain stehe seit über
100 Jahre dem Mannesstamm zu, die Abfertigung der Töchter erfolgte jeweils mittels
Geldbeträgen. Heinrich Nidehart unterschrieb für sich und anstatt des Melchior
Höber, „weil er Khrankhait halber nit schreiben khan“.560
Anna Maria (geb. vermutlich 1587) solle 1/3 des Wertes bekommen, sowie die
Kosten des von ihrem Vater für den Engl´schen Stammsitz aufgewendeten
Baumaterials. Zu neuen Gerhaben ernannte man am 22. April 1598 David Engl,
„als nägsten bluetsfreundt“ und den Stiefvater des Kindes, Sebastian Bischoff, Kai.
Mt. Diener. Als Kommissäre für die Überprüfung der Vormundschaftsrechnung
scheinen Timotheus Gramleitner, Hofsekretär, und Christof Humbler von Humenau,
Vizedomsgegenhändler auf. 561 Bischoff lehnte die Gerhabschaft mit dem
glaubensspezifischen Argument ab, dass er sich zeitweilig nicht im Lande aufhalten
würde, und somit nicht genug Zeit für „des khindts notturfft“ aufwenden könne. Ihm
folgte mit neuerlichem Gerhabenwechsel am 4. Mai 1598 in dieser Eigenschaft der
damalige Stadtrichter Colomann Torninger /Dorninger/ Darninger,562 als „mit dem
pupillen geschwistret khindt“ (s.o.), 563 Matteus (von) Urkauff / Vrkhauff,564 als
557
Laut Recherchen und Mitteilungen keine Unterlagen im StAUlm (Dr. Litz Gudrun), ELKB (Evang.-Luther.
Landeskirche Bayern, Dr. König Jürgen), Bayer. Hauptstaatsarchiv München (Mannsbart Claudia), 2009.
558
AStL, ELM.
559
AStL, LR B I A 8, 102/9047.
560
OÖLA, HA Wagrain, Sch. 5, Urkunden 1569>1600, Fasc. I, fol 2.
561
Ebd., fol 2, 2´, 3, dat. 18. und 22. April 1598. AStL, G 31 HA Wagrain, Bd 1, Nr. 137 / I 24 /Hülle 21.
562
1603 Bürgermeister zu Steyr, am 26. Dezember 1604 von den ksl Kommissären, vom Landesverweser Hanns
Haim von Reichenstein und den Äbten von Garsten und Kremsmünster wieder bestätigt. Neumann, Steyr, 74.
563
Colomann D., erw 1595 > 1609 war der Sohn des Adam D. (Handelsmann in Holz, des Neffen des
Eisenhändlers Colomann sen.), wohnhaft Steyr, Stadtplatz Nr. 35. Krenn, Häuserchronik Altstadt Steyr, Nr. 135.
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book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute