Page - 117 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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1617 auch Jobst Thomas als „von Rottenegg“ bezeichnete, mag sie ihm diesen
Besitz bereits überschrieben haben. Barbara Bischoff könnte demnach ihrem Enkel
bzw ihren Enkeln bereits zu Lebzeiten das Gut Hagen bzw die Einkünfte davon,
ebenso wie Rottenegg übertragen haben, wie es 1285 durch Kunigunde von
Schleunz für ihren Enkel Ulrich von Hochstetten belegt ist.658
Möglicherweise wollte Barbara Bischoff Verschuldung etc oder gar Verlust durch
ihren Schwiegersohn Jobst Schmidtauer von Oberwallsee verhindern.
Beim dritten Gemechtbrief dat. 14. Juni 1617 dürfte es sich um eine Zuwendung für
Tobias Zorer (Lehrer an der Landschaftsschule) gehandelt haben. Dieser schien im
Hagen wiederholt als Taufpate auf und ehelichte die zum zweiten Mal (nach dem 2.
Gemahl Adam Dettel) verwitwete Euphrosina Memhard. Ihr erster Gemahl war
Barbara Bischoffs Stiefvater Johannes Memhard gewesen.659
Zorer zog als Exulant nach Regensburg, wo er 1626 als Pate des Sohnes eines
ebenfalls aus Linz abgewanderten Schneiders aufschien.660
Am 20. Juli 1617 wurde Orttner Johann Jakob postumus getauft, dessen Vater Hans
Orttner als Tagwerker „unter der Bischoffin“ bezeichnet wurde.661
Barbara Bischoff dürfte noch im Herbst bzw Ende 1617 verstorben sein.
Einen weiteren Hinweis auf das Sterbedatum gibt ein Vermerk vom Schreiber der
Barbara Bischoff, Wolfgang Stauffenbuel: „endt Haggen Chronica II von W.
Stauffenbuel mit dem endt des 1617. jar ferttig auffgeschribt vnd bundtn“.662
Wie ua aus Eintragungen im Häuserverzeichnis der Stadt Linz, in Taz- und Ungeld-
Unterlagen, in der Urkunden-Auflistung des Schlossarchives Hagen, den
Taufmatrikeln usw hervorgeht, traten Barbara Bischoffs Tochter Anna Maria und
deren Familie, die Schmidtauer von Oberwallsee ihre Nachfolge an. Nach Anna
Maria Schmidtauers Tod (1619) übernahmen ihre Söhne Jobst Thomas und Hanns
Adam Schmidtauer dieses Erbe.663
Schließlich sollen noch einige Patenschaften der Barbara und des Sebastian
Bischoff ab der Erhebung des Landgutes Hagen zum Edelsitz angeführt werden664:
Am 10. Februar 1612 scheint die Bischoffin als Taufpatin der Barbara
Schwarzberger auf, Tochter des Matthias und Margaretha Schwarzberger,
Kupferschmied allhier.
„Barbara Bischöffin zum Hagen und Rotteneckh“ und „Elisabeth Eiringin“ waren
am 30. Juli 1612 Paten bei Johann Adam Liechtensteiger, Sohn des Johann
Bartholomäus Liechtensteiger, J.u.Dr. und Advocat bei der
Landeshauptmannschaft.665
658
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 3a, Nr. 64, Lade 4, Mappe 1. Handel-Mazzetti, Schleunz, 79 f. OÖLA,
Musealarchiv, Fam. Select, Sch. 48/4, Schmidtauer. Vgl. auch Hoheneck, II, fol. 374.
659
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 3a, Nr. 65, Lade 4, Mappe 1. Wacha, Kepler, 278.
660
Schnabel, Exulanten, 126.
661
AStL, ELM. Mutter: Eva, Pate: Tobias Zorer/Zorrer iuris studiosus. Zorer war nach dem Tod des Hieronymus
Megiser gemeinsam mit Johannes Kraut Gerhabe der hinterlassenen Kinder. Doblinger, Megiser, 22.
662
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 1.
663
Schäffer, GHft Hagen, Bd II (Ms).
664
AStL, ELM.
665
AStL, ELM. Mutter Magdalena.
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book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute