Page - 128 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
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regelmäßige Gepräge der sieben Plätze und 28 Gassen. Zum sechsten Platz waren
sechs Gassen als Zugang geplant, deren sechste durch den Stadel der Frau
Bischoff(in) führen sollte. Der Platz war im Bereich des Spittelhofes geplant,
gegenüber dem Praitenfelderhaus (siehe Bethlehemstraße Nr. 14) an der
Schliechtlgasse (heute Bethlehemstraße). Die sechste Bastei befand sich im Bereich
des ehemaligen Collegiums Nordicum, östlich der Kreuzung Bethlehemstraße-
Dametzstraße.695
*) Am 22. Juni 1607 erwarb das Stift Kremsmünster vom Bürgerspital ein Haus mit
Garten in der Vorstadt. Für die geplante große Gartenanlage kaufte es auch
angrenzende Grundstücke in der Bethlehemstraße (Vgl Kreczi, Linzer
Häuserchronik, 225, Nr. 398) von Barbara Bischoff (um 400 fl696) und Christina
Pirkmair. Dechant Christoph Zuppacher führte als Benefiziat des Bürgerspitals die
Verkaufs-Verhandlungen.697
Der Kremsmünsterer Abt Alexander a Lacu ließ zunächst von Francesco Silva einen
Ansitz mit prachtvollen Gärten errichten. Durch eine Gartenpforte bestand eine
Verbindung mit dem großen Gartenhaus und Park der Jesuiten. An der linken
südwestlichen Ecke stand später die 1711 erbaute Bethlehemkirche, welche 1962
abgetragen wurde. 698 Der ehemalige Ansitz wurde gegen Ende des 17.
Jahrhunderts vergrößert und sollte schließlich als Nordisches Stiftshaus und
Seminar der Priesterausbildung von Knaben aus Nordeuropa - für die
Gegenreformation in den protestantischen nordischen Ländern - dienen. Seit 1973
befindet sich das Linzer Stadtmuseum Nordico in diesem Gebäude. 699
Am 12. Oktober 1616 berichteten Bürgermeister Richter und Rat an Abt Anton von
Kremsmünster, dass das Grundstück, auf dem nun ein Haus stehe, einst den
Bürgern Matthias und Niclas Khueperger leibgedingweise überlassen worden
und von diesen auf die Tochter des letzteren, Barbara Bischoff übergegangen war.
Diesen drei Personen hatte der Dechant von Linz das Leibgedinge entzogen und
das Grundstück dem Stift Kremsmünster verkauft, worauf das Haus erbaut wurde.
Von diesem Leibgedinggrund hätten die Brüder Khueperger und die Bischoffin
jederzeit die bürgerlichen Steuern bezahlt. Die Einziehung erfolgte wider ihren
Willen. Die Bischoffin behielt das Leibgedinge in ihrer Steueranlage und versteuerte
es auch weiterhin.700
Ebenso zahlte Barbara Bischoff für die von ihr ererbten 14 Äcker an der
Spitalsgasse „neben einander angeraint mit einer Seiten an des Spitalbauern
695
Wilflingseder, Mitbürger, 134; 130.
696
Siehe Urkunde Christoph Zuppachers, 4. Zeile unter den fettgedruckten Wörtern: „vier hundert gulden“:
„Bischovin“. StiAKr, Urk. 1607-06-22. Stiftsarchivar P. Petrus Schuster, PI November 2010.
697
AStL, LR B VI 1/51/138. Kreczi, Linzer Häuserchronik, Bethlehemstr. 7/Nordisches Stiftshaus, Konskr. Nr.
362/398.
698
Schmidt, Linz in alten Ansichten, 271 f.
699
Das Wappen über dem Eingangstor des ehem. (1787 durch Ks Joseph II. aufgehobenen) Seminars erinnert
an Kg Erik von Schweden, Knut von Dänemark und Olaf von Norwegen. 1973 wurde das Stadtmuseum in dem
Gebäude untergebracht. Wacha, PI 21. Dezember 2004. Schultes, Linz, 228 ff. Katzinger, PI 2009.
700
AStL, LR B VI 1/415. Kreczi, Linzer Häuserchronik, Nr. 398/S. 225. Schultes, Linz, 228 ff.
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book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute