Page - 151 - in Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)
Image of the Page - 151 -
Text of the Page - 151 -
151
Hanns Adam gelangte der unter ihm stark reduzierte Hagen an Christoph Ernst von
Schallenberg, danach an Ferdinand von Cronpichl, Johann Ferdinand von Salburg,
seine Töchter Gräfin Maria Josepha von Salburg, und Maria Franziska von Clam und
an seinen Enkel Freiherr Nikolaus von Clam. Dieser veräußerte 1748 das Schloss
samt Zugehörungen an den Grafen Heinrich Maximilian von Starhemberg. Schloss
und Herrschaft verblieben 120 Jahre im Besitz der Starhemberger.
Vom Braumeister Vinzenz Schweeger 1868 erworben, gelangte es 1892 von dieser
Familie an die wohlhabende Lederfabrikantenwitwe Maria Anna Stöger. 1896
übernahmen zwei ihrer Enkel, Josef und Karl Weingärtner, den Besitz, wobei Josef
Weingärtner ihn bis 1948 innehatte und seiner Adoptivtochter Margarete Falk-
Weingärtner hinterließ. Bedingt durch deren unerwartet frühen Unfalltod 1954, traten
ihre Mutter und vier Geschwister das Erbe an, verkauften Schloss und
Zugehörungen 1956 an die Merkurversicherung, welche nach jahrelangem
Tauziehen 1963 die Demolierung durchsetzte.
Im Krieg nur eher geringfügig beschädigt, unter Josef Weingärtner und Margarete
Falk-Weingärtner wiederhergestellt, von den Besatzungsmächten verschont
geblieben, wurde es 1963 - vor exakt 50 Jahren, was dieser Veröffentlichung im
Jahre 2013 einmal mehr Bedeutung zuweist - wirtschaftlichen Interessen geopfert.
Zahlreiche Persönlichkeiten und Bürger betrauerten die Demolierung des
imposanten Schlosses, so Dr. Georg Wacha, der in seiner Publikation über Kunst in
Linz um 1600 festhielt:
„…ist Schloss Hagen zu nennen, mächtige Vordergrundkulisse der ältesten Linzer
Stadtansichten, mit dessen Abtragung Linz um einen traditionsreichen Bau ärmer
geworden ist “.742
Univ. Prof. Dr. Ernst Burgstaller übergab den Autoren dieser Publikation sein
bewegendes Gedicht in freien Rhythmen
„Ein Haken an dem Vieles hing“
„Still und wehmütig gestimmt stehe ich am Schloßberg oben.
Unverwandt sucht mein Blick den einst geliebten Ort,
dort drüben über der Urfahrwand stand gestern noch Schloß Hagen,
viertürmig, ehrfurchtheischend, ein Juwel, Ziel manchen Traumes,
eine Bastion gegen alles Kulturunglück das uns bedroht.
So erschien es mir stets; es war stark, mystisch - magisch umflort,
einst ein Kultplatz, ein Haken an dem Vieles hing,
ein adeliger Prachtbau, der mir stets unsterblich erschien,
der Kriege ertrug, und noch, Bomben-erschüttert, wie ein Fels in der Brandung
Stadt Linz und Dorf Hagen edle Abkunft bestätigt´, gewährt´.
Aus einfachster Frühzeit - Zelle und - Siedlung erwachsen,
wurde es zum Bauernhof, Edelmannsgut, adeligen Schloß,
religionstolerant, menschenachtend, hat die Untertanen geschützt.
Doch all diese Vorzüge bewahrten das alte, stolze Gemäuer nicht,
verständnisarme Menschen, nur wirtschaftlich denkend, trugen es ab,
besäßen langfristig nun ein Juwel, ein Kleinod, unnachahmlich,
742
Wacha, Kunst in Linz um 1600, 16.
back to the
book Niclas Khueperger - (1531 bis 1597)"
Niclas Khueperger
(1531 bis 1597)
Bürgermeister der Stadt Linz zur Zeit der Reformation und Gegenreformation
- Title
- Niclas Khueperger
- Subtitle
- (1531 bis 1597)
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Eigenverlag
- Location
- Linz
- Date
- 2013/2015
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.0 cm
- Pages
- 162
- Category
- Geographie, Land und Leute