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Firmidia822
Firmidia Mussa
2. Jh.
Geograph. Lebensmittelpunkt: Steiermark (Noricum).
F. M. ist Ehefrau des Lucius Gautius Finitus, eines Ädilen von Flavia Solva, außerdem Mut-
ter der Finita, die mit 5 Jahren verstorben ist. Als Angehörige der munizipalen Oberschicht
haben sie das römische Bürgerrecht, dürften aber aufgrund ihrer Namen Einheimische sein.
Qu.: Grabstein eingemauert im Schloss Seggau (CIL III 5344).
L.: Wedenig 1997, Weber 1969a Theresia Pantzer
Firnberg Hertha; Wirtschafts- und Sozialwissenschafterin, Politikerin und
Bundesministerin
Geb. Wien-Währing, 18. 9. 1909
Gest. Wien, 14. 2. 1994
Herkunft, Verwandtschaften: Mutter: Anna Firnberg, war vor ihrer Heirat als Beamtin tätig,
danach im Haushalt; Vater: Dr. Josef Firnberg, beide engagierte Sozialdemokraten; zwei
Brüder, beide an Kriegsfolgen gestorben; Schwester: Trude. Ab 1916 lebte die Familie in
Korneuburg, danach übersiedelte sie nach Niederrußbach im niederösterreichischen Wein-
viertel, wo der Vater als Gemeindearzt tätig war.
LebenspartnerInnen, Kinder: H. F. war vor dem Zweiten Weltkrieg zweimal verheiratet,
beide Ehen wurden geschieden. Sie lebte mit ihrer jüngeren Schwester Trude zusammen,
die im gemeinsamen Häuschen in Wien-Favoriten eine Leihbibliothek führte.
Ausbildungen: Gymnasium der Bundeserziehungsanstalt Wien, Kalvarienberggasse; zwei
Semester Jus an der Universität Wien, danach Studium der Sozial- und Wirtschaftswis-
senschaften an den Universitäten Wien und Freiburg, 1936 Dr. phil. in Sozial- und Wirt-
schaftswissenschaften; der Grund für den Abbruch des Jus-Studiums war laut H. F. eine
öffentliche Absichtserklärung eines Universitätsprofessors, keine Frauen bei der Prüfung
durchkommen zu lassen (Die Zeit, 5. 3. 1982).
Laufbahn: 1926 Beitritt zu den Sozialistischen Mittelschülern, 1928 Eintritt in die SDAP,
unter dem NS-Regime nicht illegal tätig, während des Zweiten Weltkrieges Buchhalterin
im Modeverlag Wiener Weltmode; September 1945 bis Mai 1946 Bilanzbuchhalterin bei
der Städtischen Bestattung der Gemeinde Wien, freie Wirtschaftsjournalistin, Verlags
arbeit
(Prokura), 1946 –1948 Assistentin und Bibliothekarin am Seminar für Wirtschafts- und
Sozial
geschichte der Universität Wien, Besuch von Statistik-Vorlesungen, in dieser Zeit
Mitglied im Bund Sozialistischer Akademiker (BSA), 1948 –1969 „Leitender Sekretär“ der
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich, Leiterin der Studienbibliothek,
1948 Abteilung für Statistik in der AK NÖ, Aufbau einer sozialwissenschaftlichen Biblio-
thek, in der Folge vom Österreichischen Arbeiterkammertag als ordentliches Mitglied in die
statistische Zentralkommission delegiert, Mitglied verschiedener Fachbeiräte, Expertin für
sozialpolitische Angelegenheiten; 1959–1970 Mitglied der österreichischen Delegation zur
Parlamentarischen Versammlung des Europarates, verschiedene Funktionen (Fritjof-Nan-
sen-Ring), Vizepräsidentin der Kommission für Flüchtlings- und Bevölkerungsfragen der
Parlamentarischen Versammlung des Europarates, seit 1959 Mitglied des Asylbeirates im
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika