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Firnberg | F 823
Bundesministerium für Inneres, Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Wien-Fa-
voriten, 1966 (1967) –1981 Vorsitzende des Bundes-Frauenkomitees der SPÖ als Nachfol-
gerin von Rosa Jochmann, dadurch innerparteiliche Stärkung, sie wurde dies „parteiintern
überraschend“ (profil, 9. 4. 1975); 1967–81 Stellvertreterin des Bundesparteivorsitzenden und
Mitglied des Bundesparteipräsidiums, Bundesvorstandsmitglied des BSA, Vorsitzende der
Frauenarbeitsgemeinschaft im BSA; Mitglied des Bundesrates SPÖ 26. 6. 1959 –16. 10. 1963,
Abgeordnete zum Nationalrat für den Wahlkreis 5 (Wien-Südost) (X.–XII. GP) SPÖ
16. 10. 1963–24. 6. 1970, Abgeordnete zum Nationalrat (XII.–XV.GP) SPÖ 19. 10. 1970–
18. 5. 1983, Sprecherin der sozialistischen Fraktion in Bildungs-, Wissenschafts- und For-
schungsangelegenheiten, Sprecherin für Fragen der Rechtsreform und Mitglied des Justiz-,
des Finanz- und Unterrichtsausschusses (letzterer war bis 1971 auch für Wissenschaft und
Forschung zuständig); der Ausgang der Nationalratswahlen vom 1. 3. 1970 deutete zunächst
auf eine Koalition zwischen SPÖ und ÖVP hin. Nachdem die Koalitionsverhandlungen nach
den Wahlen 1970 an der Ressortverteilung scheiterten, wurde im SPÖ-Vorstand die Bil-
dung einer Minderheitsregierung beschlossen. Nachdem Bruno Kreisky H. F. 1968/69 im
Rahmen seiner Aktion 1400 Fachleute mit der Ausarbeitung eines Humanprogrammes be-
traut hatte, lag es nahe, dass H. F. nach dem Wahlerfolg vom März 1970 ein Umwelt- und
Gesundheitsressort übernehmen würde. Aber Kreisky überlegte es sich im letzten Moment
anders und wollte jemanden, vor dem „die Professoren Respekt hätten“ und bestellte H. F.
zur Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung (26. 7. 1970–24. 5. 1983), erste sozi-
alistische Ministerin Österreichs, zunächst ohne Portefeuille, da ihr Ressort erst durch eine
Umstrukturierung der Kompetenzen – vornehmlich im Unterrichtsministerium – festgelegt
werden musste. Die ÖVP stimmte gegen die Errichtung eines Wissenschaftsministeriums,
was wenig Verhandlungsbereitschaft H. F.s mit der ÖVP später zur Folge hatte. Als H. F. das
Ministeramt antrat, war sie 61 Jahre alt, sie gehörte zu den ganz wenigen, für die eine Aus-
nahme von der Altersklausel der SPÖ gemacht wurde. In ihrer Funktion als Ministerin setzte
sie sich für die konsequente Förderung von Frauen ein. Der Kern der Firnbergschen Struk-
turreform war das Universitätsorganisations-Gesetz (UOG 1975). Es sollte vor allem demo-
kratische Entscheidungsabläufe an den Universitäten sichern. Mit dem Rücktritt Kreiskys
als Bundeskanzler nach den Nationalratswahlen 1983 endete auch die Amtsperiode H. F.s.
Sie zog sich ins Privatleben zurück, behielt aber verschiedene Funktionen wie z. B. jene als
Kuratoriumsmitglied des Dokumentations
archivs des Österreichischen Widerstandes, bis ca.
1991 war sie auch Vorsitzende der Österreichisch-Sowjetischen Gesellschaft. Präsidentin des
Arbeiter-Samariterbundes.
Ausz.: Zahlreiche nationale und internationale Ehrungen, Ehrendoktorate u. a. Mehrere
Preise und Förderungen wurden nach ihr benannt, seit 2001 erinnert auch die Hertha-Firn-
berg-Straße in Wien-Favoriten an die Politikerin. Großes Silbernes Ehrenzeichen für Ver-
dienste um die Republik Österreich, 1969 Großkreuz des Belgischen Kronenordens, 1971
Trägerin des Goldenen Nasenringes, 1972 Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für
Verdienste um die Republik Österreich, 1974 Verdienstorden II. Klasse der Volksrepublik
Polen, 1974 Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um das Land
Wien, 1975 Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland, 1976 Großkreuz des Verdienstordens des Großherzogtums
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
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- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika