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Fleischhacker | F 847
im Salzburger Mozarteum. Sang bevorzugt Hauptrollen in Mozart- und Richard Strauss-
Opern und war auch als Oratoriensängerin geschätzt.
L.: Keckeis/Olschak 1953, Killy 1996, Kürschner 1956
Fleischhacker Hedwig; Historikerin
Geb. Wien, 19. 6. 1906
Gest. München, Deutschland, 1978
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Regierungsrat im Finanzministerium.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1940 Heirat mit Hans Übersberger, Historiker, Osteuro-
pa-Experte, Begründer der Wiener Osteuropaforschung.
Ausbildungen: Schauspielstudium am Reinhardt-Seminar, daneben Studium der Geschich-
te, Kunstgeschichte und Sprachwissenschaft an der Universität Wien, 1929 Promotion.
Laufbahn: Nach dem Tod ihres Vaters, im Studienjahr 1926/27, an Hans Übersbergers Se-
minar für Osteuropäische Geschichte als Bibliothekarin tätig; 1931–34 als wissenschaftliche
Hilfskraft. Danach mit ihrem Lehrer und Vorgesetzten nach Breslau, wohin Übersberger
berufen wurde. 1937–1944 in Berlin, hier folgte 1938 ihre Habilitation. Aufgrund ihrer na-
tionalsozialistischen Vergangenheit bedeutete das Ende des Krieges auch das Aus für ihre
Karriere. 1952 übersiedelte sie nach München, wo sie weiter wissenschaftliche Arbeiten
durchführte und publizierte. H. F. war maßgeblich an der Öffnung der österreichischen Ge-
schichtswissenschaft in Richtung Osten beteiligt und erwarb sich Verdienste um das Semi-
nar für Osteuropäische Geschichte.
W.: „Studien zur osteuropäischen Geschichte. Diss. Univ. Wien“ (1929), „Russland zwischen
zwei Dynastien (1598–1613). Eine Untersuchung über die Krise in der obersten Gewalt“
(1933), „Peter der Große“ (1936), „Die deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion.
Der Faktor Hunger“ (1965), „Mit Feder und Zepter. Katharina II. als Autorin“ (1978)
L.: Leitsch/Stoy 1983, Mazohl-Wallnig 1979, Mazohl-Wallnig 2002, Wagner 1979
Fleischhacker Maria, geb. Kurnik; Hausbesorgerin und Widerstandskämpferin
Geb. St. Marein bei Erlachstein, Stmk., 11. 11. 1879
Gest.?
M. F. wird am 11. November 1879 als Maria Kurnik im untersteirischen St. Marein geboren,
wo sie nach der Schulausbildung mit 14 Jahren zu einem Kaufmann in Dienst geht. Über
Marburg (Maribor) kommt sie 1900 nach Graz, wo sie ihren ersten Mann, den Tischler
Gottfried Freihsl heiratet, mit dem sie zwei Kinder hat und von dem sie sich 1914 scheiden
lässt. Sie erzieht ihre Kinder zunächst allein, ehe sie 1920 nochmals heiratet. Da ihr zweiter
Mann Kriegsinvalide ist, muss hauptsächlich sie für den Unterhalt der Familie – zu den
beiden Kindern aus der ersten Ehe kommen noch zwei weitere hinzu – aufkommen. So
arbeitet sie u. a. gleichzeitig als Hausbesorgerin und Bedienerin. Sie gehört seit Anfang der
1920er Jahre bis zum Verbot 1934 der Sozialdemokratischen Partei an. Als in Graz 1940
eine neue Leitung der KPÖ aufgebaut wird, die u. a. Flugschriften ins weststeirische In-
dustriegebiet bringt, arbeitet ihre Tochter Hildegard Burger hier teilweise führend mit, die
auch ihre Mutter hierbei einbindet. So wird etwa die von Richard Zach gemeinsam mit
Elfriede Neuhold verfasste kommunistische Zeitschrift „Der Rote Stoßtrupp“ von Erich
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika