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LebenspartnerInnen, Kinder: 1931 Heirat mit Hans Herzka; Sohn: Heinz Stefan (* 1935);
Tochter: Ines Katrin (* 1945) starb mit 3 Monaten wahrscheinlich an Plötzlichem Kindstod.
Ausbildungen: Mädchenfortbildungsschule, 1920 –26 Studium der deutschen und franzö-
sischen Literatur, Psychologie und Philosophie an der Universität Wien; 1924 Promotion,
1928 Lehramtsprüfung.
Laufbahn: Aktiv beteiligt an den Veränderungen im Roten Wien; noch während des Stu-
diums Mitarbeiterin von Charlotte Bühler; 1925 Bekanntschaft mit Alfred Adler, Engage-
ment im Individualpsychologischen Verein, Referate im Verein, Kurse an Wiener Volks-
hochschulen, Mitarbeit in städtischen Erziehungsberatungsstellen, Psychotherapie mit von
Alfred Adler vermittelten Patienten, 1928–1931 Französisch-Unterricht an einer Mädchen-
schule, daneben Aufbau eines privaten Kinderheimes für Kinder und Jugendliche ab 14 Jah-
ren, Tätigkeit in der Jugendberatung, nach der Beziehung mit Erwin Wexberg Rückzug
von der Individualpsychologischen Vereinigung; 10. 8. 1938 Emigration nach Amden in der
Schweiz, 10 Jahre lang ständig drohende Ausweisung, dort Wiederaufnahme ihrer psycho-
logischen Beratungstätigkeit, Bemühen um Einreiseerlaubnis in ein anderes Transitland;
1939 Berufung nach London von dem medizinischen Leiter des Institute of Child Psy-
chology, Ethel Dukes, der sie wegen fehlender Einreiseerlaubnis für Mann und Sohn nicht
folgte; in Zürich Besuch von Seminaren C. G. Jungs, Lehranalyse bei Toni Wolff, Kurse an
Volkshochschulen, 1950 Niederlassungsbewilligung in der Schweiz, in den letzten Lebens-
jahren trotz angegriffener Gesundheit und zunehmender Erblindung, psychologische Bera-
tungstätigkeit. Sie schrieb ab 1926 zahlreiche Artikel für Tageszeitungen und Zeitschriften
in Deutschland und der Schweiz.
Geprägt durch die liberal aufgeklärte Haltung der Schuldirektorin Malvine Friedmann,
Freundschaft mit Oskar Ewald, Beeinflussung durch dessen religiös-sozialistische Wel-
tanschauung und seiner Idee des metaphysischen Realismus; Alex von Muralt, Viktor
Frankl, Willi von Gonzbach und Erwin Wexberg bestärkten sie darin, in Wien noch einmal
Vorträge zu halten, was aber nicht mehr verwirklicht werden konnte.
Qu.: Nachlass: Archiv für Zeitgeschichte Zürich.
W.: „Die Lyrik von Hieronymus Lorm. Diss. Univ. Wien“ (1924). „Geschwister. Du und der
Alltag“ (1926)
L.: Bruder-Bezzel 1996, Hoerschelmann 1997, Kenner 2002, ÖNB 2002, Uehli Stauffer 1995
Freitag Herta, geb. Taussig; Mathematikerin
Geb. Wien, 6. 12. 1908
Gest. Roanoke, Virginia, USA, 25. 1. 2000
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Wiener Kaufmann, Journalist der „Neuen Freien Presse“.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1950 verheiratet mit Arthur Freitag († 1978).
Ausbildungen: Studierte an der Universität Wien mit dem Studienziel Mathematiklehrerin
und beendete ihre Ausbildung 1934. In den USA Studium an der Columbia University
(Master 1948, Ph.D. 1953).
Laufbahn: H. F. emigrierte 1938 mit einem Hausangestellten-Visum nach GB. Erst nach
ihrer Emigration in die USA, mit angeblich nur zehn Dollar in der Tasche, konnte sie als
Mathematik-Lehrerin arbeiten. Sie erhielt eine Lehrerinnenanstellung an der Greer School,
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika