Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Page - 938 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 938 - in biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H

Image of the Page - 938 -

Image of the Page - 938 - in biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H

Text of the Page - 938 -

F | Froiza938 Peter von Ungarn (reg. 1038 –1041; 1044 –1046, † 1059) zu seinem Schwager Markgraf Adal- bert (amt. 1018–1055) geflohen ist. Der ungarische König war ein Sohn des Dogen Otto Orseolo (reg. 1008 –1024; 1024 –1026; † 1032), und einer Schwester König Stephans I., des „Heiligen“ von Ungarn (reg. 1000 –1038). Nach der Exilierung seines Vaters in Byzanz, hat er, vermutlich zusammen mit seiner Mutter und Schwester, in Ungarn Zuflucht gefunden. Peter wurde nach dem Tod seines Sohnes Emmerich (Imre) († 1031) von Stephan I. zum Nachfol- ger designiert. Peters Regentschaft wurde jedoch bald durch Konflikte mit Adel und Kirche überschattet, sodass er außer Landes ging und sich zunächst zu seinem Schwager begab, der damals anscheinend bereits mit seiner Schwester verheiratet war, bevor er am Hof König Heinrichs III. (reg. 1039–1056; seit 1046 Kaiser) Unterstützung suchte. LebenspartnerInnen, Kinder: Aus der Ehe mit Markgraf Adalbert von Österreich (reg. 1018– 1055) ging vermutlich der Sohn Ernst und Nachfolger seines Vaters im Markgrafenamt hervor. Laufbahn: Der Name der zweiten Frau Markgraf Adalberts, Froiza bzw. Frowila, geht aus Ur- kunden hervor. Mit F. stehen zum einen zwei Diplome Kaiser Heinrichs III. im Zusammen- hang. Sie wird zusammen mit Adalbert in Urkunden vom 21. April 1048 und vom 12. Novem- ber 1051 genannt; dem Markgrafenpaar werden jeweils 30 Königshufen am Zusammenfluss der beiden Zayabäche (Zaya und Taschelbach) im Raum von Mistelbach bei Horn bzw. in der Gegend von Grafenberg und Umgebung im Raum von Eggenburg zur Kolonisation überlas- sen. Zum anderen wird sie nach Adalberts Tod erneut beschenkt. Als Kaiserin Agnes († 1077) und ihr achtjähriger Sohn Heinrich IV., für den sie die Vormundschaftsregierung führte, sich auf dem Rückweg von der Reise an die Grenzen des Reiches zum Friedensschluss mit Ungarn und der Verlobung der Schwester Heinrichs, Judith († 1093/95), mit dem ungarischen Thron- folger Salomo (König von Ungarn 1063 –1074; † 1087) befand, wurde auf ihre Intervention hin, die Markgräfin, hier Frowila genannt und als Witwe des Markgrafen ausgewiesen, mit 20 Königshufen im Tullnerfeld und zwar in Erpersdorf, „Pirchehe“ (vielleicht eine Vorgän- gersiedlung des heutigen Neusiedl) und angrenzenden Plätzen bedacht. Die Urkunde ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Babenberger für die Ungarnpolitik, in die vielleicht auch F. ob ihrer venezianisch-ungarischen Herkunft eingebunden war. In den beiden erstgenannten Urkunden steht der Name Markgräfin Froiza, auf Rasur; der getilgte Name ist nicht mehr zu erkennen. Es wird vermutet, dass der spätere Eintrag, der in beiden Urkun den von derselben Hand erfolgte, erst nach Ausstellung des dritten Diploms gemacht wurde. Über die möglichen Gründe, die zur Tilgung des ursprünglichen Namens führten, kann nur spekuliert werden. Nach Karl Lechner (Lechner 1976) entstammte der Sohn Ernst und Nachfolger Adalberts in der Mark der Verbindung mit F., wenngleich es kein explizites Zeugnis dafür gibt. Geht man aber davon aus, dass die Immedingerin Glismod († 5. Februar 1026 oder in einem Jahr davor) Adalberts erste Gemahlin war, und in der Urkunde von 1052, die die Beilegung des Erbschafts- streits mit dem Kloster Abdinghof besiegelt, Ernst nicht genannt ist, erscheint die Zuordnung zu F. plausibler. – Wann F. gestorben ist, ist nicht überliefert. Die Nekrologien von Melk und Klosterneuburg haben ihren Todestag zum 17. Februar vermerkt. L.: Kupfer 2000, Kupfer 2009, Lechner 1976, Molecz 2000, Niederösterreichisches Urkun- denbuch 2008, Rando 2000, Stieldorf 2012, Szabolcz de Vajay 1962, Varga 2003 Ingrid Roitner
back to the  book biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H"
biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
1, A – H
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1422
Category
Lexika
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
biografiA.