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Horn1378
L.: Brümmer 1913, DBE, DBI, DLL, Geißler 1913, Giebisch/Pichler/Vancsa 1948, Hall/
Renner 1992, Keckeis/Olschak 1953/54, Kosch 1933, Nagl/Zeidler/Castle 1899–1937, Nigg
1893, ÖBL, Pataky 1898, Renner 1993, Schmid-Bortenschlager/Schnedl-Bubenicek 1982,
Sonntag 1906, Steinegger 1938, NFP 23. 4. , 26. 4. , 1. 5. 1903
Karin Walzel
Horn Erika, geb. Hinterlechner; Gerontologin, Erwachsenenbildnerin und Schriftstellerin
Geb. Spittal an der Drau, Kärnten, 7. 8. 1918
Herkunft, Verwandtschaften: Der Vater war Bahnhofsvorsteher. Er schloss sich später den Na-
tionalsozialisten an. Die Mutter stammte aus einer Offiziersfamilie mit böhmischen Vorfahren.
LebenspartnerInnen, Kinder: Heiratete einen Assistenten am Institut für Neuere Geschich-
te; drei Söhne, acht Enkelkinder, zehn Urenkel.
Ausbildungen: Besuchte die Hauptschule, da es damals noch kein Gymnasium in Spit-
tal an der Drau gab. Schloss die Lehrerinnenbildungsanstalt in Graz ab, maturierte 1937.
Studierte Geschichte und Philosophie, promovierte 1940. Später Ausbildung als Ehe- und
Lebensberaterin.
Laufbahn: Wuchs in Spittal an der Drau auf. Sie wurde später Mitglied der „Evangelischen
Kreuzfahrer“, eine getarnte Hitlerjugendgruppe, und wurde schnell eine Anhängerin Hit-
lers und BDM-Führerin. Unterrichtete in einer „Volkspflegerinnenschule“, der ehemaligen
Lehranstalt für Fürsorgerinnen. 1944 wendete sie sich vom Nationalsozialismus ab. Sie fühl-
te sich schuldig. 10 Jahre lang musste sie ihre schwer depressive Mutter pflegen. Später
arbeitete sie im Bildungshaus Maria Trost mit und engagierte sich in der Arbeit mit alten
Menschen. Mit 56 Jahren wurde sie Angestellte der von ihr mitbegründeten „Fachschule
für Altendienste“ der Caritas. Später erhielt sie einen Lehrauftrag an der Universität Graz,
im Rahmen des Lehrganges für interdisziplinäre Gerontologie, den sie mitbegründet hatte.
Außerdem war sie im Katholischen Bildungswerk und in der Familienhilfe der Caritas tätig.
Anfang der 1980er Jahre initiierte sie die christlich-jüdische Bibelwoche im Bildungshaus
Maria Trost. Arbeitete noch im hohen Alter in der Hospizbewegung.
Ausz.: 1991 Verleihung des Professorentitels, 1999 Paul-Petry-Sonderpreis, Großes Gol-
denes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, Bürgerin der Stadt Graz, 2003 Josef-Krai-
ner-Heimatpreis.
W.: „Foxel. Eine Hundegeschichte“ (1942), „Das Weihnachtskind. Erzählungen und Lieder
für die Weihnachtszeit“ (1942), „Die Gestaltung der Lebensfeiern. Graz: Gauleitung der
NSDAP. Steiermark“ (1944), „Es gibt noch Wunder. Die schönsten Legenden“ (1949), „Der
Ingridhof“ (1950), „Gundel kämpft um Strupps“ (1952), „Unser Muttertagsbuch. Hg. Ar-
beitsgemeinschaft für Fest- und Feiergestaltung beim Landesjugendreferat der Steiermärki-
schen Landesregierung. Graz“ (1953, mit Manfred Straka), „Filmstar Catty bringt das Glück“
(1954), „Du sollst Segen sein. Vom Sinn des Alters“ (1964), „Annegret“ (1964), „Aufsätze
und Aufzeichnungen aus sechs Jahrzehnten“ (1968, mit Walter von Semetkowski), „Franz M.
Kapfkammer. Bekenntnis und Dienst. Zum 65. Geburtstag“ (1971, mit Kurt Kojalek)
L.: Welzig 2006, Erika Horn, Pionierin der Altenarbeit in der Steiermark, 89 Jahre jung. In:
Informationen für die Frau in der Steiermark, Nr. 3, 2005, www.steirische-berichte.at
Susanne Blumesberger
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika