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erleidet schließlich einen Nervenzusammenbruch. Am 29. April 1945 wird Aichach durch
die Amerikaner befreit. Die Heimreise zu Kriegsende gleicht eher einer Flucht, die J. zwingt
in Braunau Halt zu machen. Bei einem Bauern auf dem Heuboden verbringt sie die unru-
hige Nacht, bevor ihr am nächsten Tag der Bürgermeister weiterhilft. Sie lernt dabei den
Braunauer Zeugen Jehovas und Tischler Ferdinand Buchner kennen, den sie am 31. Jänner
1948 ehelicht. Sie ist mit ihm bis zu dessen Tod am 15. Juni 1991 verheiratet. Das Ehepaar
Buchner wohnt in Braunau, Pfarrhofgasse 1. J. geht nach ihrer Eheschließung keiner beruf-
lichen Beschäftigung nach und bleibt kinderlos. 1947 wird ihr Antrag auf Opferfürsorge
abgelehnt mit der Begründung, dass sie keinen politischen Einsatz für die Freiheit und
Unabhängigkeit Österreichs geleistet und sich „lediglich“ im Rahmen der Organisation der
Bibelforscher betätigt habe. Am 10. Mai 1949 wird ihr schließlich doch der Opferausweis
ausgestellt. Am 24. März 2004 wird die bereits hundertjährige J. vom Landesgericht für
Strafsachen Wien rehabilitiert. Auf Antrag der Glaubensgemeinschaft wird das 1941 ge-
fällte Urteil aufgehoben und ihre Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus endgültig
bestätigt. J. B. verstarb am 10. März 2009 im Altersheim Braunau.
Qu.: DÖW 14201, DÖW 1545, DÖW 19509, Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo
Wien, Jehovas Zeugen Österreich/Geschichtsarchiv: Rehabilitierungsbescheid des LG für
Strafsachen in Wien.
L.: Braunauer Rundschau, 22. 4. 2004, Dokumentationsarchiv 1984, Dokumentationsarchiv 1987a,
Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009, Lichtenegger 1984, Schwanninger 2007, Profil, 3. 5. 2004
Heidi Gsell
Hruby Margarete; Margarethe Klein; Schauspielerin
Geb. Wien, 1897
Gest. Ottobrunn, Deutschland, 1966
LebenspartnerInnen, Kinder: Verheiratet mit Manfred Fürst.
Laufbahn: 1929/30 an der Tribüne Berlin engagiert. Schauspielerin im Ensemble der Wie-
ner Reinhardt-Tournee, unter anderem beim Gastspiel am Neuen Deutschen Theater Prag.
Ging über Frankreich nach Großbritannien. Wirkte im März 1940 bei der Eröffnungsver-
anstaltung der „Kleinen Bühne“ London mit. Am Tag der Premiere der „Kleinen Bühne“
wurde sie verhaftet und anschließend interniert. Emigrierte in die USA und nahm an der
seit 1941 laufenden Aufbau-Radiostunde teil. Im Juli 1945 Mitwirkung bei kabarettisti-
schen Abenden des „Assistance League Playhouse“. Teilnahme an Veranstaltungen des „Je-
wish Club of 1933“ und am Wildhire Ebel Theatre. Kehrte in die BRD zurück und nahm
Filmrollen an.
L.: Trapp/Mittenzwei 1999, http://www.filmportal.de
Hruschka Annie, Ps. Erich Ebenstein; Schriftstellerin
Geb. Graz, Stmk., 12. 4. 1867
Gest. Rein bei Graz, Stmk., 15. 7. 1929
Herkunft, Verwandtschaften: Vater: Rechtsanwalt.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1890 Heirat mit Alois Hruschka (1852–1921), Mittelschul-
lehrer, ebenfalls schriftstellerisch tätig.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika