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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
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H | Hubmaier1400 1525 mit weiteren 60 Personen vom Mitbegründer der Züricher Taufbewegung Wilhelm Reublin selbst taufen lassen und in den folgenden Wochen in Waldshut das Täufertum eta- bliert. Gleichzeitig war Waldshut in den süddeutschen Bauernkrieg involviert; auch Hub- maier verhandelte mit den Bauern. Als am 5. Dezember 1525 habsburgische Truppen die Stadt belagerten und Waldshut vor der Kapitulation stand, flüchtete Balthasar Hubmaier und begab sich zu Täuferfreunden nach Zürich. E. folgte ihm dorthin. In Zürich wurde mittlerweile die Wiedertaufe als kapitales Delikt geahndet. Der kranke Hubmaier wurde auf Befehl des Züricher Rates gefangengenommen und gefoltert  – auch E. war verhaftet und verhört worden  –, schließlich zum Widerruf seiner Tauflehre gezwungen und der Stadt verwiesen. Im April 1526 begab sich das Ehepaar Hubmaier über Konstanz und Augsburg vermutlich auf dem Weg der Donau entlang nach Mähren, wo sie im Juli 1526 eingetrof- fen sein dürften. Dort eröffnete sich für den Theologen in der nahe der österreichischen Grenze gelegenen Stadt Nikolsburg (Mikulov) im Gebiet der Herren von Liechtenstein ein neues Betätigungsfeld. Alsbald gelang es Balthasar Hubmaier, den örtlichen Klerus und die liechtensteinische Obrigkeit von seiner Theologie inklusive seiner Tauflehre zu über- zeugen. Wie schon in Regensburg kam es auch hier zu Massenbewegungen, die auch auf das benachbarte Niederösterreich ausstrahlten. Die Nikolsburger Reformation nahm ein abruptes Ende, als Erzherzog Ferdinand I. von Österreich († 1564) nach der Schlacht bei Mohács (29. August 1526) die Regierung in den Ländern der böhmischen Krone übernahm und die Täufer vehement verfolgte. Im Sommer 1527 erzwang er von den Liechtensteinern die Auslieferung des des Hochverrates angeklagten Balthasar Hubmaier. E. wurde mit ihm zusammen nach Wien gebracht, und ihrer beider Leben war besiegelt. In seiner Gefangen- schaft auf Burg Kreuzenstein nahe Korneuburg, wohin Hubmaier wenige Wochen später verlegt worden war, verfasste er die an König Ferdinand adressierte Schrift „Eine Rechen- schaft des Glaubens“. Darin stellt er seiner Frau ein Zeugnis ihres tiefen Glaubens aus. Er kenne keinen Menschen, der im Gebet ernster und inbrünstiger sei als diese. E.s Glaubens- treue wird auch durch den Augenzeugenbericht Stephan Sprügels von der Hinrichtung Balthasar Hubmaiers, E.s und zwei weiterer Täufer bestätigt. Balthasar Hubmaier wurde am 10. März in Wien verbrannt. Da E. von ihrem Glauben nicht abließ, wurde auch an ihr das Todesurteil vollzogen; sie wurde drei Tage später in der Donau ertränkt, indem sie mit einem Stein um den Hals von der Brücke in die Fluten gestürzt wurde. E.s Todesurteil durch Ertränken ist im Hintergrund auf dem Bild von Balthasar Hubmaier in Christof- fel van Sichems Porträtbuch der wichtigsten Häresiarchen (Historische Beschreibüng und abbildünge der fürnembste Haubtketzer, so von de Catholische und Christliche Kirchen, gleich fur Schwörmer [ … ] verbannt, Amsterdam 1608; [auch holländische und lateinische Ausgabe]), dargestellt, allerdings nicht als Sturz von der Brücke. L.: Beck 1883, Eichinger/Enzenberger 2011, Forster 1985, Hubmaier 1962, Muralt/Schmid 1952, Rothkegel 2004, Windhorst 1986 Ingrid Roitner
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
1, A – H
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1422
Category
Lexika
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