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biografiA. - Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
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H | Hümbelin1410 Jahren aufgestaute Unmut in der Bevölkerung gegen die Regierung Ignaz Seipels und ihrer parteilichen Justiz führen schließlich zur Eskalation und zum Brand des Justizpalastes. L. H. maturiert 1928, sie inskribiert Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Uni- versität Wien und ist in dieser Zeit auch politisch sehr aktiv. 1931 reist sie nach Moskau zu ihrem langjährigen Freund Hermann Köhler, dem Leiter des Kommunistischen öster- reichischen Jugendverbandes und Mitglied des russischen Informationsdienstes. Hermann Köhler wird später bei einem antifaschistischen Einsatz gefangengenommen und in Bu- chenwald erschossen. L. H. wohnt während ihres Aufenthalts in Moskau im Hotel Lux und arbeitet als Redakteurin in einem Verlag für ausländische Arbeiter. 1933 kehrt sie nach Wien zurück, wo sie an der Untergrundarbeit der seit Mai 1933 verbotenen KPÖ teilnimmt, indem sie Schriften und Flugblätter der Partei verteilt. In der elterlichen Wohnung findet die Polizei einige Exemplare der „Roten Fahne“, woraufhin die Eltern zu einem Jahr Haft verurteilt werden. Eugenia Bindel, L. H.s Mutter, stirbt im November 1936 an den Fol- gen dieses Gefängnisaufenthaltes. Bernhard Bindel, der Vater, wird einige Jahre später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Im Rahmen ihrer Tätigkeit für die KPÖ wird L. H. 1935 nach Prag beordert, wo sie Hil- de und Johann Koplenig kennenlernt. Ihre Aufgabe in Prag besteht darin, dem Vormarsch der Nationalsozialisten entgegenzuwirken sowie Kontakte zu den Revolutionären Sozialisten aufrecht zu erhalten. L. H. wird im April 1936 wegen Verdachtes auf nationalsozialistische Spionage gegen die Tschechoslowakei verhaftet. Erst Ende September stellt sich die Verhaf- tung als Irrtum der Behörden heraus. L. H. kann das Gefängnis zwar verlassen, wird jedoch über die polnische Grenze abgeschoben und vier Monate lang in Schubhaft genommen. Da die Rückkehr nach Österreich für die junge Frau inzwischen zu gefährlich geworden ist, fährt L. H. nach Zürich, wo sie ihren späteren Mann, den Schweizer Kommunisten Fred Hüm- belin, kennenlernt. 1937 wird sie zusammen mit Gerty Schindler von der Kommunistischen Partei nach Paris geschickt, um dort die freiwilligen Kämpfer der Internationalen Brigaden vor ihrem Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg zu betreuen. 1938 gibt L. H. in Wien ein In- formationsblatt für ihre GenossInnen in der Illegalität heraus, das eine Zusammenfassung von Presseberichten enthält, die für die von der Außenwelt weitgehend abgeschnittenen Ge nossInnen oft die einzige Nachrichtenquelle darstellt. Ab Mai 1938 wird der Aufenthalt L. H.s im nationalsozialistischen Wien zu riskant. Die junge Frau ist als Kommunistin und Jüdin doppelt gefährdet. Sie flüchtet mit einem falschen tschechischen Pass in die Schweiz. Im Dezember desselben Jahres wird sie als unerwünschte Ausländerin aus der Schweiz nach Großbritannien ausgewiesen und arbeitet als Hausgehilfin in London. Sie trifft in England mit ihrer Freundin und Parteigenossin aus Wien, Malwine Bönsch, zusammen. Malwine und Franz Bönsch werden Trauzeugen, als L. H. am 21. Juli 1939 Fred Hümbelin in London hei- ratet. L. H. arbeitet nach ihrer Rückkehr in die Schweiz bei der jüdischen Flüchtlingshilfe als Rechtsberaterin und Fürsorgerin, Fred Hümbelin ist als Lehrer tätig. 1941 wird ihr Sohn Karl geboren. Fred und L. Hümbelin sind Mitglieder der Kommunistischen Partei der Schweiz (KPS), die 1940 verboten wird. Fred Hümbelin wird aus diesem Grund mehrmals verhaf- tet; auch seine Familie ist den Schikanen der Polizei und der Bevölkerung ausgesetzt. Nach 1945 benennt sich die Kommmunistische Partei der Schweiz in Partei der Arbeit um. L. H. ist Mitbegründerin der 1952 ins Leben gerufenen Schweizer Frauenvereinigung für Frieden
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biografiA. Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
biografiA.
Subtitle
Lexikon österreichischer Frauen
Volume
1, A – H
Editor
Ilse Korotin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2016
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79590-2
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1422
Category
Lexika
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