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Hutsteiner1414
Hutsteiner Josefine; Gemeinderätin
Geb. Rückersdorf, Kärnten, 11. 3. 1915
Ab 8. 4. 1961 im Friedhofsausschuss im Gemeinderat. 1956– 63 im Stadtschulrat tätig.
J. H. ist Tochter eines Arbeiters, sie besucht die Volksschule und die Volkswirtschaftsschu-
le. Bis 1939 ist sie als Kellnerin tätig, von 1939–45 ist sie Bedienstete der Landesregierung,
seit 1958 als Beraterin in der Konsumentenberatung und des Bauzentrums tätig. J. H. übt
mehrere Funktionen in der SPÖ aus. Sie ist seit 1939 verheiratet und hat ein Adoptivkind.
L.: Rausch 1968
Karin Nusko
Huttary Ida; Widerstandskämpferin
Geb. Wien, 13. 4. 1918
Gest. Perchtoldsdorf, NÖ, 21.10. 2015
Herkunft, Verwandtschaften: Eines von sechs Kindern einer sozialdemokratisch gesinnten
Wiener Arbeiterfamilie, Schwägerin des Fallschirmagenten Albert Huttary.
LebenspartnerInnen, Kinder: 1938 Heirat mit Adolf Huttary jun.; Sohn: Fredi (* 1942), ein
weiteres Kind (*nach 1945).
Ausbildungen: Volks- und Hauptschule.
Laufbahn: Ging nach dem Abschluss der Pflichtschule in den Haushaltsdienst. H. war
während des 2. Weltkrieges in einem Militärbetrieb in Brunn am Gebirge in der Beklei-
dungsausgabe für Soldaten tätig, auch ihr Mann war bei der Wehrmacht beschäftigt. Sie
beherbergte zusammen mit ihrer Familie ihren Schwager Albert Huttary, der als sowjeti-
scher Fallschirmagent über Österreich abgesprungen war und danach bei der Familie Un-
terschlupf gesucht hatte. Am 30. März 1944 wurde sie zusammen mit ihren Schwieger-
eltern Karoline und Adolf Huttary sowie ihrer Tante Hermine Müllner von der Gestapo
festgenommen und ins Polizeigefängnis an der Elisabethpromenade gebracht. Nach einigen
Monaten Gestapohaft kam sie am 22. August 1944 zusammen mit neun anderen Unterstüt-
zerinnen der Fallschirmagenten Albert Huttary und Josef Zettler nach Ravensbrück. I. H.
wurde zunächst einer Straßenbau-Kolonne zugeteilt, später kam sie über Vermittlung von
Bertl Lauscher in die Effektenkammer. Als Jüngste (sie war bei ihrer Verhaftung 26 Jahre
alt) versuchte sie so gut es ging, ihre Schwiegermutter Karoline Huttary und deren Schwes-
ter Hermine Müllner, die durch Krankheit geschwächt waren, durch Organisieren von Klei-
dung und Lebensmitteln zu unterstützen. Danach wurde sie dem Ladekommando zugeteilt,
wo sie schwere körperliche Arbeit verrichten musste. Am 28. April 1945 wurde I. H. einem
Evakuierungsmarsch in Richtung des Außenlagers Malchow zugeteilt und konnte nach
der Ankunft in Malchow mit einigen Kameradinnen flüchten. Die Frauen wurden von der
Bauernfamilie Schell aufgenommen und versteckt. I. H. schlug sich nach der Befreiung per
Schiff, Bahn und zu Fuß nach Wien durch, wo sie am 17. Juni 1945 eintraf. Ihre Schwie-
gereltern und ihre Tante waren in Lagern zugrunde gegangen, auch ihre Mutter war nicht
mehr am Leben. Erst im Oktober 1945 sah sie ihren Sohn Fredi wieder, ihr Mann Adolf,
der ebenfalls verhaftet und zu Frontbewährung verurteilt worden war, kehrte zu Ostern
1946 aus der britischen Gefangenschaft zurück. I. H. wirkte als Zeitzeugin in Schulen und
gehörte der Lagergemeinschaft Ravensbrück an.
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika