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Hutten | H 1415
Ausz.: 2002 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien.
Qu.: Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 17. 12. 2002: www.wien.gv.at, Gemein-
de Brunn informiert, 5/2008: www.brunnamgebirge.at
L.: Dokumentationsarchiv 1987a, Halbmayr 2009
Hutten Ella von; Schriftstellerin
Geb. Windisch-Feistritz, Stmk. (Slovenska Bistrica, Slowenien), 2. 4. 1874
Gest. ?
Laufbahn: Lebte später in Wien.
W.: „Ausgeharrt. Leichtsinnig. Seelenstudien nach dem Leben“ (1891)
L.: Schmid-Bortenschlager/Schnedl-Bubenicek 1982, http://www.zeno.org/Pataky
Hutter Anna; Hilfsarbeiterin und Gegnerin des NS-Regimes
Geb. Götzens, Tirol, 29. 9. 1883
Gest. ?
A. H. wird am 29. September 1883 als Tochter der Kreszens Hutter (geb. Meier) und des
Kleinbauern Alois Hutter in Götzens bei Innsbruck geboren. Sie besucht in Götzens und
in Innsbruck die Volksschule. Bis 1911 ist A. H. in der Landwirtschaft beschäftigt, danach
arbeitet sie in Gärtnereien in Innsbruck und Hall. Von Oktober 1914 bis November 1918
wird A. H. als Hilfspflegerin im Heeresdienst angestellt. Sie wird am dritten November 1918
von den italienischen Truppen gefangen genommen. Aus ihrer Gefangenschaft wurde sie
am 15. Dezember 1918 entlassen. Danach war sie als Gärtnerin und Gelegenheitsarbeiterin
beschäftigt. 1935 bis 1938 war A. H., ohne jegliche Unterstützungsleistungen seitens der
Gemeinde oder des Staates, arbeitslos. Ab 1938 wird ihre Arbeitsunfähigkeit attestiert und
sie erhält von der Stadt Hall eine Armenrente von 22 RM monatlich. In den Jahren 1902
und 1911 war sie bereits wegen Landstreicherei, 1917 wegen Diebstahls bestraft worden.
Nach 1918 gehörte A. H. eine Zeit lang der sozialdemokratischen Partei an. Nach 1938 war
sie Mitglied der NS-Frauenschaft und des Reichsluftschutzbundes.
Obwohl ihr das Verbot, ausländische Radiosender zu empfangen, bekannt war, hörte A. H. die
deutschsprachigen Sendungen der Radiosender Straßburg, Beromünster, London und Mailand
und erzählte den Inhalt der Nachrichten weiter. A. H. wird am 27. September 1940 festgenom-
men und in das Polizeigefängnis Innsbruck eingeliefert. Bei der Vernehmung durch die Ge-
stapo Innsbruck vom 2. bis 8. Oktober 1940 gibt sie an, mit den wirtschaftlichen und politischen
Verhältnissen in Österreich nicht zufrieden zu sein und diese Meinung auch öfters öffentlich
ausgesprochen zu haben. Am 14. Oktober 1940 übermittelt die Gestapostelle Innsbruck die
Anzeige gegen A. H. der „Oberstaatsanwaltschaft beim Landgericht als Sondergericht“ Inns-
bruck. Am 27. November 1940 wird vom Reichsministerium für Justiz in Berlin durch den
Generalstaatsanwalt in Innsbruck die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht in Innsbruck
aufgefordert, eine strenge Bestrafung für A. H. zu beantragen. Es wird empfohlen, die Verfahren
wegen des Verstoßes gegen das Heimtückegesetz und gegen das Rundfunkgesetz gemeinsam zu
verhandeln, weiters heißt es in dieser Weisung: „In der Hauptverhandlung bitte ich jedoch zur
Charakterisierung der staatsfeindlichen Einstellung der Beschuldigten und ihrer Gefährlichkeit
mit Nachdruck auf die Ergebnisse des Heimtückeverfahrens hinzuweisen und keinesfalls eine
biografiA.
Lexikon österreichischer Frauen, Volume 1, A – H
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- biografiA.
- Subtitle
- Lexikon österreichischer Frauen
- Volume
- 1, A – H
- Editor
- Ilse Korotin
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79590-2
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1422
- Category
- Lexika